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Austropotamobius pallipes (Lereboullet, 1858)


Dohlenkrebs

etwa 12 cm langer Flusskrebs

EU-Code: 1092, Anh. II, V

Rote Liste Deutschland: - (1998)


Verbreitung

Die Art ist südwesteuropäisch verbreitet. In Deutschland ist die Verbreitung auf den südbadischen Raum beschränkt. Dort liegen die aktuellen Vorkommen in kleinen Fließgewässern bis 5 m Breite mit einer naturnahen oder wenig beeinträchtigten Struktur. Als wesentliche Lebensraumelemente werden Höhlen unter Steinen oder zwischen Baumwurzeln benötigt.


Fortpflanzung/Biologie

Fortpflanzungszeit ist der Herbst, wenn die Wassertemperatur für längere Zeit unter 10°C fällt. Die Weibchen legen meist unter 100 Eier und überwintern damit, bevor im Frühsommer die Krebslarven schlüpfen. Sie erreichen mit 3 bis 4 Jahren die Geschlechtsreife. Die Nahrung besteht aus Pflanzen, Algen, Wirbellosen einschließlich anderen Krebsen sowie Fischen.


Gefährdung

Gefährdungsursachen sind Habitatveränderungen z. B. durch Wasserbau, Gewässerverschmutzung und Nährstoffanreicherung u. a. durch die Landwirtschaft, Aussetzen fremder Krebsarten und die damit verbundene Gefahr der Einschleppung von Krankheiten, insbesondere durch die amerikanischen Arten Kamberkrebs und Signalkrebs als Überträger der Krebspest.


Schutz

Wichtige Maßnahmen sind der Schutz der Lebensräume und strikter Verzicht auf jeden Krebsbesatz. Kleinere Sohlabstürze, die einige Populationen der Art vor der Einwanderung anderer Krebsarten schützen, sollten nicht entfernt werden, obwohl es zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Fließgewässer anzustreben wäre.


Literaturhinweis

verändert nach:
Ellwanger, G. (2003): Austropotamobius pallipes (Lereboullet, 1858). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Biewald, G., Hauke, U., Ludwig, G., Pretscher, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 1: Pflanzen und Wirbellose. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(1): 722-727.

Letzte Änderung: 06.06.2019

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