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Bundesamt für Naturschutz

Conservation Union for Management of the Baltic Harbour Porpoise Populations and their Habitat (CUMBIAH)

Arten
Meere
Monitoring
CUMBIAH zielt darauf ab, eine belastbare wissenschaftliche Grundlage für den Schutz der beiden Schweinswalpopulationen in der Ostsee zu schaffen. Dazu werden Abundanz, Verteilung, Lebensraumqualität und anthropogene Belastungen populationsspezifisch analysiert und bewertet. Die Ergebnisse dienen direkt der EU-Berichtspflicht nach FFH-Richtlinie und MSRL sowie der Ableitung konkreter, grenzübergreifender Erhaltungsmaßnahmen.
Programm
Vollzug des Naturschutzes in der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee
Bundesland
Ausschließliche Wirtschaftszone
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
352520020 A-I
Finanzvolumen (Bundesmittel)
8.893.147 Euro
Schweinswal (Phocoena phocoena)
Tauchender Schweinswal
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Beschreibung

Hintergrund

Der Schweinswal ist die einzige dauerhaft in der Ostsee vorkommende Walart und kommt dort in zwei biologisch getrennten Populationen vor. Die Population der zentralen Ostsee umfasst nur noch wenige hundert Individuen und gilt als kritisch gefährdet, während die Beltsee-Population als gefährdet eingestuft ist. Beide Populationen sind erheblichen anthropogenen Belastungen ausgesetzt, insbesondere durch Beifang, Unterwasserlärm, Habitatverschlechterung und Nahrungsverknappung. Trotz rechtlicher Verpflichtungen aus der FFH-Richtlinie und der MSRL bestehen erhebliche Wissenslücken zur aktuellen Bestandsgröße und räumlichen Verteilung. Frühere Projekte wie SAMBAH lieferten erstmals robuste Abundanzschätzungen, sind jedoch inzwischen über ein Jahrzehnt alt. Gleichzeitig zeigen neuere Analysen deutliche Abnahmetrends, insbesondere in der Beltsee. Beifangraten überschreiten dort nachweislich nachhaltige Schwellenwerte. Zusätzlich nehmen industrielle Nutzungen wie Offshore-Windenergie und Schiffsverkehr weiter zu. Managementpläne existieren nur für einen Teil der relevanten Natura-2000-Gebiete. Effektive Schutzmaßnahmen erfordern daher eine aktualisierte, populationsspezifische und grenzüberschreitend harmonisierte Datengrundlage.

Projekt

Das Projekt gliedert sich in mehrere Komponenten:

  • Schätzung von Dichte und Abundanz (akustische Detektion, Cue-Raten, Trendanalysen)
  • Analyse der Lebensraumqualität und anthropogener Belastungen (Beute, Fischerei, Lärm)
  • Lebensgeschichts- und genetische Parameter, Ableitung populationsspezifischer Schwellenwerte
  • Grundlagen für zukünftiges Management und Monitoring (Datenstandards, Monitoringkonzepte)
  • Öffentlichkeitsarbeit und Politikberatung
  • Projektkoordination und -management

Ausblick

CUMBIAH liefert entscheidungsrelevante Kennzahlen für den Schutz der Schweinswale in der Ostsee. Die Ergebnisse ermöglichen erstmals eine konsistente, populationsspezifische Bewertung des Erhaltungszustands über nationale Grenzen hinweg. Damit schafft das Projekt die fachliche Grundlage für wirksame Management- und Schutzmaßnahmen auf EU-Ebene.

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Projektleitung

Stiftung Deutsches Meeresmuseum (DMM)
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Weitere Beteiligte

Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Universität Potsdam, Aarhus Universitet – Department of Bioscience – Dänemark, Tallinna Tehnikaülikool (TalTech) – Estland, Turku University of Applied Sciences (TUAS) – Finnland, National Marine Fisheries Research Institute (NMFRI) – Polen, Lunds Universitet – Schweden, Swedish Museum of Natural History (NRM) – Schweden, Museum Vest – Dänemark, NIRAS A/S – Dänemark, Klaipėda University – Litauen, BIOMM sp. z o.o. – Polen

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Finanzmitteln des BMUKN aus der Meeresnaturschutzkomponente

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 3.5 Monitoring mariner Biodiversität