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Bundesamt für Naturschutz

Habitat-Identifizierung, internationale akustische Monitoring-Harmonisierung und Nahrungsanalyse von Schweinswalen (HaMoNa)

Meere
Monitoring
Arten
HaMoNa dient der Identifizierung von Schweinswal-Habitaten, der Harmonisierung des internationalen akustischen Monitorings und der Analyse der Nahrungsökologie von Schweinswalen in der deutschen Ostsee. Das Projekt kombiniert langfristige akustische Datensätze mit neuen Methoden zur Erfassung von Gruppengrößen, Kalbungsgebieten und Ernährungsstrategien. Die Ergebnisse liefern die wissenschaftliche Grundlage für Schutzmaßnahmen, Management von Natura-2000-Gebieten und die Erfüllung nationaler und europäischer Berichtspflichten.
Programm
Vollzug des Naturschutzes in der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee
Bundesland
Ausschließliche Wirtschaftszone
Mecklenburg-Vorpommern
Schleswig-Holstein
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3522520300
Finanzvolumen (Bundesmittel)
1.941.339,35 Euro
Schweinswal (Phocoena phocoena)
Schweinswal
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Beschreibung

Hintergrund

Der Schweinswal ist die einzige dauerhaft in der Ostsee vorkommende Walart und steht unter strengem Schutz der FFH-Richtlinie. In der Ostsee existieren zwei Populationen, von denen die Population der inneren Ostsee als vom Aussterben bedroht gilt. Anthropogene Belastungen wie Beifang, Unterwasserschall, Offshore-Ausbau, Schifffahrt, Meeresverschmutzung und reduzierte Beuteverfügbarkeit wirken kumulativ auf die Bestände. Für einen wirksamen Schutz sind belastbare Daten zu Vorkommen, Trends, Habitatnutzung und Ernährung unerlässlich. Das Deutsche Meeresmuseum verfügt über eine der längsten akustischen Zeitreihen zum Schweinswalmonitoring in der Ostsee. Frühere Projekte wie MINOS, SAMBAH und TopMarine haben gezeigt, dass akustisches Monitoring großräumige Bestandsabschätzungen ermöglicht. Gleichzeitig besteht Bedarf an methodischer Weiterentwicklung, insbesondere aufgrund des Technologiewechsels von C-PODs zu F-PODs. Bisher fehlten belastbare Daten zur Gruppengröße und zu Kalbungs- und Aufzuchtgebieten in der deutschen Ostsee. Auch die Ernährungsökologie von Schweinswalen ist bislang nur punktuell bekannt. HaMoNa schließt diese Wissenslücken durch die Kombination innovativer akustischer, visueller und trophischer Methoden.

Projekt

Das Projekt gliedert sich in mehrere Komponenten:

  • Berichte und wissenschaftliche Zuarbeit: Erstellung nationaler und internationaler Berichte (FFH, MSRL, ASCOBANS, HELCOM), fachliche Zuarbeit für das BfN sowie wissenschaftliche Publikationen und Konferenzbeiträge.
  • Akustisches Monitoring: Harmonisierung des internationalen akustischen Monitorings, Vergleich und Umstellung von C-POD, F-POD und SoundTrap, Tiefenvergleiche der Detektion sowie Trendanalysen zum Schweinswalvorkommen.
  • Gruppengröße und Kalbungsgebiete: Identifizierung saisonal genutzter Gebiete, Erfassung von Mutter-Kalb-Paaren mittels Kameradrohnen sowie akustische Bestimmung der Gruppengröße mit 4-Kanal-Hydrophonarrays.
  • Nahrungsökologie: Mageninhaltsanalysen einschließlich genetischer Populationszuordnung, morphologischer Untersuchungen, In-vitro-Verdauungsversuchen, artspezifischer Korrekturfaktoren und Stabilisotopenanalysen.

Ausblick

HaMoNa schafft eine methodisch robuste und international anschlussfähige Datengrundlage für das Schweinswalmonitoring in der Ostsee. Die Ergebnisse ermöglichen eine fundierte Bewertung des Erhaltungszustands sowie die Ableitung gezielter Schutz- und Managementmaßnahmen. Damit trägt das Projekt langfristig zur Sicherung der Schweinswalpopulationen und zur Erfüllung europäischer Naturschutzverpflichtungen bei.

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Projektleitung

Stiftung Deutsches Meeresmuseum (DMM)

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 3.5 Monitoring mariner Biodiversität