Habitatwahl und Populationsdynamik von Schweinswalen - HABITATWal
Beschreibung
Hintergrund
Marine Säugetiere wie Schweinswale, Zwergwale und Weißschnauzendelfine sind als Top- bzw. Mesoprädatoren zentrale Bestandteile mariner Ökosysteme. Sie sind vielfältigen anthropogenen Belastungen ausgesetzt, darunter Fischerei, Schifffahrt, Offshore-Windenergie und Unterwasserschall. Langjährige Monitoringprogramme zeigen für einzelne Arten und Regionen teils negative Bestandstrends. Für Schweinswale sind insbesondere in der deutschen Nordsee Rückgänge dokumentiert. Zwergwale treten regelmäßig, aber in geringer Dichte in deutschen Gewässern auf und sind bisher unzureichend erfasst. Weißschnauzendelfine nutzen vor allem Offshore- und Übergangsbereiche der Nordsee, werden jedoch bislang nur punktuell berücksichtigt. Eine integrierte Betrachtung mehrerer Arten ermöglicht eine bessere Bewertung ökosystemarer Zusammenhänge. Das Projekt verknüpft langjährige Zeitreihen mit neuen Erhebungen. Habitat- und Populationsmodelle identifizieren maßgebliche Umwelt- und Störfaktoren. Die Ergebnisse dienen der Weiterentwicklung von Schutzkonzepten. Sie unterstützen nationale und internationale Berichtspflichten sowie das Management mariner Schutzgebiete.
Projekt
Das Projekt gliedert sich in mehrere Komponenten:
- Habitatwahl mariner Säugetiere – Habitat- und Verteilungsmodelle für Schweinswale, Zwergwale und Weißschnauzendelfine in Nord- und Ostsee
- Populationsdynamik und Stressoren – Analyse des Einflusses anthropogener Belastungen auf Schweinswale und ergänzend auf weitere Arten
- Visuelle und akustische Erfassungen – Flug- und Schiffssurveys inkl. gezielter Erfassung von Zwergwalen und Weißschnauzendelfinen
- Beitrag zu Berichtspflichten – Zuarbeit zum FFH-Bericht 2024 und zur MSRL-Bewertung mariner Säugetiere
- SCANS-IV Survey (2022) – International koordinierte Erfassung von Schweinswalen, Delfinen und Großwalen
- Weiterentwicklung des Meeressäuger-Monitorings – Methodische Optimierung und Prüfung passiv-akustischer Verfahren
Ausblick
Die Ergebnisse liefern belastbare Entscheidungsgrundlagen für Schutz- und Managementmaßnahmen. Durch die Einbeziehung von Zwergwalen und Weißschnauzendelfinen wird das Monitoring mariner Säugetiere in deutschen Gewässern deutlich erweitert. Die Ergebnisse ermöglichen eine artspezifische und zugleich ökosystembasierte Bewertung. International anschlussfähige Daten stärken Deutschlands Beitrag zum Meeresschutz.