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Bundesamt für Naturschutz

Habitatwahl und Populationsdynamik von Schweinswalen - HABITATWal

Meere
Monitoring
Das Projekt HABITATWal untersucht die Verbreitung, Habitatwahl und Populationsdynamik von Schweinswalen, Zwergwalen und Weißschnauzendelfinen in der deutschen Nord- und Ostsee. Ziel ist es, belastbare Datengrundlagen für Naturschutz, Management und gesetzliche Berichtspflichten (FFH-RL, MSRL) bereitzustellen. Dazu werden visuelle, digitale und akustische Erfassungen mit Habitat- und Populationsmodellen kombiniert.
Programm
Vollzug des Naturschutzes in der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee
Bundesland
Ausschließliche Wirtschaftszone
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3522520200
Finanzvolumen (Bundesmittel)
1.933.080,23 Euro
Abtauchender Schweinswal, die Rückenflosse noch aus dem Wasser ragend
Abtauchender Schweinswal
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Beschreibung

Hintergrund

Marine Säugetiere wie Schweinswale, Zwergwale und Weißschnauzendelfine sind als Top- bzw. Mesoprädatoren zentrale Bestandteile mariner Ökosysteme. Sie sind vielfältigen anthropogenen Belastungen ausgesetzt, darunter Fischerei, Schifffahrt, Offshore-Windenergie und Unterwasserschall. Langjährige Monitoringprogramme zeigen für einzelne Arten und Regionen teils negative Bestandstrends. Für Schweinswale sind insbesondere in der deutschen Nordsee Rückgänge dokumentiert. Zwergwale treten regelmäßig, aber in geringer Dichte in deutschen Gewässern auf und sind bisher unzureichend erfasst. Weißschnauzendelfine nutzen vor allem Offshore- und Übergangsbereiche der Nordsee, werden jedoch bislang nur punktuell berücksichtigt. Eine integrierte Betrachtung mehrerer Arten ermöglicht eine bessere Bewertung ökosystemarer Zusammenhänge. Das Projekt verknüpft langjährige Zeitreihen mit neuen Erhebungen. Habitat- und Populationsmodelle identifizieren maßgebliche Umwelt- und Störfaktoren. Die Ergebnisse dienen der Weiterentwicklung von Schutzkonzepten. Sie unterstützen nationale und internationale Berichtspflichten sowie das Management mariner Schutzgebiete.

Projekt

Das Projekt gliedert sich in mehrere Komponenten:

  • Habitatwahl mariner Säugetiere – Habitat- und Verteilungsmodelle für Schweinswale, Zwergwale und Weißschnauzendelfine in Nord- und Ostsee
  • Populationsdynamik und Stressoren – Analyse des Einflusses anthropogener Belastungen auf Schweinswale und ergänzend auf weitere Arten
  • Visuelle und akustische Erfassungen – Flug- und Schiffssurveys inkl. gezielter Erfassung von Zwergwalen und Weißschnauzendelfinen
  • Beitrag zu Berichtspflichten – Zuarbeit zum FFH-Bericht 2024 und zur MSRL-Bewertung mariner Säugetiere
  • SCANS-IV Survey (2022) – International koordinierte Erfassung von Schweinswalen, Delfinen und Großwalen
  • Weiterentwicklung des Meeressäuger-Monitorings – Methodische Optimierung und Prüfung passiv-akustischer Verfahren

Ausblick

Die Ergebnisse liefern belastbare Entscheidungsgrundlagen für Schutz- und Managementmaßnahmen. Durch die Einbeziehung von Zwergwalen und Weißschnauzendelfinen wird das Monitoring mariner Säugetiere in deutschen Gewässern deutlich erweitert. Die Ergebnisse ermöglichen eine artspezifische und zugleich ökosystembasierte Bewertung. International anschlussfähige Daten stärken Deutschlands Beitrag zum Meeresschutz.

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Projektleitung

Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 3.5 Monitoring mariner Biodiversität