Gladiolus palustris Gaudin


Sumpf-Gladiole

25-60 cm großes Schwertliliengewächs

EU-Code: 4096, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 2 (2018)


Verbreitung

Die nur in Europa auftretende Art hat dort ihren Verbreitungsschwerpunkt im Südosten. Die größten Vorkommen nördlich der Alpen liegen im bayerischen Alpenvorland. Daneben gibt es noch eine größere Population in Baden-Württemberg und eine kleinere in Rheinland-Pfalz. Die Art kann sowohl auf kurzzeitig überschwemmten, als auch auf trockenen Böden gedeihen.


Fortpflanzung/Biologie

Die Art wird von Hummeln bestäubt und vermehrt sich überwiegend durch Samen. Blütezeit ist Ende Mai bis Juli. Mitte August setzt die Samenreife ein. Die oberirdischen Teile der Pflanze sind bis Ende September weitgehend abgestorben. Die Art kann durch Ruheknollen überdauern.


Gefährdung

Hauptgefährdungsursachen sind einerseits das Zuwachsen der Flächen durch Brachfallen von extensivem Feuchtgrünland, andererseits eine zu intensive Beweidung. Weitere Ursachen sind neben dem direkten Flächenverlust z. B. durch Aufforstungen oder Überbauung, die Umwandlung von Grünland in Acker, Veränderungen im Wasserhaushalt oder Nährstoffanreicherung.


Schutz

Wo immer möglich sollte die traditionelle Streunutzung aufrecht erhalten und ggf. mit Entbuschungsmaßnahmen gekoppelt werden. Eine Mahd sollte möglichst spät, frühestens ab der 2. Septemberhälfte, besser ab Oktober oder als Wintermahd alle 1-2 Jahre erfolgen. Zur Vermeidung von Nährstoffeintrag sind große Pufferzonen ohne Düngung zu erhalten.


Literaturhinweis

verändert nach:
Ssymank, A. (2005): Gladiolus palustris Gaudin. In: Petersen, B. und Ellwanger, G. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 3: Arten der EU-Osterweiterung. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(3): 45-56.


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