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Bundesamt für Naturschutz

ANK-Projekt des Monats: Seegras als effizienter Kohlenstoffspeicher

Presse
Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Meere
04.08.2026
Bonn
Das Projekt ZOBLUC erforscht Seegraswiesen als effektive natürliche Kohlenstoffspeicher in der westlichen Ostsee. Im Fokus steht dabei Insbesondere die Rolle von Seegraswiesen als Kohlenstoffsenken („Blue Carbon“). Außerdem entwickelt das Team wissenschaftliche Grundlagen für deren langfristigen Schutz und die Wiederherstellung unter den Bedingungen der Klimakrise.
Ein Taucher entnimmt einen Sedimentkern
Entnahme eines Sedimentkernes für die Blue Carbon Bestimmung

Moderne Fernerkundungsmethoden, Prozessstudien zur Kohlenstoffspeicherung sowie innovative Ansätze zur Steigerung der Klimaresilienz von Seegras werden im Verbundprojekt ZOBLUC kombiniert. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse werden in Renaturierungsmaßnahmen überführt und durch eine enge Einbindung von Stakeholdern und Citizen Science praxisnah umgesetzt. 

Die vier zentralen Ziele von ZOBLUC:

  • Entwicklung eines Seegraswiesen-Monitorings mittels optischer und akustischer Fernerkundung einschließlich Kartierung und Klassifikationsmodellen
  • Untersuchung der Langlebigkeit, Stabilität und Stoffflüsse des in Seegraswiesen gespeicherten organischen Kohlenstoffs sowie der Auswirkungen des Klimawandels auf dessen Speicherung
  • Identifizierung und Nutzung lokaler temperaturtoleranter Seegras-Genotypen für klimaresiliente Renaturierungen
  • Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse in Pilotmaßnahmen zur großflächigen Wiederherstellung von Seegraswiesen unter Einbindung von Bürgerforschung und aussaatbasierten Methoden

Die bisherigen Ergebnisse des Projekts zeigen eine hohe Dynamik von Seegraswiesen im Flachwasser: Einzelne Bestände von Seegras (Zostera marina) entstehen zwar schnell, können aber genauso wieder einen schnellen Rückgang aufweisen. Die Kohlenstoffspeicherfunktion zeigt deutliche standortabhängige Unterschiede. Außerdem liefern erste Untersuchungen Hinweise auf lokale Anpassungen von Seegraspopulationen an höhere Temperaturen. Zudem ist die Ablaufkette für die Beteiligung von Bürgerwissenschaftler*innen erfolgreich etabliert und bereit für eine Ausweitung auf größere Küstenbereiche.