Bundesamt für Naturschutz

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Erneuerbare Energien

Massebezogener Substrateinsatz nachwachsender Rohstoffe in Biogasanlagen

Mais ist der wichtigste Rohstoff für Biogasanlagen

Mit einem Anteil von 73 Prozent ist Mais der mit Abstand am häufigsten eingesetzte nachwachsende Rohstoff zur Energiegewinnung in Biogasanlagen. Trotz Änderung der Förderbedingungen ist eine Trendwende vorerst nicht in Sicht. Das hat auch Auswirkungen auf Natur und Landschaft: Vielerorts dominiert Mais inzwischen die landwirtschaftliche Flächennutzung und hat häufig für Begleitflora- und fauna wertvollere Nutzungen verdrängt.


Mais ist für die meisten Biogasanlagen das wichtigste Einsatzsubstrat und hatte 2015 einen geschätzten Anteil von 73 Prozent an allen verwendeten nachwachsenden Rohstoffen. Trotz umfangreicher Forschungsbemühungen ist und bleibt Mais nach wie vor das effizienteste Material zur Stromerzeugung in Biogasanlagen.

Landschaftspflegematerial wird nur in kleinerem Umfang in Biogasanlagen eingesetzt

Auch Biomasse, die nicht gezielt angebaut wird, sondern bei landschaftspflegerischen Maßnahmen anfällt, kann in Biogasanlagen sinnvoll genutzt werden. Das sogenannte Landschaftspflegematerial ergänzt auf diese Weise Maßnahmen zur Pflege naturschutzfachlich wertvoller Standorte. Es findet aber nur in vergleichsweise geringem Umfang Verwendung – auch aufgrund des vergleichsweise geringen Anfalls und einer schlechteren Eignung für die Vergärung.

Bedingungen werden sich in den nächsten Jahren voraussichtlich kaum ändern

Inzwischen setzt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in den neueren Fassungen (EEG 2014 und EEG 2017, letztere gültig ab dem 01.01.2017) keine spezifischen Anreize mehr für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe bei neuen Biogasanlagen. Dennoch ist in den kommenden Jahren kaum von einer deutlichen Veränderung der Substratzusammensetzung bei bereits existierenden Anlagen auszugehen: EEG-Anlagen haben eine insgesamt 20-jährige gesicherte Vergütung für die Stromerzeugung auf Basis von Mais; der größte Teil der Anlagen wird daher vor 2024 wohl keine deutliche Änderung des Substratspektrums vornehmen.

Ausweitung des Maisanbaus ist für die Erhaltung der biologischen Vielfalt kritisch

Der Anbau von Mais ist nicht pauschal als negativ einzuschätzen, auch wenn Maisflächen für die meisten Brutvogelarten kein geeignetes Habitat darstellen. Problematisch für die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist aber die starke Ausweitung des Maisanbaus auf Kosten wertvollerer Flächennutzungen (beispielsweise durch den Umbruch von Grünlandflächen). Hinzu kommt, dass die finanziellen Anreize zum Ausbau der Bioenergie manche Betriebe dazu motiviert haben, fachrechtliche Vorgaben (beispielsweise hinsichtlich der Düngung mit organischen Düngemitteln) bis zu ihren Grenzen auszureizen.

Weiterführende Infos

Erneuerbaren Energien (BfN-Themenseite)