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Wege zu einem wirksamen Unterwasserschallschutz

Poster der Fachtagung Wege zu einem wirksamen Unterwasserschallschutz beim Bau von Offshore-Windparks

Wege zu einem wirksamen Unterwasserschallschutz beim Bau von Offshore-Windparks

Fachtagung

07.05.2014

Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Informationen zur Tagung

Tagungsprogramm/Vorträge

Anlass

Die Offshore-Windenergie leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und damit zum Klimaschutz. Eine erfolgreiche Entwicklung der Windenergienutzung auf See kann nur im Einklang mit der Meeresnatur und naturschutzrechtlichen Erfordernissen gestaltet werden. Dafür braucht es eine gute Kooperation zwischen Politik, Offshore-Windindustrie, Wissenschaft sowie Natur- und Umweltschutz.

Inhalte und Ziele

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Diskussion von Erfahrungen und Ergebnissen der Baupraxis auf See am Beispiel innovativer Schallminderungsmaßnahmen sowie biologische Aspekte der Auswirkungen von Unterwasserschall. Es wurden bereits bestehende und in Entwicklung befindliche technische Maßnahmen, die einen wirksamen Unterwasserschallschutz bei der Errichtung von Offshore-Windenergieanlagen gewährleisten sollen, sowie an der Gründungstechnik ansetzende Lösungen, die die Entstehung von Impulsschall gänzlich vermeiden, dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Vorstellung von aktuellen Forschungsergebnissen zu den Auswirkungen von Rammschall.

Hintergrund

Bei der Errichtung von Offshore-Windparks werden derzeit verschiedene Schallminderungssysteme eingesetzt. Erstmals liegen Erfahrungen nicht nur zum Blasenschleier, sondern auch zu anderen Schallminderungsverfahren vor. Alternative Gründungstechniken wurden in der Zwischenzeit weiterentwickelt und stehen unmittelbar vor der ersten Umsetzung. Mittlerweile liegt auch das Schallschutzkonzept des Bundesumweltministeriums für die ausschließliche Wirtschaftszone der Nordsee vor, welches in bestimmten Gebieten und zu bestimmten Zeiten zusätzliche Anforderungen an die Schallminimierung vorsieht. In der Praxis stellt die Überschreitung des Lärmschutzwertes (160 dB SEL / 190 dB SPL) bei Rammarbeiten dennoch weiterhin ein erhebliches Problem dar.

Die negativen Auswirkungen von Lärm auf Meeressäugetiere, Fische und andere Meerestiere sind vielfältig. Sie reichen von Störungen (Verhaltensreaktionen) über die Überlagerung biologisch wichtiger Kommunikationslaute (Maskierung) bis hin zu Verletzungen, z. B. in Form von Schädigungen des Gehörs. Solche Auswirkungen müssen durch die Minderung des Rammschalls oder den Einsatz alternativer Gründungstechniken, die weniger Lärm verursachen, vermieden bzw. minimiert werden.

Die Tagung knüpfte an die Ergebnisse der 1. Schallschutztagung der DUH im September 2012 an. Der begonnene konstruktive Dialog zwischen den unmittelbar und mittelbar Beteiligten wie Betreibern, Vertretern und Vertreterinnen aus Offshore-Windindustrie, Technik, Wissenschaft und Politik sowie aus Behörden und Naturschutzverbänden wurde weitergeführt und Synergieeffekte eines wirkungsvollen Naturschutzes mit einer zukunftsfähigen Technologieentwicklung aufgezeigt.

Veranstalter, Förderung

Die Fachtagung wurde durchgeführt von der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) in Zusammenarbeit mit Dipl. Biol. Karin Lüdemann und Dipl. Biol. Sven Koschinski.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat diese Fachtagung mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert.


Fachtagungen:

 

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