Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutzförderung

Öffentliche Ausgaben und Vertragsflächen für Agrarumweltmaßnahmen im Rahmen der ELER-Förderung innerhalb der Förderperiode 2007 bis 2013

Nur ein geringer Teil der Agrarumweltmaßnahmen ist naturschutzrelevant

Agrarumweltmaßnahmen stellen ein wichtiges Förderinstrument zur Umsetzung von Zielen des Natur- und Umweltschutzes in der Agrarlandschaft dar. Bei näherer Betrachtung diente in der Förderperiode 2007 bis 2013 tatsächlich aber nur ein vergleichsweise geringer Teil dieser Maßnahmen unmittelbar Naturschutzzielen.


Im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) wurden in Deutschland rund 578 Millionen Euro pro Jahr (Mittel der Jahre 2009-2013) für flächenbezogene Agrarumweltmaßnahmen in Deutschland ausgegeben. Davon entfielen knapp 31 Prozent (rund 178 Millionen Euro) auf sogenannte „dunkelgrüne“, das heißt naturschutzrelevante Maßnahmen im engeren Sinne („Natur-/Biodiversitätsschutz“). Bezieht man diese Zahlen auf die zugrunde liegende Förderfläche mit einem Umfang von etwa 5,2 Millionen Hektar, fanden nur auf 13,2 Prozent dieser Flächen (knapp 690.000 Hektar) Agrarumweltmaßnahmen mit unmittelbarem Naturschutzbezug statt.

Bundesländer nutzen Spielräume zur Förderung von Agrarumweltmaßnahmen unterschiedlich

Die große Variationsbreite in der Ausgestaltung der Agrarumweltprogramme der Länder spiegelt sich in den prozentualen Anteilen „dunkelgrüner“ Maßnahmen wider: Ausgehend von unterschiedlichen Gesamtwerten, liegen die Anteile der eingesetzten Fördermittel für naturschutzrelevante Maßnahmen zwischen weniger als 12 Prozent (Brandenburg) und über 50 Prozent (Schleswig-Holstein). Der Umfang der damit geförderten Fläche bewegt sich von unter 5 Prozent (Saarland, Sachsen-Anhalt) bis zu rund 30 Prozent (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern).

„Agrarumweltmaßnahmen“ weisen als nutzungsbezogener Indikator im Rahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt sowohl hinsichtlich der gewährten Finanzmittel als auch der geförderten Fläche (wieder) eine positive Entwicklung auf. Trotzdem ist aufgrund der genannten Zahlen erkennbar, dass die Förderung künftig deutlich stärker auf den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der biologischen Vielfalt ausgerichtet werden muss.