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Expertenworkshop Naturschutzgebiete

Expertenworkshop: Qualitätsstandards für Naturschutzgebiete

42 Experten und Expertinnen aus der ganzen Welt kamen zum Workshop in die INA | Foto: BfN
Teilnehmende des Workshops | © BfN

Putbus/Insel Vilm, 06. Februar 2020: Acht Monate bevor der globale Politikrahmen zum Schutz der Biodiversität neu aufgestellt wird, kamen vom 2. bis 6. Februar 2020 42 Experten und Expertinnen aus der ganzen Welt auf der Insel Vilm zusammen. Auf Einladung der Weltnaturschutzunion (IUCN) und der Internationalen Naturschutzakademie (INA) berieten sie, wie Vorgaben zur Qualität und Effektivität von Schutzgebieten in die globalen Biodiversitätsziele nach 2020 einfließen können.

Im Herbst 2020 wird die 15. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) in China ein neues globales Rahmenwerk für den Biodiversitätsschutz verabschieden. Dieses ersetzt den bisherigen Biodiversitätsstrategieplan 2011–2020 mit den zwanzig Aichi-Zielen. Bis Oktober werden die drängendsten Fragen in diversen Arbeitsgruppen sowie auf diplomatischen und wissenschaftlichen Veranstaltungen bearbeitet.

Beim Workshop auf Vilm haben die Fachleute mögliche Qualitätsstandards für Schutzgebiete entwickelt sowie Methoden und Indikatoren für die Berichterstattung erarbeitet. „In den letzten Jahrzehnten wurden weltweit an Land und im Meer viele neue Schutzgebiete ausgewiesen. Diese sind allerdings häufig finanziell und personell ungenügend ausgestattet und unzureichend verwaltet, sodass sie weder genug Schutz für die Natur noch eine gute Lebensgrundlage für die Menschen vor Ort bieten“, sagte Gisela Stolpe, Leiterin der INA. In der Vergangenheit habe der Fokus auf Prozentzielen für Schutzgebietsausweisungen auch dazu beigetragen, dass nicht immer die für Biodiversität wertvollsten Flächen geschützt wurden. „Anhand der im Workshop entwickelten Zielvorgaben und Indikatoren zu Design, Management und sozialen Aspekten kann die Qualität und Wirkung von Schutzgebieten erstmals weltweit erfasst und bewertet werden. Damit haben wir zugleich globale Qualitätsstandards für Schutzgebiete entwickelt“, so Trevor Sandwith, Leiter des Globalen Schutzgebietsprogramms der IUCN.

Das Ergebnispapier des Workshops mit konkreten Zielvorgaben, Mindestanforderungen, Indikatoren und Messmethoden wird in die internationalen CBD-Verhandlungen eingespeist und soll andere Organisationen und Akteure zu Umsetzung und Weiterentwicklung anregen.

Das Bundesamt für Naturschutz und IUCN haben sich 2017 verpflichtet, bei der Weiterentwicklung und Umsetzung globaler Beschlüsse und Abkommen, besonders mit Bezug zu Schutzgebieten, enger zusammenzuarbeiten. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die INA, in der entsprechende Expertenworkshops und Weiterbildungen stattfinden.