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Bundesamt für Naturschutz

Auswirkungen von marinem, intermittierenden Schall sowie Dauerschall und Entwicklung einer Bewertungsgrundlage (Intermittent and Continuous Underwater Noise, ICU-NOISE)

Ressortforschungsplan
Meere
Ziel des Projektes ist es, bisher weniger beachtete Lärmquellen im Meer mit potentiell schädlichen Auswirkungen auf Meereslebewesen im Hinblick auf Vorkommen, Stärke und Wirkungen genau zu analysieren. Bei diesen Lärmquellen handelt es sich besonders um intermittierenden Lärm aus meistens schiffsgebundenen Untersuchungsmethoden, wie z.B. akustische Vergrämungsgeräte (Seal Scarer, Faunaguard), Sub-Bottom Profiler, Fächerecholote, Ultraschall-Antifoulinggeräte sowie Präzisionspositionierungssysteme (z.B. USB-L). Des weiteren sollen Bewertungsmaßstäbe und Möglichkeiten zur Minderung der Einträge durch diese Lärmquellen entwickelt werden.
Programm
Ressortforschungsplan
Bundesland
Ausschließliche Wirtschaftszone
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3525810100
Finanzvolumen (Bundesmittel)
490.000 Euro
Schematische Darstellung der Ausbreitung von Schallwellen im Meer
Schematische Darstellung der Ausbreitung von Schallwellen im Meer

Beschreibung

Hintergrund

Die deutsche Nord- und Ostsee wird bereits heute intensiv genutzt und ist durch eine Kombination von industriellen (Rohstoffgewinnung, Schifffahrt, Bauvorhaben u.a. Offshorewindparks usw.) und forschenden Aktivitäten (Erkundungsvorhaben, Kartierung von Altmunition, Kartierung der Biodiversität usw.) gekennzeichnet. Der Lebenszyklus von Offshore-Windparks erzeugt dabei eine Reihe von Aktivitäten, die Dauerschall für begrenzte Zeiträume (z.B. Versorgungsschiffe), intermittierenden Lärm (gepulste Signale während Forschungsvorhaben oder Erkundungen) oder Impulslärm (z.B. Rammungen) verursachen. Intermittierende Schallquellen sind weder als Dauerschall, z.B. kontinuierlicher Schiffslärm, noch strikt als impulsive Schallquelle, wie z.B. die Rammungen von Windkraftanlagen oder Explosionen, einzuordnen. Beispiele sind akustische Vergrämungsgeräte (sog. ADDs – Acoustic Deterrent Devices), geophysikalische Untersuchungsmethoden (Seismik und Sonare, Sub-Bottom Profiler) oder akustische Antifoulinggeräte. Alle diese Quellen erzeugen Unterwasserlärm von unterschiedlicher Intensität, Dauer, Frequenzspektren und Wirkweise auf die Fauna. Es ist derzeit unklar, wie diese Quellen in Bezug auf den Artenschutz (Tötung und Verletzung sowie erhebliche Störung) und Gebietsschutz (insb. Störung) kumulativ eingeschätzt werden können.

Projekt

Die Schwerpunkte des Projektes liegen auf der Einschätzung der Schallquellen, der Identifikation von Wissenslücken, der Erfassung von unterrepräsentierten Schallquellen auf Grundlage ihrer potentiellen Schädlichkeit und der Erstellung von Bewertungskriterien in enger Abstimmung mit dem BfN. Eine Literaturstudie soll einen schnellen und effektiven Überblick über alle intermittierenden Schallquellen, die in der Nord- und Ostsee genutzt werden, oder prognostisch bereits heute im Raum stehen, ermöglichen. Die innerhalb der Literaturstudie erfassten und bisher nicht ausreichend durch Messdaten erfassten Gerätetypen werden im Anschluss durch Feldmessungen untersucht. Um eine weitreichende Akzeptanz der Ergebnisse von ICU-NOISE zu ermöglichen, soll ein internationaler Expert*innenworkshop zur Entwicklung von Bewertungsgrundlagen und der Ableitung von Bewertungskonzepten im Bereich Unterwasserschall stattfinden.

Ausblick

Die Erfassung der mit intermittierenden Quellen einhergehenden Lärmemissionen und -charakteristika sowie die Erstellung von Bewertungskonzepten sind essentiell, um die ökologischen Auswirkungen solcher Aktivitäten zu erkennen, zu bewerten und Maßnahmen zur nachhaltigen Minimierung der negativen Auswirkungen abzuleiten. Das Projekt liefert eine Basis dafür, dass zukünftig sichergestellt werden kann, dass solche Schallquellen möglichst geringe Auswirkungen auf die Meeresnatur haben werden. 

Projektleitung

JASCO Applied Sciences (Europe) GmbH

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Fördermitteln aus dem Refoplan

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 3.3 Menschliche Einflüsse, ökologische Fragen bei marinen Vorhaben
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