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Bundesamt für Naturschutz

Benthos-Qualitätsicherung – Weiterentwicklung von Monitoringgrundlagen und methodischen Standards für benthische Arten und Lebensräume (BenthQual)

Meere
Biologische Vielfalt
In diesem vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanzierten Projekt hat es sich das Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) zur Aufgabe gemacht, wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung nicht-invasiver Erfassungsmethoden sowie Qualitätsstandards im Benthosmonitoring in der deutschen Ostsee zu schaffen.
Programm
Vollzug des Naturschutzes in der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee
Bundesland
Ausschließliche Wirtschaftszone
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3525520400
Finanzvolumen (Bundesmittel)
545.000 Euro
Projektfläche
1.550.700,0 Hektar
Dicht gepackte Miesmuschelbestände, auf denen Seepocken, Rotalgen und andere Meeresorganismen wachsen.
Miesmuschelriff
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Beschreibung

Hintergrund

Die Europäische Meerespolitik hat mit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL), der Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) sowie der Wiederherstellungsverordnung (W-VO) die Rahmenbedingungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in den europäischen Meeren geschaffen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Richtlinien betrifft den Schutz von Lebensräumen des Meeresbodens (marine Biotoptypen und Biotopkomplexe) sowie der dort lebenden benthischen Arten und Gemeinschaften. Aufgabe der EU-Mitgliedsstaaten ist es, den Zustand der benthischen Lebensräume regelmäßig zu bewerten und bei Bedarf Maßnahmen zu deren Erhalt und / oder Entwicklung, aber ggf. auch Wiederherstellung zu veranlassen. Der Erfolg des Schutzes und der Maßnahmen sind dann über geeignete Monitoringprogramme zu überwachen und zu kontrollieren.

Projekt

Im Projekt BenthQual wird eine umfassende DNA-Referenzbibliothek des Markergens Cytochrom c Oxidase I (COI) für das Makrozoobenthos der Ostsee aufgebaut, die alle bekannten Arten einschließlich Neobiota umfasst. Die Bibliothek stellt präzise genetische Referenzen bereit und ermöglicht eine zuverlässige Artidentifikation auch von juvenilen Stadien und Eiern, wodurch Effizienz und Genauigkeit der Artenbestimmung im benthischen Monitoring deutlich verbessert werden. Ergänzend werden Metabarcoding-Analysen an Sediment- und Wasserproben durchgeführt, um die Anwendbarkeit DNA-basierter Methoden zur Erfassung der benthischen Biodiversität zu evaluieren und die Referenzbibliothek praktisch zu validieren. Die Ergebnisse werden in wissenschaftlichen Publikationen sowie in internationalen Datenbanken veröffentlicht und damit dauerhaft für Forschung, Monitoring und Naturschutz verfügbar gemacht.

Ausblick

Mit der im Projekt BenthQual entwickelten COI-Referenzbibliothek wird eine zentrale Grundlage für den zukünftigen Einsatz molekularer Methoden im benthischen Monitoring der Ostsee geschaffen. Die Ergebnisse ermöglichen eine qualitätsgesicherte Integration von Metabarcoding in bestehende Monitoringprogramme, verbessern die Erfassung der Biodiversität und unterstützen eine frühzeitige Erkennung von Veränderungen und Neobiota. Langfristig trägt das Projekt damit zu einer effizienteren, umweltschonenderen und belastbareren Zustandsbewertung benthischer Lebensräume und zur Umsetzung nationaler und europäischer Naturschutzziele bei.

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Projektleitung

Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz

Kontakt im BfN:

Fachgebiet II 3.5 Monitoring mariner Biodiversität