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Bundesamt für Naturschutz

Steg in einer Sumpf- und Moorlandschaft

BirdProtect – Schutz von Bodenbrütern im Ackerbau

Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Im Ackerbau gewinnt die mechanische Beikrautregulierung an Bedeutung. Was einhergehend mit dem Verzicht auf Herbizidanwendungen aus ökologischer Sicht positiv zu sehen ist, kann zu einer Gefahr für am Boden brütenden Feldvögeln werden. Im Projekt "BirdProtect" soll daher .
Programm
Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Förderschwerpunkt
Ökosystemleistungen
Bundesland
Hessen
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3525894007
Finanzvolumen (Bundesmittel)
381.669 Euro
Eine Feldlerche hat ihr Nest aus trockenen Halmen im Getreidefeld gebaut. Vier braun-marmorierten Eier sind gut getarnt.
Gelege einer Feldlerche
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Beschreibung

Hintergrund

Im Ackerbau gewinnt die mechanische Beikrautregulierung an Bedeutung. Was einhergehend mit dem Verzicht auf Herbizidanwendungen aus ökologischer Sicht positiv zu sehen ist, gerät den am Boden brütenden Feldvögeln jedoch zum Nachteil: Moderne Hackmaschinen entfernen das Beikraut mit hoher Präzision zwischen und auch zunehmend in der Reihe ohne die Kulturpflanzen zu beschädigen. Vogelnester dagegen können bei dem Verfahren geschädigt oder zerstört werden. 

Die Bestände von am Boden brütenden Arten in der Feldflur sind stark rückläufig und Maßnahmen zu ihrem Schutz dringend geboten. Die dafür benötigte Hardware, eine Hacktechnik, die einzelne Werkzeuge automatisch ausheben kann, wird im Projekt für den Bodenbrüter-Schutz mit einem Projektpartner entwickelt.

Projekt

Das Projekt BirdProtect zielt darauf ab, Feldvögel zu schützen, die bodennah brüten und deren Bestände vor allem durch intensive Landbewirtschaftung bedroht sind. Entwickelt werden soll eine kameragestützte Nesterkennung, die die vollautomatische Aushebung der Bodenbearbeitungsmaschine, vorzugsweise des Hackgerätes oder einzelner Hackwerkzeuge auslöst und so die Nester der Bodenbrüter vor der Zerstörung bewahrt.

Eine dramatisch rückläufige Bestandesentwicklung von bodenbrütenden Feldvögeln in den vergangenen Jahrzehnten begründet die Notwendigkeit einer gegensteuernden agrartechnischen Entwicklung, nicht zuletzt, weil die intensive Landbewirtschaftung wesentlich zum Rückgang dieser Arten beigetragen hat. Eine verstärkte Bodenbearbeitung, beispielsweise mit Hackmaschinen und Striegeln ist jedoch immer dann erforderlich, wenn auf chemische Anwendungen wie Herbizide verzichtet wird. Dies ist zweifellos bei ökologischen Anbauverfahren der Fall, findet aber zunehmend auch im konventionellen Ackerbau Anwendung. Die Hacktechnik ist hoch entwickelt und beseitigt gründlich unerwünschte Beikräuter zwischen und sogar innerhalb der Reihen, was die Gefährdung der Bodenbrüter erhöht. Hinzu kommt, dass die Nester zum Schutz von Prädatoren gut getarnt sind, was die Erkennung erschwert.

Für die die Identifizierung von Nestern, Gelegen und Jungvögeln kommen verschiedene Systeme, wie Wärmebild- und Spektralkameras infrage, deren Eignung im Projekt geprüft wird. Im weiteren Verlauf wird eine Bildverarbeitungssoftware entwickelt, die die aufgenommenen Bilddaten in maschinelles Lernen umsetzt. Parallel entsteht der Mechanismus zur Unterbrechung des Hackvorgangs einzelner Werkzeuge der Maschine, nicht aber des gesamten Hackprozesses. Der Projektpartner Amazonen-Werke H. Dreyer SE & Co.KG mit seinem Tochterunternehmen Schmotzer verfügt über entsprechendes Knowhow und anpassbare Hardware und stellt beides zur Weiterentwicklung zur Verfügung.

Ausblick

Zukünftig sollen Landwirt*innen die automatisierte Aushebetechnik ohne Beeinträchtigung in den Arbeitsprozess integrieren können. Die chemische Beikrautregulierung wird auf naturschützende Weise substituiert. Lebensraumvernetzung und Biodiversität werden gestärkt und zugleich eine umfassende Kartierung bedrohter Arten ermöglicht. Durch das Projekt soll in der Öffentlichkeit, bei Umweltverbänden und landwirtschaftlichen Betrieben mehr Bewusstsein für den Schutz bodenbewohnender Feldvögel entwickelt werden.

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Projektleitung

Universität Kassel (Fachgebiet Agrartechnik)

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)

Kontakt

Programmbüro Bundesprogramm Biologische Vielfalt
0228 3821-1809
Heinrich-Konen-Str. 1, 53227 Bonn