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Bundesamt für Naturschutz

Die deutsche Nord- und Ostsee vor über 100 Jahren

Ressortforschungsplan
Meere
Ziel des Vorhabens ist die Erstellung einer „Historical Baseline“ der Nord- und Ostsee von vor über 100 Jahren mit Fokus auf das Gebiet, welches die heutige deutsche AWZ umfasst sowie auf verschollene oder heute selten gewordene Schlüsselarten, wie beispielsweise Haie und Rochen.
Programm
Ressortforschungsplan
Bundesland
Ausschließliche Wirtschaftszone
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3524850100
Finanzvolumen (Bundesmittel)
300.000 Euro
Nagelrochen auf dem Meeresboden
Der Nagelrochen - einst eine der häufigsten Arten der europäischen Meere, seit 1980 im Wattenmeer durch Überfischung nahezu ausgestorben

Beschreibung

Hintergrund

Die Wiederherstellung und Aufwertung mariner Ökosysteme sind zentrale Bestandteile mehrerer Richtlinien und Strategien zum Meeresnaturschutz. Um dies angehen zu können, bedarf es fundierten Wissens darüber, was genau der natürliche Zustand eines Ökosystems oder Naturraums gewesen ist. Zum Teil haben wir nur ein sehr vages Bild davon, wie der naturnahe Zustand von Nord- und Ostsee ausgesehen haben könnte. Mit Hilfe dieses Bildes definiert sich allerdings auch die „Environmental Baseline“, an der verschiedene Schutzziele orientiert sind. Dafür bedarf es fundierten Wissens über das Artinventar der Nord- und Ostsee vor über 100 Jahren und es ist von großer Bedeutung, das Bild der ursprünglichen Nord- und Ostsee so weit wie möglich zu schärfen. Die Diversität und Abundanz des Lebens im Meer wird voraussichtlich nicht wieder so hergestellt werden können, wie sie vor dem Eingriff des Menschen in diese sensiblen Ökosysteme gewesen sind. Allerdings ist eine fundierte „Historical Baseline“ der Nord- und Ostsee essenziell dafür, angemessene Wiederherstellungskonzepte und Ziele zu definieren, die einen möglichst natürlichen oder zumindest naturnahen Zustand unserer Meere anstreben. Auch Kompensationsansprüche können mit Hilfe dieser Informationen zielgerichteter definiert werden.

Projekt

Das Projekt wird zunächst für das Vorhaben primär relevante Arten identifizieren. Diese werden aus den Artengruppen Fische, Marine Säugetiere, Vögel und benthische Organismen ausgewählt. Hierzu zählen auch Arten welche nach OSPAR, HELCOM oder nationaler Roter Liste als gefährdet eingestuft sind. Im Rahmen des Projektes wird eine Auswahl an Arten detaillierter bearbeitet werden. Zur Analyse von Diversität und Verbreitung werden verschiedene historische Quellen herangezogen. Zeitlich sollen die Quellen so weit wie möglich zurückreichen und Wege gefunden werden, eine Vergleichbarkeit herzustellen. Besonders weit zurückreichende Quellenangaben werden jedoch anekdotischer Natur bleiben. Es sollen Rückschlüsse über das ursprüngliche Artinventar, die Verbreitung und Abundanz verschiedener Arten sowie Einflüsse auf das Ökosystem gezogen und der historische Zustand der deutschen Nord- und Ostsee mit dem aktuellen verglichen werden. 

Ausblick

Als Projektergebnis soll ein gemeinsames Bild der historischen Ökosysteme von Nord- und Ostsee entstehen. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang vor allem die heutzutage gefährdeten und fischereilich nicht-kommerziell genutzte Arten. Die Ergebnisse können wichtige Bausteine und Orientierungspunkte für Wiederansiedlungs- und Wiederherstellungsprojekte sein. 

Projektleitung

Ecologic Institut gemeinnützige GmbH

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Fördermitteln aus dem Refoplan

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 3.3 Menschliche Einflüsse, ökologische Fragen bei marinen Vorhaben
Fachgebiet II 3.4 Marine Fischfauna und ökologische Auswirkungen der Fischerei
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