Erfassung von marinen Wirbeltieren (Säugetiere und Seevögel) in der deutschen AWZ mit Hilfe digitaler Erfassungsmethoden (Videoerfassungen) zur Digitalisierung mariner Biodiversitätsdaten am BfN (DIGIMON)
Beschreibung
Hintergrund
Die Erfassung von Seevögeln und Meeressäugetieren ist ein zentraler Bestandteil des marinen Biodiversitätsmonitorings in der deutschen AWZ. Die Zuständigkeit hierfür liegt beim Bund, vertreten durch das BMUKN und das BfN. Das Monitoring ist gesetzlich verankert, insbesondere gemäß § 6 Abs. 4 sowie § 56 ff. BNatSchG. Digitale Geodaten bilden die Grundlage für die Bewertung des Erhaltungszustands geschützter Arten und Lebensräume. Mit dem Ausbau der Offshore-Windenergie steigt der Bedarf an belastbaren, standardisierten und flächendeckenden Monitoringdaten. Digitale Erfassungsmethoden erlauben Flüge in größerer Höhe und stellen eine sicherere Alternative zu klassischen Verfahren dar. Diese Methoden sind bereits im Standarduntersuchungskonzept des BSH verankert. Das Projekt baut auf bestehenden Monitoringstrukturen auf und führt diese mit hochauflösenden Videoaufnahmen fort. Die gewonnenen Daten dienen der Ableitung von Indikatoren für Umweltzustand und Trends. Gleichzeitig unterstützen sie die Bewertung von Eingriffen in die Meeresnatur. Die Digitalisierung erleichtert zudem die Veröffentlichung und Weiterverwendung der Daten.
Projekt
Das Projekt gliedert sich in mehrere Komponenten:
- Digitale Flugsurveys zur Erfassung von Seevögeln und Meeressäugetieren mittels flugzeuggestützter Videoaufnahmen mit
≥ 2 cm Bodenauflösung entlang festgelegter Transekte in Nord- und Ostsee, durchgeführt nach saisonalem Flugplan. - Auswertung und Datenabgabe einschließlich Sichtung und Artbestimmung der Videodaten, Qualitätssicherung und Dokumentation der Erkennungswahrscheinlichkeiten sowie Lieferung von Rohdaten, Bildkacheln, Tabellen, Metadaten und Berichten im BfN-/BSH-Format.
Ausblick
DIGIMON stärkt langfristig die digitale Grundlage des marinen Biodiversitätsmonitorings in der deutschen AWZ. Die Ergebnisse ermöglichen belastbare Trendanalysen und eine bessere Bewertung kumulativer Effekte, insbesondere durch Offshore-Windparks. Perspektivisch können die Methoden auf weitere Artengruppen oder Meeresgebiete übertragen werden.