Grüne Netze - Praxisorientierte Methodenvielfalt im ökologischen Trassenmanagement
Beschreibung
Hintergrund
Deutschlands Wälder werden von tausenden Kilometern Stromtrassen durchzogen. Bisher bedeutete deren Pflege oft starke Eingriffe: Forstmulcher schufen vegetationsfreie Schneisen, die für viele Arten nicht nutzbar sind. Das Projekt „Grüne Netze“ bricht mit dieser Praxis.
Durch ökologisches Trassenmanagement (öTm) entstehen strukturreiche Lebensräume wie Heiden, Trockenrasen und gestufte Waldsäume und machen solche Korridore zu wertvollen Biotopverbünden. Diese dienen als Trittsteine für bedrohte Arten wie Heidelerche oder Zauneidechse.
Projekt
Im Projekt „Grüne Netze – Praxisorientierte Methodenvielfalt im ökologischen Trassenmanagement“ werden Maßnahmen des ökologischen Trassenmanagements (öTm) entlang waldquerender Hoch- und Höchstspannungstrassen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Thüringen entwickelt und erprobt. Damit soll dazu beigetragen werden, ökologische Trassenpflege als praxistauglichen und dauerhaft anwendbaren Standard in der Betriebsführung von Netzbetreibern zu etablieren.
Hierfür werden Netzbetreiber, Fachbehörden und Flächeneigentümer*innen mit Fachwissen, Werkzeugen und praxisnahen Anwendungshilfen unterstützt, um öTm-Maßnahmen eigenständig und kooperativ umsetzen zu können. Neben der fachlichen Begleitung regulärer Pflegemaßnahmen werden zusätzliche Naturschutzmaßnahmen initiiert, die bislang nicht Bestandteil der Trassenunterhaltung sind, jedoch einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Aufwertung und zum Biotopverbund leisten sollen.
Ein wichtiger Baustein ist die Weiterentwicklung des Konzepts „Natur auf Zeit“. Dadurch sollen Netzbetreiber mehr Handlungssicherheit erhalten und die Sorge reduziert werden, dass die Rückkehr geschützter Arten notwendige Bau- oder Instandhaltungsmaßnahmen dauerhaft einschränken könnte.
Darüber hinaus werden nachhaltige organisatorische und technische Strukturen geschaffen, die eine langfristige Verankerung des öTm unterstützen. Gleichzeitig soll die sichtbare ökologische Aufwertung von Trassenräumen die gesellschaftliche Akzeptanz der Strominfrastruktur stärken.
Maßnahmen
- Auswahl von Projektflächen im Bereich von Hoch- und Höchstspannungstrassen sowie Festlegung standortspezifischer Entwicklungsziele
- Entwicklung eines digitalen öTm-Baukastens mit Szenarien-Modus, der über die Projektlaufzeit hinaus als praxisorientierter Handlungsleitfaden zur Planung und Umsetzung des öTm dient
- Fachliche Begleitung der Netzbetreiber bei der Umsetzung von öTm-Maßnahmen auf ausgewählten Modellflächen sowie modellhafte Umsetzung ergänzender Maßnahmen durch die Projektpartner. Begleitendes Monitoring und kontinuierliche Weiterentwicklung des öTm-Baukastens auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse
- Aufbau und Pflege eines bundeslandübergreifenden Netzwerks relevanter öTm-Akteur*innen zum Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie Unterstützung regionaler Praxisnetzwerke für die Umsetzung vor Ort
- Durchführung zielgruppenspezifischer Öffentlichkeitsarbeit für die allgemeine Öffentlichkeit sowie für Fachakteur*innen im Umfeld des öTm
- Entwicklung und Einsatz eines praxisorientierten Demonstrations- und Weiterbildungssystems als zentrales Instrument der Projektarbeit. Durch visuelle Methoden, Anwendungshilfen und anschauliche Praxisbeispiele unterstützt es die Maßnahmenentwicklung und -umsetzung sowie die Wissensvermittlung und Ergebnisdarstellung gegenüber Fachöffentlichkeit und Bevölkerung.
Ausblick
Die Verstetigung der Projekterfolge wird maßgeblich dadurch gewährleistet, dass sowohl die Netzbetreiber als auch forstliche Pflegefirmen aktiv am Projekt beteiligt sind. Nach Projektende stehen diesen ein Handbuch und der digitale öTm-Baukasten sowie Planungen für die Potenzialflächen zur Verfügung, die den Übergang zwischen Projekt und eigenständiger Umsetzung erleichtern.