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Bundesamt für Naturschutz

Grüne Netze - Praxisorientierte Methodenvielfalt im ökologischen Trassenmanagement

Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Stromtrassen werden zu Lebensadern: Im Projekt werden rund 250 Hektar Trassenkorridore zu wertvollen Biotopverbünden für bedrohte Arten entwickelt – mit digitalem Werkzeugkasten für eine bundesweite Umsetzung.
Programm
Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Förderschwerpunkt
Weitere Maßnahmen
Bundesland
Brandenburg
Mecklenburg-Vorpommern
Sachsen
Thüringen
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
352489401A-E
Finanzvolumen (Bundesmittel)
7.694.266 €
Luftaufnahme einer Wald- und Feldlandschaft zerschnitten von einer breiten Stromtrasse mit mehreren Hochspannungsmasten, daneben ein kleines Dorf und Straßen.
Stromtrasse mit Maßnahmen des ökologischen Trassenmanagements (öTm)

Beschreibung

Hintergrund

Deutschlands Wälder werden von tausenden Kilometern Stromtrassen durchzogen. Bisher bedeutete deren Pflege oft starke Eingriffe: Forstmulcher schufen vegetationsfreie Schneisen, die für viele Arten nicht nutzbar sind. Das Projekt „Grüne Netze“ bricht mit dieser Praxis.

Durch ökologisches Trassenmanagement (öTm) entstehen strukturreiche Lebensräume wie Heiden, Trockenrasen und gestufte Waldsäume und machen solche Korridore zu wertvollen Biotopverbünden. Diese dienen als Trittsteine für bedrohte Arten wie Heidelerche oder Zauneidechse. 

Projekt

Im Projekt „Grüne Netze – Praxisorientierte Methodenvielfalt im ökologischen Trassenmanagement“ werden Maßnahmen des ökologischen Trassenmanagements (öTm) entlang waldquerender Hoch- und Höchstspannungstrassen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Thüringen entwickelt und erprobt. Damit soll dazu beigetragen werden, ökologische Trassenpflege als praxistauglichen und dauerhaft anwendbaren Standard in der Betriebsführung von Netzbetreibern zu etablieren.

Hierfür werden Netzbetreiber, Fachbehörden und Flächeneigentümer*innen mit Fachwissen, Werkzeugen und praxisnahen Anwendungshilfen unterstützt, um öTm-Maßnahmen eigenständig und kooperativ umsetzen zu können. Neben der fachlichen Begleitung regulärer Pflegemaßnahmen werden zusätzliche Naturschutzmaßnahmen initiiert, die bislang nicht Bestandteil der Trassenunterhaltung sind, jedoch einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Aufwertung und zum Biotopverbund leisten sollen.

Ein wichtiger Baustein ist die Weiterentwicklung des Konzepts „Natur auf Zeit“. Dadurch sollen Netzbetreiber mehr Handlungssicherheit erhalten und die Sorge reduziert werden, dass die Rückkehr geschützter Arten notwendige Bau- oder Instandhaltungsmaßnahmen dauerhaft einschränken könnte.

Darüber hinaus werden nachhaltige organisatorische und technische Strukturen geschaffen, die eine langfristige Verankerung des öTm unterstützen. Gleichzeitig soll die sichtbare ökologische Aufwertung von Trassenräumen die gesellschaftliche Akzeptanz der Strominfrastruktur stärken.

Maßnahmen

  • Auswahl von Projektflächen im Bereich von Hoch- und Höchstspannungstrassen sowie Festlegung standortspezifischer Entwicklungsziele
  • Entwicklung eines digitalen öTm-Baukastens mit Szenarien-Modus, der über die Projektlaufzeit hinaus als praxisorientierter Handlungsleitfaden zur Planung und Umsetzung des öTm dient
  • Fachliche Begleitung der Netzbetreiber bei der Umsetzung von öTm-Maßnahmen auf ausgewählten Modellflächen sowie modellhafte Umsetzung ergänzender Maßnahmen durch die Projektpartner. Begleitendes Monitoring und kontinuierliche Weiterentwicklung des öTm-Baukastens auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse
  • Aufbau und Pflege eines bundeslandübergreifenden Netzwerks relevanter öTm-Akteur*innen zum Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie Unterstützung regionaler Praxisnetzwerke für die Umsetzung vor Ort
  • Durchführung zielgruppenspezifischer Öffentlichkeitsarbeit für die allgemeine Öffentlichkeit sowie für Fachakteur*innen im Umfeld des öTm
  • Entwicklung und Einsatz eines praxisorientierten Demonstrations- und Weiterbildungssystems als zentrales Instrument der Projektarbeit. Durch visuelle Methoden, Anwendungshilfen und anschauliche Praxisbeispiele unterstützt es die Maßnahmenentwicklung und -umsetzung sowie die Wissensvermittlung und Ergebnisdarstellung gegenüber Fachöffentlichkeit und Bevölkerung.

Ausblick

Die Verstetigung der Projekterfolge wird maßgeblich dadurch gewährleistet, dass sowohl die Netzbetreiber als auch forstliche Pflegefirmen aktiv am Projekt beteiligt sind. Nach Projektende stehen diesen ein Handbuch und der digitale öTm-Baukasten sowie Planungen für die Potenzialflächen zur Verfügung, die den Übergang zwischen Projekt und eigenständiger Umsetzung erleichtern.

Projektleitung

Landschaftspflegeverband - Westsachsen e.V., Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e.V., Naturforschende Gesellschaft Altenburg, Helversen´sche Stiftung für Arten- und Biotopschutz, Rewilding Oder Delta e.V.,

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) sowie durch 50Hertz Transmission GmbH

Kontakt

Programmbüro Bundesprogramm Biologische Vielfalt
0228 3821-1809
Heinrich-Konen-Str. 1, 53227 Bonn
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