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Bundesamt für Naturschutz

Steg in einer Sumpf- und Moorlandschaft

HessenHamster: Zukunftsfähige Wildvorkommen des Feldhamsters in Hessen und Rheinhessen - Wilde Wetterau

Nationales Artenhilfsprogramm
Ziel des Projektes ist die Sicherung und Entwicklung der westdeutschen oberrheinischen Feldhamstervorkommen durch eine koordinierte Kombination aus in situ- und ex situ-Maßnahmen. Im Projekt werden lebensraumaufwertende Maßnahmen sowie Zucht- und Auswilderungsmaßnahmen in zwei hessischen Schwerpunkträumen umgesetzt.
Programm
Nationales Artenhilfsprogramm
Bundesland
Hessen
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3526AHP02A-B
Finanzvolumen (Bundesmittel)
2.108.510 €
Feldhamster verlässt eine Lebendfalle und kommt in ein grünes Getreidefeld. Um ihn herum ist ein nach unten offener Käfig.
Auswilderung eines Feldhamsters
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Beschreibung

Hintergrund

Der Feldhamster gilt laut IUCN seit 2020 als weltweit vom Aussterben bedroht. Auch die hessischen Bestände sind in den letzten Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Klimawandel, genetische Verarmung sowie ungünstige Bedingungen auf landwirtschaftlichen Flächen machen dem Feldhamster zu schaffen. Durch die genannten Faktoren verringert sich die Reproduktionsrate und es ergibt sich ein sich selbst verstärkender Aussterbestrudel. Der Großteil der hessischen Vorkommen befindet sich daher in einem schlechten Erhaltungszustand. Trotzdem liegen in Hessen noch die wichtigsten Verbreitungsschwerpunkte der Art in Westdeutschland, was auf das bereits langjährige Engagement und die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zurückzuführen ist. 

Projekt

Das Verbundvorhaben „HessenHamster“ ist ein bundeslandübergreifendes Umsetzungsprojekt für den vom Aussterben bedrohten Feldhamster (Cricetus cricetus), eine nach FFH-Richtlinie streng geschützte Art und laut IUCN akut gefährdet. Unter Leitung der AG Feldhamsterschutz der HGON e. V. wird das Projekt gemeinsam mit Partnern aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg umgesetzt. Grundlage ist der BfN-Leitfaden für Zucht- und Wiederansiedlungsmaßnahmen. Durch abgestimmte Zuchtprogramme an mehreren Standorten sowie koordinierte Auswilderungen wird der genetischen Verarmung isolierter Populationen entgegengewirkt. 

Im Schwerpunktgebiet Wetterau, dem wichtigsten Verbreitungsschwerpunkt in Westdeutschland, sollen bestehende, jedoch stark geschwächte Populationen durch Lebensraumaufwertung und Bestandsstützung stabilisiert werden. Im zweiten Schwerpunktgebiet (Main-Taunus-Kreis/Wiesbaden) wird ein stark isoliertes Reliktvorkommen gesichert und durch Wiederansiedlungen in angrenzenden Räumen ergänzt. Durch die Bündelung der Teilprojekte entstehen Synergien in Zucht, Maßnahmenumsetzung und Akteursvernetzung. Gleichzeitig ermöglicht dieser Ansatz, unterschiedliche Ausgangssituationen gezielt zu adressieren. Die enge Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Jägerschaft, Behörden und Kommunen sowie die Entwicklung abgestimmter Maßnahmenkulissen sind zentrale Erfolgsfaktoren für die nachhaltige Stabilisierung der Art.

Ausblick

Die im Projekt generierten Ergebnisse leisten einen direkten Beitrag zum praktischen Artenschutz des Feldhamsters sowie zur Weiterentwicklung bundesweiter Schutzstrategien. Die erprobten Ansätze zur Kombination von Lebensraumaufwertung und genetischem Management werden wissenschaftlich begleitet, evaluiert und als Best-Practice Modelle aufbereitet. Dadurch entsteht ein praxisnaher Methodenkatalog für zukünftige Artenhilfsprogramme. Insgesamt werden die Projektergebnisse sowohl operativ im Naturschutz umgesetzt als auch strategisch für Forschung, Planung und Politik nutzbar gemacht und tragen so zur nachhaltigen Sicherung der Art bei.

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Projektleitung

Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V., Landschaftspflegeverband Main-Taunus e.V.

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Fördermitteln aus dem Nationalen Artenhilfsprogramm

Kontakt

Programmbüro Nationales Artenhilfsprogramm
0228 3821-1809
Heinrich-Konen-Str.1, 53227 Bonn