Horizon Scanning synthetische Biologie, gentechnisch veränderte Mikroorganismen
Beschreibung
Hintergrund
Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) werden vor ihrer Freisetzung in die Umwelt auf Risken geprüft. Damit sollen entsprechend dem Vorsorgeprinzip, mögliche Auswirkungen und Risken für die Umwelt frühzeitig identifiziert werden. Die Umweltrisikoprüfung ist über die Freisetzungsrichtlinie 2001/18/EC geregelt. Für gentechnisch veränderte Mikroorganismen (GVM) wird derzeit über eine Anpassung der Regulierung diskutiert.
Bei diesen GVM handelt es sich unter anderem um Bakterien, Viren, Mikroalgen, Einzeller und niedere Pilze, die nicht als Lebens‑ oder Futtermittel verwendet, sondern gezielt in die Umwelt freigesetzt werden sollen. Das Wissen zur biologischen Vielfalt von Mikroorganismen, der Zusammensetzung von mikrobiellen Lebensgemeinschaften und ihrer Rolle bei einer ganzheitlichen Betrachtung von Ökosystemen ist gering. Wegen der essentiellen Funktionen von Mikroorganismen in Ökosystemen ist es von großer Bedeutung geeignete Risikobewertungskonzepte für die Freisetzung von GVM zu entwickeln, da diese Konzepte zum großen Teil auf die Risikobewertung von GV-Pflanzen ausgelegt sind.
Zielsetzung
Im Rahmen von Workshops und qualitativen Interviews werden mithilfe von Expert*innen aktuelle GVM-Anwendungen identifiziert und Risikohypothesen zur Umweltwirkung von GVM analysiert. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens werden in Form von wissenschaftlichen Artikeln in Fachzeitschriften veröffentlicht.