HuMI – Hummel-Monitoring und Information
Beschreibung
Hintergrund
Insekten erbringen zentrale Ökosystemleistungen und sind für funktionierende Ökosysteme unverzichtbar. Besonders Wildbienen sichern die Bestäubung vieler Wild- und Kulturpflanzen und leisten einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Landwirtschaft. Für ihren wirksamen Schutz sind belastbare Daten zur Bestandsentwicklung erforderlich. Das Projekt konzentriert sich auf Hummeln (Bombus spp.), eine ökologisch bedeutsame und vergleichsweise gut erfassbare Bestäubergruppe. Der starke Rückgang flugaktiver Insekten unterstreicht den Handlungsbedarf. Nationale und europäische Strategien fordern daher den Ausbau langfristiger Monitoringprogramme. Hummeln eignen sich hierfür besonders, da sie auch von Freiwilligen zuverlässig erfasst werden können und großes Potenzial für Umweltbildung bieten.
Projekt
Im Projekt „HuMI“ arbeiten die Deutsche Wildtier Stiftung (DWS) und das Helmholtzzentrum für Umweltforschung (UFZ) zusammen, um erstmals ein bundesweites, standardisiertes Hummel-Monitoring mit Bürgerbeteiligung aufzubauen und zugleich das Bewusstsein für die Bedeutung wildlebender Bestäuber zu stärken. Das Projekt startet 2026 mit einer Pilotphase in Berlin und Brandenburg und wird ab 2028 bundesweit ausgeweitet.
Kern des Vorhabens ist ein Citizen-Science-Monitoring zur Erfassung der Bestandssituation und -entwicklung von Hummeln auf repräsentativen Flächen der Normallandschaft. Geschulte Freiwillige erfassen die Daten mithilfe standardisierter Transektbegehungen, die regelmäßig zwischen März und September stattfinden. So entsteht erstmals ein langfristiger Datensatz, der belastbare Aussagen zur Entwicklung von Hummelpopulationen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene ermöglicht. Ergänzend wird ein Expert:innen-Monitoring auf ökologisch besonders wertvollen Flächen eingerichtet, um Wissenslücken zur Verbreitung seltener und gefährdeter Hummelarten zu schließen.
Ein weiteres Ziel ist der Aufbau eines langfristigen Netzwerks freiwilliger Hummel-Kenner:innen. Dieses sichert nicht nur die Datenerhebung, sondern wirkt als Multiplikator in die Gesellschaft. Die Teilnahme am Monitoring steht allen Interessierten offen und wird durch Schulungen sowie fachliche Begleitung unterstützt. Parallel etabliert die DWS mit „Hummeln machen Schule“ ein Bildungs- und Informationsprogramm, das Wissen über Hummeln, Wildbienen, ihre Lebensräume und ihren Schutz vermittelt. Die Angebote stärken unter anderem Kompetenzen für eine bestäuberfreundliche Gestaltung und Pflege von Grünflächen. Zudem vernetzt das Projekt bestehende Initiativen im Wildbienenschutz und fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, Naturschutz, Behörden und Bürger*innen. Im Rahmen einer „Spezies-Botschafter-Initiative“ übernehmen Politikerinnen aus Landes- und Bundesparlamenten Patenschaften für ausgewählte Hummelarten und werben öffentlich für deren Schutz.
HuMI verbindet wissenschaftlich fundiertes Biodiversitätsmonitoring mit Umweltbildung, Vernetzung und gesellschaftlicher Beteiligung. Das Projekt schafft die Grundlage für ein langfristiges Hummel-Monitoring in Deutschland und stärkt zugleich Wissen, Wertschätzung und Engagement für den Schutz wildlebender Bestäuber und der biologischen Vielfalt.
Ausblick
Das Projekt legt die Grundlage für ein dauerhaftes Hummel-Monitoring in Deutschland, das über die Förderlaufzeit hinaus fortgeführt werden soll. Durch den kontinuierlichen Ausbau des Netzwerks freiwilliger Beobachter*innen sollen mehr Menschen Hummeln beobachten, bestimmen und ihre Funde melden. Zugleich motiviert das Projekt, hummelfreundliche Lebensräume in Gärten, Kommunen und der Landschaft zu schaffen. Als sympathische Flagschiffarten stehen Hummeln stellvertretend für den Schutz vielfältiger Lebensräume, von dem zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten profitieren.