Telemetrie von Seevögeln als Monitoring-Instrument für marine Ökosysteme (MONTRACK)
Beschreibung
Hintergrund
Seevögel stehen an der Spitze mariner Nahrungsnetze und reagieren sensibel auf Veränderungen der Meeresumwelt. Das bestehende Monitoring basiert überwiegend auf schiffs- und flugzeuggestützten Erfassungen, die vor allem Momentaufnahmen liefern. Telemetrische Verfahren ermöglichen dagegen hochaufgelöste, individuelle Langzeitdaten zu Raumnutzung, Aktivität und Verhalten. Solche Daten erlauben die Identifikation von Schlüsselgebieten sowie Aussagen zu deren Funktionalität, Stabilität und Konnektivität. Veränderungen in Nahrungssuche oder Aufenthaltsmustern liefern frühe Hinweise auf ökologische Veränderungen. Zudem lassen sich Effekte anthropogener Nutzungen wie Offshore-Windenergie oder Schifffahrt detailliert analysieren. Frühere Projektphasen (MONTRACK I und II) haben das Potenzial dieser Methoden bereits belegt. Die folgende Projektphase (MONTRACK III) baut darauf auf und erweitert die Datengrundlage systematisch über mehrere Jahre. Ergänzend wird der Bruterfolg zentraler Indikatorarten auf Helgoland erfasst. Damit entsteht eine integrierte Basis für Bewertung, Management und Berichterstattung im marinen Naturschutz.
Projekt
Das Projekt gliedert sich in mehrere Komponenten:
- Telemetrie Basstölpel & Trottellummen (Helgoland)
- Telemetrie Silber- & Heringsmöwen (Nordseeküste)
- Telemetrie Silber- & Heringsmöwen (Ostseeküste)
- Telemetrie Zwergmöwen (östliche Ostsee)
- Bruterfolgsmonitoring Helgoland
- Synthese, Indikatorenentwicklung, Integration ins Standardmonitoring.
Ausblick
Das Projekt liefert ein praxistaugliches Telemetrie-Monitoringkonzept für marine Topprädatoren. Die entwickelten Indikatoren sind langfristig in nationale Monitoringprogramme integrierbar. Die Ergebnisse unterstützen Managementmaßnahmen, marine Raumplanung und zukünftige Forschungsvorhaben.