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Bundesamt für Naturschutz

Telemetrie von Seevögeln als Monitoring-Instrument für marine Ökosysteme (MONTRACK)

Meere
Monitoring
Das BfN forscht
MONTRACK untersucht die Raumnutzung, das Verhalten und den Bruterfolg ausgewählter Seevogelarten mithilfe telemetrischer Methoden als Ergänzung des bestehenden marinen Biodiversitätsmonitorings. Ziel ist die Weiterentwicklung belastbarer Monitoring-Indikatoren zur Bewertung des Zustands der Nord- und Ostsee unter natürlichen und anthropogenen Einflüssen. Die Ergebnisse dienen unmittelbar der Erfüllung nationaler und europäischer Berichtspflichten (u. a. MSRL, VRL, FFH-RL).
Programm
Vollzug des Naturschutzes in der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee
Bundesland
Ausschließliche Wirtschaftszone
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3521532203
Projektfläche
788.354 Euro
Ein Basstölpel von der Brutpopulation auf der Insel Helgoland wird mit einem Sender ausgestattet.
Besenderung eines Basstölpels auf der Insel Helgoland
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Beschreibung

Hintergrund

Seevögel stehen an der Spitze mariner Nahrungsnetze und reagieren sensibel auf Veränderungen der Meeresumwelt. Das bestehende Monitoring basiert überwiegend auf schiffs- und flugzeuggestützten Erfassungen, die vor allem Momentaufnahmen liefern. Telemetrische Verfahren ermöglichen dagegen hochaufgelöste, individuelle Langzeitdaten zu Raumnutzung, Aktivität und Verhalten. Solche Daten erlauben die Identifikation von Schlüsselgebieten sowie Aussagen zu deren Funktionalität, Stabilität und Konnektivität. Veränderungen in Nahrungssuche oder Aufenthaltsmustern liefern frühe Hinweise auf ökologische Veränderungen. Zudem lassen sich Effekte anthropogener Nutzungen wie Offshore-Windenergie oder Schifffahrt detailliert analysieren. Frühere Projektphasen (MONTRACK I und II) haben das Potenzial dieser Methoden bereits belegt. Die folgende Projektphase (MONTRACK III) baut darauf auf und erweitert die Datengrundlage systematisch über mehrere Jahre. Ergänzend wird der Bruterfolg zentraler Indikatorarten auf Helgoland erfasst. Damit entsteht eine integrierte Basis für Bewertung, Management und Berichterstattung im marinen Naturschutz.

Projekt

Das Projekt gliedert sich in mehrere Komponenten:

  • Telemetrie Basstölpel & Trottellummen (Helgoland)
  • Telemetrie Silber- & Heringsmöwen (Nordseeküste)
  • Telemetrie Silber- & Heringsmöwen (Ostseeküste)
  • Telemetrie Zwergmöwen (östliche Ostsee)
  • Bruterfolgsmonitoring Helgoland
  • Synthese, Indikatorenentwicklung, Integration ins Standardmonitoring.

Ausblick

Das Projekt liefert ein praxistaugliches Telemetrie-Monitoringkonzept für marine Topprädatoren. Die entwickelten Indikatoren sind langfristig in nationale Monitoringprogramme integrierbar. Die Ergebnisse unterstützen Managementmaßnahmen, marine Raumplanung und zukünftige Forschungsvorhaben.

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Projektleitung

Forschungs- und Technologiezentrum (FTZ) Westküste

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 3.5 Monitoring mariner Biodiversität