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Bundesamt für Naturschutz

Wilde Essbare Stadt

Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Siedlungsbereich
Das Projekt "Wilde Essbare Stadt" befähigt Menschen dazu, ihr Lebensumfeld durch Gemeinschaftsgärtnern im öffentlichen
Raum mitzugestalten und dabei einen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt zu leisten.
Programm
Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Förderschwerpunkt
Stadtnatur
Bundesland
Bayern
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3525894009
Finanzvolumen (Bundesmittel)
374.668 €
Ein Garten im urbanen Raum. Mit vielen blühenden Pflanzen und Strukturen als Unterschlupf für Kleintiere und Insekten
Grüne Oase in der Stadt

Beschreibung

Hintergrund

In der öffentlichen Wahrnehmung ist Biodiversität wenig präsent, das gilt besonders für den urbanen Bereich. Zugleich wird der öffentliche Raum in Städten oft als wenig attraktiv und mitgestaltbar empfunden. Beides hängt mit fehlender Identifikation und Zugängen zusammen. Hier setzt das Projekt an: Der öffentliche Stadtraum bietet große Potenziale als Begegnungs-, Lern- und Naturerfahrungsorte, zum Anbau von Lebensmitteln und für Lebensräume und Trittsteinbiotope. Gemeinsames Gärtnern bietet dazu einen vielversprechenden Zugang: Wer gärtnert, spürt Selbstwirksamkeit und erhält Zugang zu den Zusammenhängen in der Natur. Wer mit anderen gärtnert, erfährt Gemeinschaft und Teilhabe. Wer erlebt, dass Veränderung möglich ist, beginnt weiterzudenken und zu handeln.

Projekt

Im Projekt "Wilde Essbare Stadt" setzen wir auf Beteiligung, auf Nachbarschaft, auf geteilte Verantwortung, um die Vielfalt des Lebens im städtischen Raum zu fördern. Menschen gestalten ihre Umwelt selbst – nicht als Expert*innen, sondern als Bürger*innen mit Wissen, Neugier und Tatkraft. Wir unterstützen sie dabei, öffentliche Flächen in Nürnberg zusammen mit und für ihre Nachbarschaft zu öffentlich zugänglichen Naschgärten umzuwidmen und gemeinschaftlich zu pflegen. Dazu soll mit der Stadtverwaltung ein transparentes partizipatives Vorgehen entwickelt werden, mit dem unbürokratisch öffentliche Naschgärten in Nürnberg entstehen können. Durch Beratung und Befähigung sollen Hürden abgebaut werden. Mit dem „Naschgartenamt“ eröffnen wir eine Anlaufstelle für alle, die Fragen und Unterstützungsbedarf rund um Gartenthemen, Gruppenfindung und Selbstorganisation, Beteiligung und Stadtgestaltung haben.

Die bestehenden Gemeinschaftsgärten der Essbaren Stadt Nürnberg werden zu vielfältigen ökologischen Lern- und Erlebnisräumen weiterentwickelt. Durch gezielte Maßnahmen wie das Anlegen von Kleinstrukturen – etwa Totholzhaufen, Wildhecken oder Sandarien – entstehen im städtischen Raum neue Trittsteine für Tiere und Pflanzen. Die Gärten werden so zu konkreten Lebensräumen und zu Bildungsorten, an denen ökologische Zusammenhänge erfahrbar werden. In der Workshopreihe „GartenWerkstatt“ werden bedarfsorientiert und handlungswirksam Wissen und Fähigkeiten rund um biodiversitätsförderndes Gärtnern in der Stadt vermittelt. In der „WandelWerkstatt“ wird sicht- und erfahrbar, in welchen Zusammenhängen die Biodiversität(skrise) steht. In verschiedenen Formaten werden gesellschaftliche, politische und ökologische Zusammenhänge vermittelt und bewusste Konsumentscheidungen gefördert.

Aus den Erfahrungen im Projekt entwickeln wir Materialien, Anleitungen und Leitfäden, die auch in anderen Städten zur Nachahmung inspirieren und Wissen weitergeben. Stadtbewohner*innen werden befähigt, die Bedeutung von Biodiversität zu verstehen und selbst aktiv zu deren Förderung beizutragen. Dieses Wissen schafft Bewusstsein – und damit die Grundlage dafür, dass mehr Menschen Verantwortung für ihre Umwelt und ihr eigenes Handeln übernehmen und auch auf gesellschaftlicher und politischer Ebene den nötigen Wandel fordern und anstoßen, den wir brauchen, um dem gravierenden Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken.

Ausblick

Durch die Zusammenarbeit mit der Nürnberger Stadtverwaltung sollen zukunftsfähige Strukturen für urbanes Gärtnern entwickelt werden, die über den Projektzeitraum hinaus funktionieren. Im Projekt werden Zivilgesellschaft durch kreatives ökologisches Gärtnern eingebunden, um mehr Menschen in die ökologische Umgestaltung der Stadt einzubeziehen und Multiplikationseffekte zu erzielen. Durch die Auseinandersetzung mit Ansätzen von Commonings und partizipativen Organisationsstrukturen zielt das Projekt auf den Aufbau eines resilienten Netzwerks von aktiven Stadtgärtner*innen. 
 

Projektleitung

Bluepingu e.V. (Projektgruppe Essbare Stadt)

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)

Kontakt

Programmbüro Bundesprogramm Biologische Vielfalt
0228 3821-1809
Heinrich-Konen-Str. 1, 53227 Bonn
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