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Bundesamt für Naturschutz

Zusammenarbeit Benthosmonitoring Nordsee (BenthMon Nordsee)

Meere
Biologische Vielfalt
In dem Projekt haben sich das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar und Meeresforschung (AWI) die Erfassung und Zustandsbewertung benthischer Arten und Biotope in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee zur Aufgabe gemacht. Diese stellen zentrale strukturelle und funktionale Komponenten mariner Ökosysteme dar, die als Lebensraum und Nahrungsgrundlage für zahlreiche Organismen fungieren und daher im Fokus zahlreicher nationaler und internationaler Schutz- und Regelungsinstrumente stehen.
Programm
Vollzug des Naturschutzes in der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee
Bundesland
Ausschließliche Wirtschaftszone
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3522521401
Finanzvolumen (Bundesmittel)
2.679.000 Euro
Projektfläche
2.850.000,0 Hektar
Bild Tote Mannshand (Alocynium digitatum)
Tote Mannshand (Alocynium digitatum).
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Beschreibung

Hintergrund

Die Europäische Meerespolitik hat mit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL), der Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) sowie der Wiederherstellungsverordnung (W-VO) die Rahmenbedingungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in den europäischen Meeren geschaffen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Richtlinien betrifft den Schutz von Lebensräumen des Meeresbodens (marine Biotoptypen und Biotopkomplexe) sowie der dort lebenden benthischen Arten und Gemeinschaften. Aufgabe der EU-Mitgliedsstaaten ist es, den Zustand der benthischen Lebensräume regelmäßig zu bewerten und bei Bedarf Maßnahmen zu deren Erhalt und / oder Entwicklung, aber ggf. auch Wiederherstellung zu veranlassen. Der Erfolg des Schutzes und der Maßnahmen sind dann über geeignete Monitoringprogramme zu überwachen und zu kontrollieren.

Projekt

Das AWI verfügt über umfassende Expertise in der Meeres-, Küsten- und Klimaforschung und möchte dieses Wissen weiterentwickeln. Das BfN ist im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgaben am Benthosmonitoring sowie an zugehörigen Forschungsarbeiten interessiert. Beide Einrichtungen haben daher als juristische Personen des öffentlichen Rechts im Rahmen einer Verwaltungsvereinbarung ihre langfristige Zusammenarbeit auf diesem Gebiet vereinbart, wobei die vom BfN übertragenen Aufgaben auch den eigenen Monitoring- und Forschungszwecken des AWI dienen.

Der Arbeitsrahmen des Projektes umfasst die regelmäßige Erhebung von Benthos- und Sedimentproben sowie UW-Videos an zahlreichen Stationen innerhalb und außerhalb ausgewiesener Schutzgebiete. Im Fokus stehen die Fortführung und methodische Weiterentwicklung des Monitorings der für die AWZ relevanten FFH-Lebensraumtypen ‚Sandbänke‘ und ‚Riffe‘ sowie der küstenfern vorkommenden, MSRL-relevanten benthischen Lebensräume in der deutschen AWZ der Nordsee. Ergänzend wird ein Teil des BfN-Monitorings fortgeführt, der der Erfassung und Bewertung der ökologischen Effekte des Ausschlusses grundberührender Fischerei in ausgewählten Bereichen der Naturschutzgebiete „Doggerbank“ und „Sylter Außenriff – Östliche Deutsche Bucht“ dient. Die Ergebnisse fließen unter anderem in jährliche Monitoringberichte sowie regelmäßig in die Bewertungen des Erhaltungszustands benthischer Lebensräume und der Integrität des Meeresbodens ein. Im geplanten nationalen Wiederherstellungsplan, in der Schutzgebietsverwaltung und in der Eingriffsregelung finden sie ebenfalls Verwendung. Alle Daten werden qualitätsgesichert in der Datenbank CRITTERBASE des AWI und in der BfN-Benthosdatenbank archiviert und darüber hinaus in der Benthos- und Biotope-App des BfN sowie in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht.

Das AWI präsentiert die Projektergebnisse in nationalen und internationalen Fachgremien, unterstützt das BfN in diesen Gremien fachlich, berät es fortlaufend und übernimmt bei Bedarf zusätzliche, zeitlich befristete Monitoringaufgaben.

Ausblick

Es ist geplant, die Zusammenarbeit des BfN und des AWI im Bereich des Benthosmonitorings langfristig fortzuführen, um eine kontinuierliche Erfassung in der deutschen AWZ der Ostsee gewährleisten und Veränderungen des Zustands benthischer Arten und Biotope feststellen und bewerten zu können.

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Projektleitung

Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven (AWI)

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 3.2 Meeresschutzgebiete der AWZ
Fachgebiet II 3.5 Monitoring mariner Biodiversität