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Bundesamt für Naturschutz

Weltkugel aus Glas im Gras liegend

20 Jahre Renaturierung der Unteren Havelniederung

Presse•
Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz•
Bundesprogramm "Blaues Band Deutschland"•
Gewässer und Auen
02.10.2026
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Havelberg
Vor 20 Jahren hat der NABU damit begonnen, die Untere Havelniederung wieder zu einem möglichst naturnahen und lebendigen Fluss zu entwickeln. Das BfN begleitet und fördert das Vorhaben seit vielen Jahren.
BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm steht mit Vertretern von BUND, NABU, Ländern und Kommunen auf einem Schiff
BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm und Staatssekretär Jochen Flasbarth würdigten das langjährige Engagement und den Einsatz für die Region.

Im Rahmen der Festveranstaltung am 1. Oktober wurde in Havelberg eine erste Bilanz gezogen. Ein Großteil der Maßnahmen ist bereits umgesetzt, bis 2033 soll das Vorhaben vollständig realisiert sein.

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm dankte bei ihrem Besuch an der Havel dem NABU Deutschland und allen anderen Beteiligten für ihr Engagement und ihre Bemühungen: „Die Renaturierung der Unteren Havel zeigt eindrucksvoll, dass ambitionierter Naturschutz und hohe Akzeptanz vor Ort zusammengehen können. Über 20 Jahre Arbeit, deutlich mehr als 250 Maßnahmen auf über 90 Kilometern Flusslauf und in einem 9.135 Hektar großen Fördergebiet verdeutlichen die Dimension dieses Projekts. Projekte zur Renaturierung von Auen schützen die biologische Vielfalt, stärken den natürlichen Klimaschutz durch die Bindung von CO₂ und tragen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels bei. Naturnahe Auen sorgen dafür, dass Hochwasser abgepuffert und Wasser in Dürrezeiten gespeichert wird. Das Beispiel Untere Havel macht Mut, diesen Weg weiterzugehen. Es zeigt: Wenn Politik, Verwaltung, Verbände und die Menschen vor Ort gemeinsam an einem Strang ziehen, kann aus anspruchsvollem Naturschutz konkrete und erfolgreiche Veränderung werden.“ Die Untere Havelniederung gehört zu den größten zusammenhängenden Feuchtgebieten Mitteleuropas. Die Renaturierung zeigt bereits Wirkung: Seltene und bedrohte Arten wie Kampfläufer, Flussneunauge und Sumpfdotterblume sind an die Untere Havel zurückgekehrt. Insgesamt bietet das Gebiet Lebensraum für rund 1.000 bedrohte und geschützte Arten, darunter Seeadler und Biber.

Von der Renaturierung profitieren nicht nur Tiere und Pflanzen. Der naturnähere Fluss verbessert das Mikroklima und den Landschaftswasserhaushalt, speichert Wasser und Kohlenstoff und trägt zum Hochwasserschutz bei. Zugleich entstehen neue Räume für Erholung und Naturerleben. Wassertourismus, Landwirtschaft und Fischerei können weiterhin stattfinden. Damit stärkt das Projekt auch die regionale Wirtschaft.

Bei einer Schiffstour konnten sich die Beteiligten vor Ort ein Bild von den Veränderungen machen. Allein für die dort umgesetzten Renaturierungsmaßnahmen kamen drei Förderprogramme aus dem Geschäftsbereich des Bundesamtes für Naturschutz zum Einsatz: das Förderprogramm „Auen“ im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“, das Naturschutzgroßprojekt im Förderprogramm „chance.natur“ und das „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“. Die Untere Havel gilt damit als Modell für die Renaturierung von Flüssen und Auen. Sie soll zu einem Ort werden, an dem Menschen Natur neu entdecken können – und die Natur wieder mehr Raum bekommt.