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Bundesamt für Naturschutz

Weltkugel aus Glas im Gras liegend

ANK-Projekt des Monats: Klimafarm

Presse
Gebiete und Lebensräume
Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
01.09.2026
Bonn
Ob Erosionsschutzmatten beim Heavy Metal-Festival in Wacken oder biologisch abbaubare Pflanztöpfe – die Vielfalt der Produkte aus Mooren ist groß. Das Projekt Klimafarm setzt auf die Bewirtschaftung wiedervernässter Moore mit spezialisierter Erntetechnik und dem Aufbau von Wertschöpfung aus der gewonnenen Biomasse. Die Verbindung des natürlichen Klimaschutzes mit der Landwirtschaft ist die Basis dieses ANK-Projekts
Zwei Männer legen Erosionsschutzmatten auf dem Boden aus
Beim Heavy Metal-Festival „Wacken Open Air“ 2025 wurden Erosionsschutzmatten aus der Moorbewirtschaftung der Klimafarm getestet.

Lange Zeit wurden Moore entwässert, damit ihre Flächen landwirtschaftlich genutzt werden konnten. Dies bringt jedoch immer größere Probleme mit sich, da trockengelegte Torfböden an Höhe verlieren, die Entwässerung zunehmend schwieriger wird und bei der Zersetzung des Torfs erhebliche Mengen an CO₂ freigesetzt werden. 

Das Projekt Klimafarm der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein untersucht deshalb im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK), wie sich wiedervernässte Moorflächen weiterhin wirtschaftlich nutzen lassen. Dafür werden unterschiedliche Formen der nassen Bewirtschaftung erprobt. Unter anderem untersucht das Projekt geeignete Erntemaschinen, Verfahren zur Verringerung von Treibhausgasemissionen sowie die Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere. Auf den Projektflächen werden Entwässerungsstrukturen nach und nach zurückgebaut, sodass der Wasserstand im Durchschnitt etwa zehn Zentimeter unterhalb der Geländeoberkante liegt. Dadurch soll der Torfkörper geschützt und die Freisetzung klimaschädlicher Gase verringert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung wirtschaftlicher Perspektiven für die Nutzung von Moorbiomasse. Gemeinsam mit Unternehmen arbeitet die Klimafarm daran, regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen und aus Pflanzenmaterial neue Produkte zu entwickeln. Für die Ernte werden unter anderem speziell angepasste Maschinen wie eine umgerüstete Ski-Pistenraupe, Stachelwalzenmäher und Schlepper mit Zwillingsbereifung eingesetzt. Das gewonnene Material aus Seggen, Schilf und weiteren Moorpflanzen wurde bereits zu verschiedenen Produkten verarbeitet, darunter Matten gegen Bodenerosion, Platten für Dachbegrünungen und kompostierbare Pflanzgefäße. Besonders öffentlichkeitswirksam war der Einsatz einer Erosionsschutzmatte beim Heavy Metal-Festival in Wacken 2025, wo sie einen stark beanspruchten Weg stabilisierte. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass insbesondere Raupenfahrzeuge für die Arbeit auf nassen Flächen geeignet sind. Inzwischen werden bereits etwa 150 Hektar pro Jahr beerntet. Damit zeigt sich, dass eine Nutzung von nassen Mooren nicht nur Ökosysteme und Klima schützen kann, sondern zugleich neue wirtschaftliche Chancen für Moorregionen eröffnet.