BfN-Gartengespräch zur Zukunft der Alpen im Klimawandel
Rund 100 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Naturschutz, Verwaltung und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um über die Zukunft der Alpen als Natur-, Wirtschafts- und Lebensraum zu diskutieren.
„Mit den Gartengesprächen möchten wir mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen den Dialog über eine der größten Herausforderungen unserer Zeit führen: den Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt im Klimawandel. Die Alpen zeigen exemplarisch, wie eng Biodiversität, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung miteinander verknüpft sind. Die Veränderungen, die wir dort heute beobachten – von der Verschiebung von Lebensräumen bis zum zunehmenden Druck auf spezialisierte Arten –, verdeutlichen, wie wichtig gemeinsame Lösungen für den Erhalt dieses einzigartigen Natur- und Lebensraums sind“, sagte Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz und Initiatorin der bundesweiten Gesprächsreihe.
Prof. Dr. Gudrun Kadereit, Direktorin des Botanischen Gartens München-Nymphenburg, betonte: „Der Botanische Garten München trägt auf vielfältige Weise zur Biodiversität alpiner Ökosysteme bei: durch Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeitsarbeit, Bereicherung der universitären Lehre und Forschung zum Thema Anpassungsstrategien der Pflanzen an sich verändernde Umwelten“.
Die alpinen Ökosysteme zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Europas. Gleichzeitig erfüllen sie zentrale Funktionen für Mensch und Umwelt – etwa als Wasser- und Kohlenstoffspeicher, Lebensraum hochspezialisierter Arten oder natürlicher Schutzschild vor Naturgefahren. Doch der Klimawandel verändert dieses sensible System tiefgreifend: Vegetationszonen verschieben sich in höhere Lagen, Lebensräume werden kleiner und fragmentierter, spezialisierte Arten geraten zunehmend unter Druck.
Nach einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der Technischen Universität München, diskutierten die Teilnehmenden der Gesprächsrunde unter der Moderation von Dr. Andreas Mues (BfN) über die Auswirkungen des Klimawandels auf Biodiversität und Nutzungskonflikte im Alpenraum. Im Mittelpunkt standen unter anderem Fragen nach der Resilienz alpiner Ökosysteme, der Zukunft naturnaher Landnutzung sowie den Herausforderungen für Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz.
Auf dem Podium vertreten waren neben Sabine Riewenherm und Prof. Dr. Gudrun Kadereit:
· Dr. Christina Dollinger, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
· Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München
· Dr. Peter Loreth, Leiter der Biosphärenregion Berchtesgadener Land
· Roland Stierle, Präsident des Deutschen Alpenvereins
Ein wichtiger Bezugspunkt des Gesprächs war die Alpenkonvention als internationaler Rahmen für die Zusammenarbeit zum Schutz von Biodiversität, Klima und Lebensqualität im Alpenraum.Beim anschließenden „Walk and Talk“ durch den Botanischen Garten München-Nymphenburg hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, die Diskussionen in kleineren Gruppen weiterzuführen und sich direkt mit den Podiumsgästen auszutauschen.
Hintergrund
Die Gartengespräche wurden 2022 von BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm initiiert. Sie finden zweimal jährlich in Kooperation mit botanischen oder zoologischen Gärten in verschiedenen deutschen Städten statt. Diese Gärten sind für das BfN wichtige Partner: Sie leisten Beiträge zum Schutz der Biodiversität und zur Umweltbildung und sind zugleich wichtige Orte des gesellschaftlichen Austauschs und der Erholung im urbanen Raum.
Nach Stationen in Bonn, Berlin, Leipzig, Köln, Osnabrück, Stralsund und Stuttgart war das Gartengespräch in München ein weiterer Baustein der bundesweiten Reihe, die die Zusammenhänge zwischen Biodiversität und Klimawandel aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.