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Bundesamt für Naturschutz

Weltkugel aus Glas im Gras liegend

„Lebendige Geschäftsstelle“ als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet

Presse
Gewässer und Auen
Wiederherstellung der Natur
16.09.2026
Hannover
Die Initiative „Lebendige Geschäftsstelle“ des Anglerverbands Niedersachsen ist als Projekt der UN-Dekade zur Wiederherstellung der Natur ausgezeichnet worden. BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm überreichte in der Geschäftsstelle des Verbands in Hannover die Urkunde und die Trophäe. Das Projekt setzte sich im UN-Dekade-Projektwettbewerb in der Kategorie „Stadtnatur“ als eines von sechs Gewinnerprojekten gegen insgesamt 48 Einreichungen durch.
Gruppenbild beim Besuch des Projekts
BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm in Hannover. Die Jury lobte die bemerkenswerte Eigeninitiative der Mitarbeiterschaft des Verbandes.

Seit 2021 gestalten die Mitarbeitenden des Anglerverbands Niedersachsen die Außenfläche ihrer Geschäftsstelle naturnah. Hier wurden wertvolle Lebensräume für Insekten, Amphibien und Vögel wiederhergestellt. Stauden- und Wildblumenbeete, Insektenhotels, Offenbodenbereiche, Igelburgen, naturnahe Teiche, heimische Sträucher und Obstbäume sowie Nistkästen und Fassadenpflanzen prägen heute das Gelände.

Die Maßnahmen haben nicht nur einen ökologischen Mehrwert. Sie steigern auch die Aufenthaltsqualität rund um die Geschäftsstelle und wirken als Beispiel in die Mitgliedschaft des Anglerverbands hinein. Die naturnahe Gestaltung zeigt, dass auch auf vergleichsweise kleinen Flächen wertvolle Beiträge zum Schutz und zur Wiederherstellung von Stadtnatur geleistet werden können.

Die Bedeutung solcher Flächen nimmt angesichts des Klimawandels weiter zu. Naturnahe Bereiche in Städten können unter anderem zur Temperaturregulierung, Luftreinhaltung und zum Wasserrückhalt beitragen. Gerade angesichts zunehmender Hitzewellen sind entsiegelte Flächen, mehr Begrünung und zusätzliche Bäume relevante Bausteine für klimaangepasste Städte.

Natur in der Stadt trägt zudem wesentlich zur menschlichen Gesundheit bei: Grünflächen bieten Erholung, Naturerfahrung und Raum für Bewegung und tragen so zur körperlichen und psychischen Gesundheit bei. Auch die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur trägt dieser Bedeutung Rechnung und formuliert in einem eigenen Artikel Ziele für die Wiederherstellung von Stadtnatur.

Hintergrund

Über den UN-Dekade Projektwettbewerb

Das Bundesumweltministerium (BMUKN) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) zeichnen im Rahmen der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen jährlich herausragende Projekte in Deutschland aus. Im Projektwettbewerb 2025 stand die Wiederherstellung von Stadtnatur im Fokus.

Eine Jury aus BMUKN, BfN, Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats und Jungen Partner*innen der UN-Dekade wählt pro Bewerbungsrunde insgesamt sechs Gewinnerprojekte aus. Die prämierten Projekte dienen als Best-Practice Beispiele, auch für die Umsetzung der W-VO in Deutschland. Die nächste Wettbewerbsrunde findet 2027 statt.

Die internationale UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen  

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2021 bis 2030 zur UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen erklärt. Sie rufen dazu auf, die fortschreitende Verschlechterung und Zerstörung von Ökosystemen überall auf der Welt zu stoppen und degradierte Ökosysteme wiederherzustellen. Die nationalen Beiträge, die Deutschland zur Wiederherstellung von Ökosystemen leistet, sind Teil der internationalen Aktivitäten.

Mehrere Personen besichtigen die Außenanlagen des Angelverbandes Niedersachsen
Besichtigung der Außenanlagen des Angelverbandes Niedersachsen.