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Bundesamt für Naturschutz

Weltkugel aus Glas im Gras liegend

Nachruf auf Prof. Dr. Josef Settele

Presse•
Biologische Vielfalt•
Internationale Zusammenarbeit
15.10.2026
•
Bonn
Das Bundesamt für Naturschutz ist zutiefst betroffen über den plötzlichen Tod von Prof. Dr. Josef Settele. Mit ihm verliert der Naturschutz einen geschätzten Wissenschaftler, dessen wegweisende Arbeit die Biodiversitätsforschung und den Schutz der biologischen Vielfalt maßgeblich geprägt hat.
Prof. Dr. Josef Settele beim BfN-Gartengespräch in Bonn im Jahr 2022.
Prof. Dr. Josef Settele beim BfN-Gartengespräch in Bonn im Jahr 2022.

Prof. Dr. Josef Settele war dem BfN auf vielfältige Weise verbunden. Als hochgeschätzter Berater brachte er seine Expertise über viele Jahre in unterschiedliche Beiräte ein und stand mit zahlreichen Fachgebieten und Kolleg*innen in persönlichem Austausch. Er war langjähriges Mitglied im Beirat der Internationalen Naturschutzakademie und engagierte sich zuletzt im Wissenschaftlichen Beirat des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) sowie im Wissenschaftlichen Beirat der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen, in dem er sich besonders aktiv einbrachte.

Wie kaum ein anderer verstand es Josef Settele, Brücken zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Fachbehörden sowie Politik zu bauen. Dabei gelang es ihm, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und anschaulich zu vermitteln und die Bedeutung der internationalen Naturschutzarbeit für die konkrete Umsetzung vor Ort aufzuzeigen. Gerade durch sein aktives Engagement auf internationaler Ebene, insbesondere im Weltbiodiversitätsrat IPBES, war er dem BfN eng verbunden. Mit ihm verliert die internationale Naturschutzarbeit einen ihrer engagiertesten Unterstützer und wichtigen Impulsgeber.

Seine Begeisterung für den Naturschutz, sein Einsatz für eine wissenschaftsbasierte Naturschutzpolitik, sein offenes Ohr für andere und sein Optimismus zeichneten ihn in besonderer Weise aus. Auch angesichts der wissenschaftlich belegten Krisen verlor er nie den Blick für mögliche Lösungen und die Zuversicht, Veränderungen anstoßen zu können.

In besonderer Erinnerung bleibt sein Impulsvortrag beim ersten BfN-Gartengespräch im Jahr 2022 im Botanischen Garten in Bonn. Damals gab Josef Settele einen persönlichen Einblick in die Arbeit des Weltbiodiversitätsrates IPBES und des Weltklimarates IPCC. Ausgehend von der Entstehung des ersten gemeinsamen Papiers beider Gremien verdeutlichte er, dass Biodiversität, Klimawandel und Gesellschaft stets zusammen gedacht werden müssen. 

Als Agrarökologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung gehörte Josef Settele zu den bedeutenden Experten des Weltbiodiversitätsrates (IPBES). Neben seiner Forschung setzte er sich für den Schutz von Insekten ein und baute unter anderem das Tagfalter-Monitoring Deutschland mit auf.

Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine große Lücke – fachlich wie menschlich. Wir werden Josef Settele als herausragenden Wissenschaftler, leidenschaftlichen Naturschützer und warmherzigen Menschen in dankbarer Erinnerung behalten.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Menschen, die ihm nahestanden. 

Für das BfN

Sabine Riewenherm, Präsidentin