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Bundesamt für Naturschutz

Photovoltaik auf wiedervernässten Moorböden: Chancen und Grenzen für Klima- und Naturschutz

Presse
Erneuerbare Energien
18.06.2026
Bonn
Moor-PV kann einen ergänzenden Beitrag zum Klimaschutz und zum Ausbau erneuerbarer Energien leisten. Voraussetzung ist jedoch eine naturverträgliche Ausgestaltung und klare ökologische Leitplanken, um Risiken für Biodiversität und Wasserhaushalt zu minimieren. Das BfN hat dazu eine neue Publikation veröffentlicht.
Photovoltaik auf wiedervernässten Moorböden
Photovoltaik auf wiedervernässten Moorböden

Die Wiedervernässung von entwässerten, landwirtschaftlich genutzten Moorböden gilt als zentrales Instrument zur Einsparung von Treibhausgasemissionen in Deutschland. Daher hat die Bundesregierung z. B. Mitte April ein umfangreiches Förderprogramm zur Wiedervernässung von Moorböden ins Leben gerufen. Ziel ist es, in den kommenden Jahren rund 90.000 Hektar Fläche in Deutschland wiederzuvernässen und gleichzeitig eine nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen.

Die Möglichkeit einer Kombination von Wiedervernässung mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen bietet zusätzliche Anreize für Flächenbesitzende und -bewirtschaftende, damit diese ihre Flächen für die Wiedervernässung zur Verfügung stellen. Durch die Mehrfachnutzung von Flächen – gegebenenfalls auch in Verbindung mit dem Anbau von Paludikulturen – lassen sich Klimaschutz, der Ausbau erneuerbarer Energien und wirtschaftliche Interessen miteinander verbinden.  

Um den Bau sogenannter Moor-PV-Anlagen natur- und klimaverträglich zu gestalten, hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) nun erstmals umfassende naturschutzfachliche Empfehlungen für deren Planung und Umsetzung veröffentlicht. 

Die Ergebnisse eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens sind in der neuen BfN-Schrift 784 zusammengefasst. Sie zeigen, dass weniger als ein Drittel der entwässerten landwirtschaftlich genutzten Moorbodenflächen für die Errichtung von Moor-PV-Anlagen potenziell in Frage kommen. Zudem bietet die Publikation eine ausführliche rechtliche Einordnung zur Planung und Genehmigung von Moor-PV-Anlagen, formuliert Empfehlungen für mögliche rechtliche Anpassungen und bewertet die Auswirkungen auf die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege. Darüber hinaus werden sozioökonomische Optionen zur Schaffung größerer zusammenhängender Flächen sowie weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt.

Erstmals werden umfassende Empfehlungen für die Planung und Umsetzung einer natur- und klimaverträglichen Ausgestaltung von Moor-PV-Anlagen erarbeitet. Dazu gehören unter anderem:

  • flächensparende Überbauung mit mehreren kleineren Anlagen
  • Einsatz hoch aufgeständerter und semitransparenter Module 
  • große Reihenabstände zwischen den Modulen

Eine zentrale Empfehlung lautet, PV-Anlagen auf organischen Böden ausschließlich in Verbindung mit einer Wiedervernässung zuzulassen.

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