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Bundesamt für Naturschutz

Windkraft im Wald: Auswirkungen auf Fledermäuse untersucht

Presse
Arten
Erneuerbare Energien
Forschungsprogramm
25.06.2026
Wie reagieren Fledermäuse auf Windräder mitten im Wald? Eine aktuelle Studie zeigt: Die Tiere bleiben, ändern aber ihr Verhalten. Untersucht wurde dies im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz am Beispiel der Bechsteinfledermaus, einer typischen Waldfledermaus.
Nahaufnahme einer Bechsteinfledermaus mit großen Ohren auf Baumrinde in dunkler Umgebung
Die Bechsteinfledermaus

Der Bau von Windenergieanlagen (WEA) in Wäldern beeinflusst Waldlebensräume durch Abholzung, Randeffekte und anlagenbedingte Geräusche. Am Beispiel der Bechsteinfledermaus wurde untersucht, wie sich diese Veränderungen auf waldbewohnende Fledermäuse auswirken. Die Bechsteinfledermaus lebt fast ausschließlich in Wäldern. Hier stellt die mittelgroße Fledermaus mit ihren besonders großen Ohren Faltern und anderen Insekten in der dichten Vegetation nach. In traditionell genutzten Baumhöhlen verbringt sie den Tag. Sie gilt als typische Waldfledermaus und u. a. aufgrund der bislang z. T. intensiven Waldwirtschaft als stark gefährdet Damit eignet sie sich besonders gut als Modellart, um die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Fledermäuse im Wald zu untersuchen.


Für die Studie wurden zwei Bechsteinfledermauskolonien untersucht, die in der Nähe neu errichteter Windparks lebten. Die Tiere wurden mit kleinen Sendern ausgestattet und die Quartiernutzung sowie das Jagdverhalten vor und nach der Errichtung der Windenergieanlagen analysiert. „Die Kolonien nutzten weiterhin Baumquartiere in geringem Abstand zu den Windkraftanlagen“, berichtet Dr. Johanna Hurst vom Freiburger Institut für angewandte Tierökologie (FrInaT). „Allerdings wurden Jagdhabitate in Anlagennähe nur noch dann bevorzugt genutzt, wenn sie sich in Quartiernähe befanden und eine besonders hohe Habitatqualität, also zum Beispiel viele Insekten, boten. Bei hohen Windgeschwindigkeiten vergrößerten die Fledermäuse zudem den Abstand zu den Turbinen, vermutlich aufgrund der lauteren Geräusche.“ 


Die Studie zeigt, dass Kolonien der Bechsteinfledermaus Wälder, in denen Windkraftanlagen betrieben werden, weiterhin besiedeln. Gleichzeitig können nahegelegene Jagdhabitate durch Störungen beeinträchtigt werden und an Attraktivität verlieren. Die Autor*innen empfehlen daher, Windkraftanlagen außerhalb der Kernlebensräume dieser sensiblen Waldfledermäuse zu errichten, um Konflikte zu vermeiden.


Die Studie entstand im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts (F+E-Vorhaben) zum Einfluss von Windenergieanlagen in Waldlebensräumen und wurde vom Freiburger Institut für angewandte Tierökologie und der Universität Basel im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht.

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