Bundesamt für Naturschutz

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Biotopschutz

Geeignete Flächen und Verbindungsachsen für einen länderübergreifenden Biotopverbund

Der länderübergreifende Biotopverbund ist noch lückenhaft

Die Lebensräume vieler Arten werden häufig durch den Bau von Straßen oder Siedlungen in kleine und voneinander getrennte Einzelflächen zerschnitten. Die verbleibenden Biotopinseln sind für viele Arten zu klein und ihre Isolation erschwert den Austausch von Individuen zwischen den Gebieten. Ziel des Biotopverbunds ist es, ein Netz von Biotopen zu erhalten beziehungsweise zu schaffen und so das Überleben der Arten zu ermöglichen. Dafür gibt es seit 2010 ein länderübergreifendes Fachkonzept, welches wichtige Kernflächen und Verbindungsachsen identifiziert.


Gemäß Bundesnaturschutzgesetz (§§ 20, 21) soll in Deutschland ein länderübergreifender Biotopverbund geschaffen werden, der mindestens 10 Prozent der Fläche eines jeden Bundeslandes umfassen soll. Dies ist auch ein zentrales Ziel der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt. Das Biotopverbundsystem soll zudem zur Verbesserung des Zusammenhangs des Europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000 dienen.

Der Biotopverbund besteht aus Kernflächen, Verbindungsflächen und Verbindungsachsen. Geeignete, national bedeutsame Kernflächen („Flächen mit länderübergreifender Bedeutung für den Biotopverbund“, FBV) umfassen insgesamt rund 6,1 Prozent der Fläche Deutschlands. Davon sind 57 Prozent als Naturschutzgebiet, Nationalpark oder FFH-Gebiet rechtlich unter Schutz gestellt und damit langfristig gesichert.

Fachkonzept „Länderübergreifender Biotopverbund“ unterstützt die Bundesländer

Die Umsetzung des gesetzlichen Biotopverbunds ist überwiegend Aufgabe der Bundesländer. Seit 2010 gibt es ein Fachkonzept für einen länderübergreifenden Biotopverbund, das den Bundesländern wichtige räumliche Informationen zur Umsetzung überregional bedeutsamer Fachplanungen bietet. National und international bedeutsame Verbindungsachsen wurden für offenlandgeprägte trockene und feuchte Lebensraumkomplexe sowie für Waldlebensräume ermittelt. Bislang wurden nur Teile des geplanten Biotopverbunds umgesetzt.

Weiterführende Infos

Biotopverbund (BfN-Themenseite)