Ausbau des Datenmanagements zur Digitalisierung mariner Biodiversitätsdaten am BfN (BioDig)
Beschreibung
Hintergrund
Das BfN ist gemäß BNatSchG für das Monitoring der marinen Biodiversität in der deutschen AWZ zuständig. Zur Erfüllung dieser Aufgabe werden große, heterogene Datenmengen aus unterschiedlichen Monitoringprogrammen erhoben. Diese Daten unterliegen nationalen und europäischen Berichtspflichten, u. a. aus FFH-, Vogelschutz- und Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie. Das Vorgängerprojekt AWZ V hat zentrale technische Grundlagen für das digitale Datenmanagement geschaffen. Die bestehende Infrastruktur muss nun konsolidiert, erweitert und dauerhaft in den Regelbetrieb überführt werden. Neue Datenarten, etwa aus Fischmonitoring, Kohlenstoffspeicherung und Sensorik, erfordern angepasste Datenmodelle. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Automatisierung, Qualitätssicherung und Interoperabilität. Die EU-Kompatibilität der Datenformate gewinnt weiter an Bedeutung. Visualisierungen und WebGIS-Anwendungen müssen modernisiert und perspektivisch auf Open-Source-Lösungen ausgerichtet werden. Schulung, Dokumentation und Wissenstransfer sind notwendig, um die nachhaltige Nutzung im BfN sicherzustellen.
Projekt
Das Projekt gliedert sich in mehrere Komponenten:
- Weiterentwicklung der marinen Dateninfrastruktur: FME-Workflows, Datenmodell-Erweiterung, Automatisierung von Import, QS und Export, Integration neuer Datenquellen, Dashboards.
- Datenverfügbarmachung und Visualisierung: WebGIS-Anwendungen, OGC-Dienste, APIs, Geo-Storytelling, Performance-Optimierung, Schulungsmodule.
- Reporting und EU-Kompatibilität: Automatisierte Natura-2000- und MSRL-Reports, EU-Mapping-Tools, Anbindung an MDI-DE und EMODnet, Übergabedokumentation.
Ausblick
Mit Abschluss des Vorhabens steht dem BfN eine robuste, skalierbare und EU-konforme Dateninfrastruktur für marines Biodiversitätsmonitoring zur Verfügung. Die Systeme sind so ausgelegt, dass zukünftige Berichtspflichten und neue Datentypen ohne grundlegende Systemwechsel integriert werden können. Damit wird eine langfristige fachliche und technische Handlungsfähigkeit im Meeresnaturschutz gesichert.