Riffe der Ostsee – Vorkommen und Klimaschutzleistung von Fucus und Saccharina in der deutschen AWZ (ROVKA)
Beschreibung
Hintergrund
Braunalgen, die sogenannten Wälder der Meere, können dichte Bestände ausbilden und somit in ihrer Biomasse verhältnismäßig viel CO2 speichern. Allerdings ist weder die Verbreitung, noch ihre Biomasse in der deutschen AWZ der Ostsee im Detail bekannt. Ebenso fehlen Erkenntnisse zur Entwicklung der Bestände, speziell auch unter den Bedingungen des Klimawandels. Für eine Beurteilung der Klimaschutzwirkung ist es notwendig abzuschätzen, welcher Anteil des in der Biomasse gespeicherten Kohlenstoffs langfristig im Sediment gespeichert wird. Abgerissene Teile werden verdriftet, dabei nur unvollständig im Meer zersetzt und sinken dann zum Meeresboden, wo sie teilweise begraben und vor weiterer Zersetzung geschützt sind. Außerdem ist bekannt, dass Braunalgen zuckerhaltige Verbindungen ausscheiden, die zum Teil resistent gegen mikrobiellen Abbau sind und an die sich weiteres kohlenstoffhaltiges Material anheften kann. Diese Stoffe können dann ebenfalls zum Meeresboden absinken und dort dauerhaft eingelagert werden.
Projekt
Die Braunalgenbestände in der AWZ der Ostsee sollen erfasst und ihre Entwicklung angesichts klimawandelbedingter Veränderungen, wie z. B. Temperaturerhöhung und Hitzewellen, über einen längeren Zeitraum beobachtet und experimentell untersucht werden. Auch ihr Beitrag zum natürlichen Klimaschutz – unter verschiedenen Klimaszenarien – wird untersucht und quantifiziert. Ein Leitfaden für ein standardisiertes, kostengünstiges Monitoring der Bestände soll entwickelt werden. Das Projekt gliedert sich in mehrere Komponenten:
- Bestandserfassung, genetische Charakterisierung der Fucus-Populationen und Monitoring von Fucus serratus und Saccharina latissima in der deutschen AWZ der Ostsee
- Erfassung und Bilanzierung der langfristigen Kohlenstoffspeicherung unter heutigen und zukünftigen Klimaszenarien
- Ermittlung des vertikalen und lateralen Kohlenstoffexports
Ausblick
Die Ergebnisse liefern damit nicht nur eine mögliche weitere Begründung für eine Wiederherstellung von geogenen Riffen (als Lebensraum für Braunalgen), sondern auch wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Machbarkeit der küstenfernen Wiederansiedlung von Braunalgen auf wiederhergestellten Riffen.