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Bundesamt für Naturschutz

Studie zur Entwicklung von Kohlenstoffspeicherung und Biodiversität nach Ausschluss der Fischerei im Natura 2000-Gebiet Fehmarnbelt (KOFI)

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Meere
Das Projekt untersucht die Regeneration der benthischen Biodiversität und die Entwicklung der sedimentären Kohlenstoffspeicherung in den Weichbodensedimenten im Naturschutzgebiet Fehmarnbelt nach Umsetzung des Fischereiausschlusses im Jahr 2024.
Programm
Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Bundesland
Ausschließliche Wirtschaftszone
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3525NK3010
Finanzvolumen (Bundesmittel)
1.800.000 Euro
Karte, die Untersuchungsfläche, Fischereiausschlusszone und Natura 2000 Gebiet zeigt.
Natura-2000-Gebiet Fehmarnbelt mit den Habitattypen (BHT) nach Marx et al. (2024). Die Grenzen der Fischereiausschlusszone für mobile grundberührende Fanggeräte sind blau dargestellt, die KOFI-Untersuchungsflächen rot. Kohlenstoffreiche Schlickgebiete sind grün markiert.
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Beschreibung

Hintergrund

Marine Sedimente können einen relevanten Kohlenstoffspeicher darstellen und werden deshalb als Lebensraum mit „Blue Carbon-Potenzial“ betrachtet.  Für die Ostsee wird die Bedeutung von Weichbodensedimenten für die Speicherung von organischem Kohlenstoff um ein Vielfaches höher eingeschätzt als die von Seegraswiesen. 

Mobile grundberührende Fischerei (MGF) ist die häufigste anthropogene Störung von marinen Sedimenten in der Ostsee und kann neben destruktiven Einflüssen auf die benthischen Lebensgemeinschaften durch Resuspension von Sedimenten zu einer erhöhten Kohlenstoffremineralisierung führen. 

Die Entwicklung des Blue Carbon-Potenzials im NSG Fehmarnbelt wird nach Einrichtung eines Fischereiausschlussgebietes für mobile grundberührende Fanggeräte (EU-Verordnung vom Nov. 2024) im Vergleich zu zwei außerhalb liegenden Referenzflächen untersucht. Im Fokus stehen Untersuchungen zur Regeneration der benthischen Biodiversität, zur Kohlenstoffspeicherung in benthischer Biomasse und zur Entwicklung der sedimentären Kohlenstoffspeicherung in den Weichbodensedimenten nach Umsetzung des Fischereiausschlusses. 

Das Fehmarnbelt Gebiet ist als ein Modellgebiet für derartige Untersuchungen prädestiniert, da hier zum einen über lange Zeiträume intensive Grundschleppnetzfischerei stattfand und zum anderen die Sedimente mit hohem organischem Kohlenstoffanteil potentielle langfristige Kohlenspeicher darstellen.  Insgesamt wird eine Bewertung des Einflussfaktors Grundschleppnetzfischerei durch den Vergleich von Flächen in der MGF-Ausschlusszone mit außerhalb liegenden Referenzflächen, die weiterhin für MGF genutzt werden dürfen, sowie durch den Vergleich mit vorhandenen Daten, die vor Ausschluss der MGF in den Projekten MGF-Ostsee und LEGRA erhoben wurden, erfolgen.

Projekt

Das Projekt gliedert sich in mehrere Komponenten: 

  • Geoakustische Kartierung von Scherbrettspuren: Mittels Fächerecholotmessungen werden die physikalische Integrität des Meeresbodens und die Regeneration zu einer natürlichen Meeresbodenmorphologie verfolgt.
  • Entwicklung von Diversität und Remineralisierungsraten in den benthischen Gemeinschaften: Die Regeneration von Schlüsselgruppen (Mikroorganismen,
  • Makrozoobenthos, Fische) wird überwiegend mit nicht-invasiven Methoden (eDNA und Unterwasservideoanalysen) dokumentiert und mögliche Änderungen in der kurz- bis mittelfristigen Kohlenstoffremineralisierung im Benthos untersucht.
  • Entwicklung sedimentärer Kohlenstoffspeicher: Mit standardisierter Methodik wird die Entwicklung der natürlichen Kohlenstoffspeicherkapazität in den Sedimenten, bei unterschiedlichem Einfluss von MGF, quantifiziert und durch eine Qualitätsanalyse die Resilienz des Kohlenstoffinventars untersucht.

Ausblick

Das Projekt soll wichtige Erkenntnisse zur Wirkung von mobiler grundberührender Fischerei auf die Kohlenstofffreisetzung aus marinen Sedimenten liefern. Die Ergebnisse sind relevant für die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Fischereipolitik und den Schutz kohlenstoffreicher Meeresgebiete in Nord- und Ostsee.

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Projektleitung

Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Fördermitteln aus dem ANK

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 3.2 Meeresschutzgebiete der AWZ
Fachgebiet II 3.4 Marine Fischfauna und ökologische Auswirkungen der Fischerei