Bundesamt für Naturschutz

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Ergebnisse des Arbeitskreises "Wälder"

Der Bund-Länder-Arbeitskreis "FFH-Berichtspflichten Wälder" unter der Leitung von Dr. Rüdiger Burkhardt hat seine Arbeiten im Sommer 2003 abgeschlossen. Aufbauend auf diese Ergebnisse wurden in einer gemeinsamen Kontaktgruppe der Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz (LANA) und der Forstchefkonferenz (FCK) länderübergreifende Empfehlungen für die Umsetzung der FFH-Richtlinie im Wald ausgesprochen. Die Ergebnisse wurden sowohl durch die LANA als auch durch die FCK bestätigt und stellen somit eine Grundlage für ein gemeinsames Vorgehen der Naturschutz- und der Forstverwaltungen dar.

Zu 13 Wald-LRT wurden Bewertungsschemata, pdf-Datei erstellt.

Für die drei grundlegenden Bewertungskriterien wurden Parameter festgelegt, die für jeden LRT zu erheben sind:

Habitatstrukturen

  • Vorhandensein von Bereichen unterschiedlicher Waldentwicklungsphasen unter besonderer Berücksichtigung der Verzahnungsintensität und der Ausstattung mit Altholzbeständen sowie des Vorhandenseins vertikaler Schichtung (Schichtengefüge),
  • Vorkommen von Totholz sowie
  • Vorkommen von Biotop- und Altbäumen.

Lebensraumtypisches Arteninventar

  • Anteile der Gehölzarten, unter besonderer Berücksichtigung der Verjüngungssituation sowie
  • lebensraumtypische Ausprägung der Bodenvegetation.

Die Einbeziehung von Informationen über das Vorkommen lebensraumtypischer Tierarten bleibt den Ländern überlassen, wird aber empfohlen. Bei bestimmten, faunistisch sehr bedeutsamen Wald-LRT (beispielsweise Hartholzauenwäldern) erscheint das Tierarteninventar für eine Bewertung besonders geeignet.


Beeinträchtigungen

Auftreten von konkreten Beeinträchtigungen aus 4 definierten Gruppen:

  1. Schäden an Böden und Wasserhaushalt,
  2. Schäden an Waldvegetation und Struktur,
  3. Auftreten lebensraumuntypischer Indikatoren und
  4. Zerschneidung und Störung.

Die Schwellenwerte zu den einzelnen Parametern für die Zuordnung zu den Bewertungsstufen sind in den Bewertungsmatrices grau hinterlegt. Die endgültige Festlegung der Schwellenwerte liegt in der Verantwortung der Länder und soll sich nach den regionalen und naturräumlichen Gegebenheiten bzw. Besonderheiten richten.



Die erarbeiteten Mindestanforderungen für die Erfassung und Bewertung der Wald-Lebensraumtypen (Wald-LRT) sowie Empfehlungen zu den konkreten Bewertungsparametern und Schwellenwerten sind in Natur und Landschaft veröffentlicht. Der Artikel enthält des weiteren Erläuterungen zur Erstellung von Managementplänen, zum Monitoring nach Artikel 11 sowie zur Berichtspflicht nach Artikel 17.

Burkhardt, R., Robisch, F., Schröder, E. (2004): Umsetzung der FFH-Richtlinie im Wald : gemeinsame bundesweite Empfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz (LANA) und der Forstchefkonferenz (FCK). Natur und Landschaft: 79(7): 316-323.

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Letzte Änderung: 02.03.2021

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