Blauflossen-Thunfisch im Sylter Außenriff gesichtet
Blauflossen-Thunfische sind große Hochseefische, die auf der Suche nach Nahrung weite Wanderungen unternehmen. Dazu gehören unter anderem Heringe, Sprotten und Sandaale, die auch im Sylter Außenriff vorkommen. Die Fische können ein Gewicht von bis zu 600 kg erreichen und gehören zu den schnellsten Meeresfischen: kurzzeitig können sie Schwimmgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h erreichen. Sie zählen damit zu den schnellsten Meeresfischen.
Das vor Sylt gesichtete Tier wurde auf etwa zwei bis 2,5 Meter Länge geschätzt. Die außergewöhnliche Beobachtung erfolgte im Rahmen des Schweinswalmonitorings des BfN. Blauflossen-Thunfische waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts regelmäßig in der Nordsee anzutreffen. Aufgrund intensiver Befischung gingen die Bestände jedoch stark zurück, und Anfang der 1960er-Jahre brach die Fischerei auf Blauflossen-Thunfisch vollständig zusammen. 2003 wurde der Blauflossen-Thunfisch in die OSPAR-Liste (OSPAR = Oslo-Paris-Konvention; Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks) der bedrohten und/oder im Rückgang begriffenen Arten und Lebensräume aufgenommen.
Inzwischen haben sich die Bestände im östlichen Atlantik und im Mittelmeer deutlich erholt. Auch das Verbreitungsgebiet hat sich wieder nach Norden ausgeweitet. Bei den SCANS-IV-Erhebungen 2022, an denen auch das BfN beteiligt war, wurden bereits Blauflossen-Thunfische vor der norwegischen Küste beobachtet.
Das BfN ist für die Beobachtung und Bewertung von Arten und Lebensräumen in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone von Nord- und Ostsee zuständig. Das marine Monitoring wird durch das BfN und das Bundesumweltministerium gefördert. Die langfristig und systematisch erhobenen Monitoringdaten ermöglichen es, Veränderungen der marinen biologischen Vielfalt frühzeitig zu erkennen und den Zustand von Arten und Lebensräumen zu bewerten. Sie bilden damit eine wichtige Grundlage für die Entwicklung und Bewertung von Schutzmaßnahmen in den deutschen Meeresgebieten. Deren Wirksamkeit wird wiederum erneut anhand der erhobenen Daten evaluiert.
Auf dem Forschungsflug im August wurden neben dem Thunfisch auch zahlreiche Schweinswale, darunter Mutter-Kalb-Paare, sowie viele Robben gesichtet. Die Beobachtungen zeigen die hohe ökologische Bedeutung des Sylter Außenriffs als nahrungsreiches Gebiet und verdeutlichen die Vielfalt der Arten in deutschen Meeresschutzgebieten.