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Bundesamt für Naturschutz

Neues Austernriff vor Sylt: Meilenstein für die Wiederansiedlung der Europäischen Auster

Presse
Meere
Arten
14.07.2026
Bonn
Im Frühjahr 2026 ist im Naturschutzgebiet Sylter Außenriff – Östliche Deutsche Bucht ein neues Austernriff mit rund 160.000 Jungaustern entstanden. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Wiederansiedlung der Europäischen Auster in der deutschen Nordsee.
Naturstein-Pakete liegen auf einem Schiff
Die Naturstein-Pakete helfen, die Jungaustern vor Übersandung zu schützen

Im Frühjahr 2026 wurde im Rahmen des Projekts RESTORE III im Naturschutzgebiet Sylter Außenriff – Östliche Deutsche Bucht ein rund 100 Quadratmeter großes Austernriff der heimischen Europäischen Auster angelegt. Ziel der Maßnahme ist die Wiederansiedlung der einst in der Nordsee weit verbreiteten, heute jedoch nahezu ausgerotteten Art.

Für den Aufbau des Riffs wurden 80 Tonnen Natursteine in biologisch abbaubaren Kokosnetzen auf dem Meeresboden ausgebracht. Darauf wurden Netze mit rund 160.000 einjährigen Jungaustern aus der Austernzuchtanlage Helgoland befestigt, die auf alten Austernschalen angesiedelt wurden. Die Steingrundlage schützt die Jungtiere vor Übersandung und starker Strömung. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitete die Arbeiten mit einer Mitarbeiterin an Bord.

Austern gelten als wichtige Ökosystem-Ingenieure: Ihre Riffe bilden auf dem Meeresboden dreidimensionale Strukturen, die eine enorme Artenvielfalt anziehen. Zudem tragen sie durch ihre hohe Filterleistung zur Reinigung des Meerwassers bei. 

Die Wiederansiedlung der heimischen Auster verfolgt das BfN seit 2014 gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut und weiteren Partnern. Im Rahmen des Projekts RESTORE III sollen die Austernriffe im Sylter Außenriff und im Borkum-Riffgrund bis 2034 weiter ausgebaut werden. Langfristig sollen so auch weitere charakteristische Arten wie Rochen wieder geeignete Lebensräume in der deutschen Nordsee finden.

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