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Bundesamt für Naturschutz

Weltkugel aus Glas im Gras liegend

Weidetierhaltung: Auftakt für BfN-Projekt „Weidetiere schaffen Landschaft“

Gebiete und Lebensräume•
Land- und Forstwirtschaft
23.10.2026
•
Bonn
Das BfN fördert das Projekt „Weidetiere schaffen Landschaft“ seit Anfang 2026 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Bei der Auftaktveranstaltung standen die Bedeutung der Weidetierhaltung für den Erhalt artenreicher Lebensräume und die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft im Mittelpunkt.
Zwei Männer und eine Frau stehen auf einer Wiese vor einer Schafherde. Die Männer tragen typische Hirtenkleidung und Hirtenstäbe. Neben ihnen stehen zwei große schwarze Hunde.
BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm mit Marcel Breidenstein (Stadtschäfer Kassel) und Hubertus Dissen (ehemaliger Stadtschäfer).

Ziel des Projekts ist es, die naturschutzgerechte Weidetierhaltung und die Landschaftspflege in Hessen und Thüringen zu stärken und damit Grünlandlebensräume langfristig zu erhalten.

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm sagte in ihrem Grußwort: „Eine naturschutzgerechte Weidetierhaltung trägt wesentlich zum Erhalt artenreicher Grünlandflächen, wertvoller Lebensräume und der biologischen Vielfalt bei. Gleichzeitig zeigt sie, wie sich landwirtschaftliche Nutzung und Naturschutz sinnvoll miteinander verbinden lassen.

Projekte wie `Weidetiere schaffen Landschaft` leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung unserer gemeinsamen Naturschutzziele.“ Extensive Weidesysteme leisten nicht nur einen bedeutenden Beitrag zum Arten- und Biotopschutz. Artenreiches Grünland ist zudem widerstandsfähiger gegenüber Dürrephasen und kann mehr Kohlenstoff speichern als artenärmere Flächen. Damit trägt die Weidetierhaltung auch zur Anpassung an den Klimawandel bei.

Gleichzeitig steht die Weidetierhaltung seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem und arbeitswirtschaftlichem Druck. Besonders die Bestände von Schafen und Ziegen sind vielerorts stark zurückgegangen. Dadurch können wertvolle Grünlandflächen häufig nicht mehr ausreichend gepflegt werden. 

Das BfN fördert deshalb gezielt eine Weidetierhaltung, die konkrete Naturschutzziele erfüllt. Um sie langfristig zu sichern, braucht es neben Förderprogrammen auch geeignete wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Das Projekt „Weidetiere schaffen Landschaft“ baut auf den Erfahrungen des Vorgängerprojekts „Schaf schafft Landschaft“ auf und entwickelt dessen Ansatz weiter. Während bislang vor allem die Hüteschäferei im Mittelpunkt stand, werden nun auch andere Weidetiere wie Rinder, Ziegen und Esel einbezogen. Zudem wird die Projektregion auf Thüringen ausgeweitet. Zu den Projektpartnern zählen die Universität Kassel, der Werra-Meißner-Kreis, der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land, die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt und der Landschaftspflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal.

Ein Schwerpunkt liegt darauf, die Zusammenarbeit zwischen Weidetierhaltenden, Naturschutzakteuren und weiteren regionalen Partnern zu stärken. Dabei sollen auch naturschutzfachlich wertvolle Übergangsbereiche wie Waldränder und Agroforstsysteme berücksichtigt und Biotopverbünde weiterentwickelt werden. 

Hintergrund

Hotspots der biologischen Vielfalt sind Regionen in Deutschland mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume. Der Hotspot 17 „Werratal mit Hohem Meißner und Kaufunger Wald“ erstreckt sich über die drei Bundesländer Hessen, Thüringen und Niedersachsen.