Hotspot 17: Weidetiere schaffen Landschaft
Weidetiere schaffen Landschaft - Gemeinsam für mehr Vielfalt im Hotspot 17
FKZ 352589410 A-E
Hintergrund
Laufende und drohende FFH-Vertragsverletzungsverfahren beweisen unmissverständlich, dass die aktuellen Anstrengungen zur Erhaltung, Wiederherstellung und Vernetzung artenreicher Grünlandlebensräume nicht ausreichen, um die auferlegten Ziele in der Naturschutzarbeit zu erreichen. Ein zentrales Problem in diesem Kontext ist die aufgrund struktureller Probleme und mangelnder Wirtschaftlichkeit wegbrechende Weidewirtschaft, die als Schlüsselinstrument zur Förderung der Biodiversität im Offenland und als wichtiges Bindeglied zwischen Naturschutz und nachhaltiger Produktion gilt („Biotoppflege durch Nutzung“). Die Arbeit verschiedener Projekte aus dem Bundesprogramm zeigt außerdem, dass dem Ausbau des Biotopverbunds durch den Einsatz von Standardinstrumenten enge Grenzen gesetzt sind.
Projekt
Mit dem Projekt “Weidetiere schaffen Landschaft - Gemeinsam für mehr Vielfalt im Hotspot 17” reagieren die Projektpartner auf diese Erkenntnisse mit einem ganzheitlichen Ansatz aus Naturschutzmaßnahmen, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, konkreten Unterstützungsleistungen für die Weidetierhaltenden und der Beteiligung am politischen Diskurs auf übergeordneter Ebene. Es kombiniert bewährte Maßnahmen der Landschaftspflege mit innovativen Modellversuchen zur Biotopentwicklung, um die naturschutzfachlichen Qualitäten des Hotspots 17 zielgerichtet zu entwickeln. Im transdisziplinären Partnerverbund werden neue vielversprechende, aber ergebnisoffene Potenziale zum Ausbau der Biotopverbünde und zur Anpassung des Grünlandmanagements unter zunehmendem Flächennutzungsdruck und sich verschärfenden Klimawandelbedingungen ausgelotet und erprobt sowie die Integration von multifunktionalen Nutzungskonzepten versucht. Dabei adressiert das Projekt vordergründig die Weidetierhaltung im Projektgebiet, denn kaum eine andere Form der Landnutzung erzeugt so unmittelbare Synergien zwischen Naturschutz, Tierwohl und nachhaltiger Lebensmittelproduktion und fungiert dabei gleichzeitig als emotionaler Türöffner für die Umweltbildungsarbeit wie diese. Besonderen Pilotcharakter bei der Arbeit in regionalen Partnerschaften hat die Zusammenarbeit der beiden am Hotspot beteiligten Bundesländer Hessen und Thüringen, die abgestimmte Ziele in allen Teilbereichen verfolgt, aufgrund sehr unterschiedlicher Strukturen und Voraussetzungen jedoch vielfältige und spezifische Lösungsansätze hervorbringen wird. Auch die Einbindung der kooperierenden Weidetierhaltenden und ihrer Interessenvertretungen auf Entscheidungsebene, die das Projektgeschehen aktiv mitgestalten und in ihrem Sinne lenken können, soll beispielgebend sein. Die Schnittstellenarbeit, die das Projekt dabei leistet, ermöglicht Erkenntnisgewinne und Wissenstransfer von der lokalen Praxis bis hin zur Politik auf Ebene der beteiligten Länder und des Bundes.
Das Projekt „Weidetiere schaffen Landschaft“ knüpft in weiterentwickelter Form an die erfolgreiche Umsetzung seines Vorgängerprojektes „Schaf schafft Landschaft“ an. Die geschaffene Infrastruktur, das mit übergehende, erfahrene Projektpersonal und das aufgebaute Kooperationsnetzwerk aus regionalen, überregionalen und bundesweit tätigen Projektpartnern, Befürwortern, Unterstützern und Multiplikatoren bieten dafür ideale Voraussetzungen.