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Bundesamt für Naturschutz

Hotspot 17: Weidetiere schaffen Landschaft

Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Arten
Gebiete und Lebensräume
Das Projekt “Weidetiere schaffen Landschaft - Gemeinsam für mehr Vielfalt im Hotspot 17” kombiniert bewährte Maßnahmen der Landschaftspflege mit innovativen Modellversuchen zur Biotopentwicklung, um die naturschutzfachlichen Qualitäten des Hotspots 17 zielgerichtet zu entwickeln.
Programm
Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Förderschwerpunkt
Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland
Bundesland
Hessen
Thüringen
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
352589410A-E
Finanzvolumen (Bundesmittel)
12.728.126 Euro
Verschiedene Weidetiere in einer winterlichen Landschaft
Mischbeweidung im Hotspot 17

Weidetiere schaffen Landschaft - Gemeinsam für mehr Vielfalt im Hotspot 17

Hintergrund

Laufende und drohende FFH-Vertragsverletzungsverfahren beweisen unmissverständlich, dass die aktuellen Anstrengungen zur Erhaltung, Wiederherstellung und Vernetzung artenreicher Grünlandlebensräume nicht ausreichen, um die auferlegten Ziele in der Naturschutzarbeit zu erreichen. Ein zentrales Problem in diesem Kontext ist die aufgrund struktureller Probleme und mangelnder Wirtschaftlichkeit wegbrechende Weidewirtschaft, die als Schlüsselinstrument zur Förderung der Biodiversität im Offenland und als wichtiges Bindeglied zwischen Naturschutz und nachhaltiger Produktion gilt („Biotoppflege durch Nutzung“). Die Arbeit verschiedener Projekte aus dem Bundesprogramm zeigt außerdem, dass dem Ausbau des Biotopverbunds durch den Einsatz von Standardinstrumenten enge Grenzen gesetzt sind.

Projekt

Mit dem Projekt “Weidetiere schaffen Landschaft - Gemeinsam für mehr Vielfalt im Hotspot 17”  reagieren die Projektpartner auf diese Erkenntnisse mit einem ganzheitlichen Ansatz aus Naturschutzmaßnahmen, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, konkreten Unterstützungsleistungen für die Weidetierhaltenden und der Beteiligung am politischen Diskurs auf übergeordneter Ebene. Es kombiniert bewährte Maßnahmen der Landschaftspflege mit innovativen Modellversuchen zur Biotopentwicklung, um die naturschutzfachlichen Qualitäten des Hotspots 17 zielgerichtet zu entwickeln. Im transdisziplinären Partnerverbund werden neue vielversprechende, aber ergebnisoffene Potenziale zum Ausbau der Biotopverbünde und zur Anpassung des Grünlandmanagements unter zunehmendem Flächennutzungsdruck und sich verschärfenden Klimawandelbedingungen ausgelotet und erprobt sowie die Integration von multifunktionalen Nutzungskonzepten versucht. Dabei adressiert das Projekt vordergründig die Weidetierhaltung im Projektgebiet, denn kaum eine andere Form der Landnutzung erzeugt so unmittelbare Synergien zwischen Naturschutz, Tierwohl und nachhaltiger Lebensmittelproduktion und fungiert dabei gleichzeitig als emotionaler Türöffner für die Umweltbildungsarbeit wie diese. Besonderen Pilotcharakter bei der Arbeit in regionalen Partnerschaften hat die Zusammenarbeit der beiden am Hotspot beteiligten Bundesländer Hessen und Thüringen, die abgestimmte Ziele in allen Teilbereichen verfolgt, aufgrund sehr unterschiedlicher Strukturen und Voraussetzungen jedoch vielfältige und spezifische Lösungsansätze hervorbringen wird. Auch die Einbindung der kooperierenden Weidetierhaltenden und ihrer Interessenvertretungen auf Entscheidungsebene, die das Projektgeschehen aktiv mitgestalten und in ihrem Sinne lenken können, soll beispielgebend sein. Die Schnittstellenarbeit, die das Projekt dabei leistet, ermöglicht Erkenntnisgewinne und Wissenstransfer von der lokalen Praxis bis hin zur Politik auf Ebene der beteiligten Länder und des Bundes.

Das Projekt „Weidetiere schaffen Landschaft“ knüpft in weiterentwickelter Form an die erfolgreiche Umsetzung seines Vorgängerprojektes „Schaf schafft Landschaft“ an. Die geschaffene Infrastruktur, das mit übergehende, erfahrene Projektpersonal und das aufgebaute Kooperationsnetzwerk aus regionalen, überregionalen und bundesweit tätigen Projektpartnern, Befürwortern, Unterstützern und Multiplikatoren bieten dafür ideale Voraussetzungen.

Weiteres

  • Lage: Hotspot 17 der biologischen Vielfalt „Werratal mit Hohem Meißner und Kaufunger Wald“ im Dreiländereck Hessen, Thüringen, Niedersachsen

Projektleitung

Universität Kassel, Geo-Naturpark Frau-Holle-Land, Werra-Meißner-Kreis, Landschaftspflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) sowie durch das Land Hessen (HMLU), das Land Thüringen (TMUENF), die Heinz Sielmann Stiftung und den Unstrut-Hainich-Kreis

Kontakt im BfN

Programmbüro Bundesprogramm Biologische Vielfalt
0228 3821-1809
Heinrich-Konen-Str. 1, 53227 Bonn
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