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Bundesamt für Naturschutz

Handlungsfeld 1: Management

Stärkung geschützter Gebiete durch die Verbesserung der Managementqualität und -effektivität

Das Ziel dieses Handlungsfelds ist es, die Managementqualität der Schutzgebiete durch eine ausgebaute Gebietsbetreuung zu verbessern. Es sollte überprüft werden, ob die Schutzzwecke und Schutzbestimmungen noch angemessen sind oder novelliert werden müssen. Regelmäßig sollten systematische Evaluierungen der unterschiedlichen Schutzkategorien durchgeführt werden. Die Effektivität des Schutzgebietes sollte auf Basis der Gebietsbeobachtung (Monitoring) und durch regelmäßige wissenschaftliche Untersuchungen ermittelt werden.

Gebietsbetreuung

Die Gebietsbetreuung von Schutzgebieten umfasst die Pflege, Überwachung und Weiterentwicklung von geschützten Flächen wie Naturschutzgebieten, FFH-Gebieten oder Nationalparks. Gebietsbetreuer*innen sind dafür zuständig, die ökologischen Ziele vor Ort umzusetzen, Lebensräume zu erhalten oder zu verbessern und Nutzungen im Einklang mit den Schutzzielen zu lenken. Dazu gehören Aufgaben wie:

  • die Kontrolle des Gebietszustands, 
  • die Umsetzung von Pflegemaßnahmen (z. B. Entbuschung, Mahd, Beweidung), 
  • die Öffentlichkeitsarbeit sowie 
  • die Vermittlung zwischen Naturschutz, Landnutzenden und Bevölkerung.

Damit tragen die Gebietsbetreuer*innen wesentlich dazu bei, den Schutzwert der Gebiete langfristig zu sichern

Herausforderungen in der Gebietsbetreuung 

Die Gebietsbetreuung von Schutzgebieten steht vor vielfältigen Herausforderungen. Oft sind die personellen und finanziellen Mittel nicht ausreichend. In Folge dessen kann nur ein Teil der nötigen Maßnahmen umgesetzt werden. Viele Stellen für die Gebietsbetreuung sind projektgebunden und zeitlich befristet. Dadurch wird eine langfristige Betreuung sehr erschwert. Hinzu kommt der Klimawandel, der die Bedingungen in den Schutzgebieten spürbar verändert: In Mooren führt zunehmende Trockenheit zum Abbau des Torfkörpers, an der Küste bedrohen steigende Meeresspiegel und Sturmfluten wertvolle Lebensräume, im Meeresbereich führen steigende Wassertemperaturen und das gleichzeitig häufigere Auftreten von Hypoxie-Ereignissen durch die verstärkte Schichtung der Wassersäule zu Veränderungen bestehender Lebensgemeinschaften und -räume. In den Mittelgebirgen verschieben sich Vegetationszonen, sodass Arten ihren Lebensraum verlieren. Der Klimawandel ist damit ein zusätzliches Problem für die Gebietsbetreuung da Schutzgüter zusätzlich bedroht sind und zusätzliche Maßnahmen eventuell notwendig werden. Gleichzeitig wächst der Nutzungsdruck durch Landwirtschaft, Freizeit und Tourismus. 

Möglichkeiten zur Verbesserung

Eine Verbesserung der Personalausstattung auf allen Ebenen der Schutzgebietsverwaltung ist für die Sicherung einer geeigneten Betreuung der Schutzgebiete essenziell.

Ziele

  1. Verbesserung der Personalausstattung: 
    Analyse des Stellenbedarfs sowie Aufbereitung der Ergebnisse als Grundlage für Bedarfsanmeldungen.
  2. Stärkung der personellen Ressourcen und Qualifikationen: 
    Ausbau von Fort- und Weiterbildungsangeboten zur Verbesserung der Kompetenzen in der Schutzgebietsverwaltung, z. B. in Gebietsbetreuung und Kommunikation. Entwicklung klarer Rollendefinitionen für Schutzgebietsakteurinnen, etwa für Ranger*innen oder Klimawildnisbotschafter*innen.
  3. Anpassung an aktuelle Herausforderungen: 
    Unterstützung in der Entwicklung von Managementkonzepten, die den Anforderungen durch Klimawandel, invasive Arten und Nutzungsdruck gerecht werden, z. B. durch flexible Pflegepläne und abgestimmte Zusammenarbeit mit Landnutzung und relevanten Akteur*innen.

weiterführender Inhalt

Ausgewählte Publikationen

BfN Schriften 328 - Beitrag ausgewählter Schutzgebiete zum Klimaschutz und dessen monetäre Bewertung

Matthias Drösler, Jürgen Augustin, Lindsey Bergmann, Christoph Förster, Daniel Fuchs, Julia-Maria Hermann, Jochen Kantelhardt, Alois Kapfer, Gerd Krüger, Lena Schaller, Michael Sommer, Manuel Schweiger, Peggy Steffenhagen, Bärbel Tiemeyer und Marc Wehrhan
BfN-Schriften
2012
Ziel des in dieser Publikation dokumentierten Forschungs- und Entwicklungsvorhabens war es daher, zu bewerten, inwieweit die Mittel, die in... mehr lesen

Gebietsbeobachtung und Monitoring

Für das effektive Management von Schutzgebieten ist es wichtig, regelmäßig Biotope, Lebensräume und ausgewählte Arten zu beobachten. Das Gebietsmonitoring erfasst dabei systematisch den Zustand und die Entwicklung von Lebensräumen, Arten und ökologischen Prozessen. So kann die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen überprüft, Veränderungen frühzeitig erkannt und Managemententscheidungen auf eine fundierte Datengrundlage gestützt werden.

Herausforderungen im Monitoring

Eine große Herausforderung des Monitorings sind die vielfältigen Strategien, Ziele, Richtlinien und Verordnungen (Bundesnaturschutzgesetz, Natura 2000-Richtlinien, Wasserrahmenrichtlinie, marine Schutzgebietsverordnungen), die alle eigene Monitoringanforderungen stellen. Hinzu kommen begrenzte finanzielle Mittel und zu wenig Fachpersonal. Die Einbindung von Citizen Science (an Land) bietet hierbei eine gute Möglichkeit. Hier liegt allerdings die Herausforderung in einer guten Koordination damit auch unauffälligere Arten und weniger bekannte Standorte berücksichtigt werden, und so Verzerrungen in der Datenlage vermieden werden. Marine Monitoringmethoden sind oft sehr aufwendig, kostenintensiv und erfordern spezielle Fachkenntnisse. Diese Faktoren erschweren die flächendeckende, langfristige Datenerhebung und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse. 

Möglichkeiten zur Verbesserung

Zur Unterstützung werden zunehmend technische Hilfsmittel eingesetzt: Fernerkundung, Drohnen, Satellitendaten und Künstliche Intelligenz (KI) ermöglichen eine effizientere Datenerfassung und -auswertung, zum Beispiel bei Habitatkartierungen, Vegetationsanalysen oder der Erkennung von Veränderungen in sensiblen Lebensräumen. Für eine noch effektivere Nutzung dieser Werkzeuge ist mehr Forschung notwendig, um Methoden weiterzuentwickeln, die Datenqualität zu verbessern und die Integration in Managementprozesse zu erleichtern. An Land kann auch Citizen Science Monitoring durch ehrenamtliche oder lokale Initiative helfen Daten flächendeckender zu erfassen – diese muss aber gut koordiniert werden. 

Trotz dieser Herausforderungen ist ein systematisches, gut abgestimmtes Monitoring essenziell, um die Zustands- und Belastungssituation zu dokumentieren, Managementmaßnahmen anzupassen um Schutzgebiete langfristig wirksam zu erhalten und die Ziele des Natur- und Klimaschutzes sowohl an Land als auch im Meer zu erreichen.

Ziele 

  1. Erweiterung der Forschung für digitale Hilfsmittel:
    Bereitstellen von neusten Erkenntnissen zu Entwicklung und Optimierung von Fernerkundung, Einsatz von Drohnen, Künstlicher Intelligenz und anderen Technologien zur effizienten Datenerfassung und -auswertung.
  2. Stärkung von Personal und Finanzierung:
    Erhebung von Bedarfen und Entwicklung von Maßnahmen zur Sicherstellung ausreichender und langfristiger personeller sowie finanzieller Ressourcen für Gebietsbetreuung und Monitoring.
  3. Verbesserung der Koordination von Monitoringprogrammen:
    Zusammenführung und Abstimmung von Datenerhebungen aus verschiedenen Programmen, Strategien und Verordnungen, um Doppelstrukturen zu vermeiden und die Vergleichbarkeit zu erhöhen.

weiterführender Inhalt

Ausgewählte Publikationen

Schutzzwecke und Schutzbestimmungen

Schutzzwecke und Schutzbestimmungen dienen der Festlegung der geschützten Teile der biologischen Vielfalt, naturnahen Lebensräumen, Lebensgemeinschaften und Arten sowie wertvollen Landschaften und der räumlichen Umfassung in der sie geschützt werden. Mit definiertem Schutzzweck und -ziel ermöglichen die Naturschutzgebiete, Nationalparks, Naturparke, Biosphärenreservate und Natura 2000-Gebiete in Deutschland in den festgelegten Gebieten bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu schützen, ökologische Prozesse zu sichern und naturnahe Erholungsräume für den Menschen zu ermöglichen. Die rechtlichen Grundlagen leiten sich unter anderem aus dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), den Naturschutzgesetzgebungen der Bundesländer sowie speziellen Verordnungen auf Landesebene ab. Für die Schutzzwecke und -bestimmungen wird festgelegt, welche Nutzungen zulässig sind, welche Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen erfolgen müssen und welche Eingriffe in Natur und Landschaft genehmigt werden müssen sind. So sollen sowohl die Natur selbst als auch ihre unersetzlichen Funktionen für Klima, Wasserhaushalt und Boden langfristig bewahrt werden.

Herausforderungen in der Verbesserung der Schutzzwecke und -bestimmungen

Die Vielzahl unterschiedlicher Schutzgebietskategorien sowie teilweise veraltete Schutzgebietsverordnungen erschweren den Überblick über Schutzzwecke und geltende Bestimmungen. In einigen Fällen sind Verordnungen nicht nur technisch oder rechtlich überholt, sondern der ursprüngliche Schutzzweck entspricht nicht mehr vollständig der aktuellen Situation. Zusätzlich fehlt bislang eine zentrale digitale Übersicht über alle Schutzgebietsverordnungen. Dadurch ist es für Bürgerinnen, Landnutzerinnen und andere Interessierte oft schwierig, schnell und verständlich auf Informationen zu Schutzgebieten und ihren Regeln zuzugreifen. Damit die Vorgaben in der Praxis wirksam sind, ist ihre Vermittlung vor Ort besonders wichtig, zum Beispiel durch Rangerinnen oder Schutzgebietsbetreuerinnen. Gleichzeitig sollten die Bestimmungen auch digital, zentral gebündelt und leicht zugänglich sein. Ein weiteres Problem ist die teilweise unzureichende Erfassung und Ahndung von Verstößen gegen Schutzgebietsregeln, wodurch Naturschutzmaßnahmen in der Praxis nicht immer konsequent umgesetzt werden.

Möglichkeiten zur Verbesserung

Eine grundlegende Vereinheitlichung und Aktualisierung der Verordnungen – insbesondere in Kategorien mit stark variierenden oder veralteten Regelungen – kann zu mehr Klarheit und Rechtssicherheit führen. Digitale Werkzeuge eröffnen zudem die Chance, Informationen zentral, transparent und leicht verständlich bereitzustellen, sodass sowohl Behörden als auch Bürger*innen und Landnutzer*innen schnellen Zugang zu relevanten Bestimmungen haben. Vor Ort können geschulte Ranger*innen, Informationszentren oder mobile Beratungsangebote die Vermittlung weiter stärken und Konflikte frühzeitig entschärfen. Ergänzend können verbesserte Kooperations- und Abstimmungsprozesse zwischen Behörden, Kommunen und Flächennutzenden dazu beitragen, Vollzugslücken zu schließen und Schutzmaßnahmen zielgerichteter umzusetzen. Auf diese Weise lassen sich bestehende Strukturen modernisieren, Akzeptanz erhöhen und die Einhaltung der Schutzbestimmungen langfristig verbessern.

Ziele

  1. Prüfung der Schutzgebietsverordnungen:
    Unterstützung bei der Überprüfung von Schutzzwecken und Bestimmungen hinsichtlich Aktualität, Klarheit und Spezifität sowie Ableitung von Empfehlungen zur Anpassung.
  2. Erstellung und Digitalisierung der Schutzgebietsverordnungen:
    Zusammenstellung und digitale Bereitstellung aller Schutzgebietsverordnungen mit Vorschlägen für leicht zugänglichen Informationen für Besucher*innen, Landnutzer*innen und weitere Akteur*innen.
  3. Optimierung des Vollzugs:
    Analyse von Umsetzungsdefiziten und Entwicklung von Maßnahmen zur Reduzierung von Verstößen und zur Verbesserung der Durchsetzung von Schutzbestimmungen.

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Ausgewählte Publikationen

Andere wirksame gebietsbezogene Erhaltungsmaßnahmen (Other Effective Area-Based Conservation Methods (OECMs))

Andere wirksame gebietsbezogene Erhaltungsmaßnahmen (auf Englisch „Other Effective Area-Based Conservation Measures“) beziehen sich auf räumlich abgegrenzte Gebiete, die zwar keine formellen Schutzgebiete wie Nationalparks oder Naturschutzgebiete sind, aber dennoch dauerhaft und wirksam zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen. OECMs können auch dazu beitragen internationale vereinbarte Schutzziele im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) zu erreichen, wie auch die EU-Schutzgebietsziele 2030, wenn die entsprechenden Kriterien erfüllt sind (z.B. das Gebiet ist gesetzlich gesichert, die Erhaltungsziele und -maßnahmen sind vorhanden). In Deutschland sind diese Gebiete beispielsweise Flächen im Besitz von Kirchen und Stiftungen, die nicht in einer Schutzgebietskategorie des BNatSchG stehen. Zu den OECMs zählen auch Flächen aus dem Nationalen Naturerbe (NNE). Um die Flächen ganz für den Naturschutz zu gewinnen, können gemeinsam mit den Eigentümer*innen über ökologische Bewirtschaftungsvorgaben oder auch über Stilllegungen gesprochen werden.

Systematische Evaluierung der Schutzgebietskategorien

Die systematische Überprüfung der Effektivität der Schutzgebiete dient dazu, ihre Wirksamkeit, Zielerreichung und Anpassungsbedarfe zu überprüfen. Dabei wird untersucht, ob die Schutzgebiete ihre ökologischen, naturschutzfachlichen und gesellschaftlichen Funktionen erfüllen und welche Verbesserungen nötig sind. Auf Bundesebene liegen bereits systematische Bewertungen für Nationalparks, Biosphärenreservate und Natura 2000-Gebiete vor. Auf EU-Ebene wurden Tools für eine einheitliche Bewertung entwickelt (PAME). Für andere Kategorien, wie zum Beispiel Naturschutzgebiete, existieren bislang nur punktuelle oder länderspezifische Auswertungen. Eine Vereinheitlichung solcher Evaluierungen wäre wichtig, um Prioritäten für Pflege, Management, Monitoring und gesetzliche Anpassungen ableiten zu können.

Herausforderungen in der systematischen Evaluierung der Schutzgebietskategorien

Die Bewertung von Schutzgebieten ist ein wichtiger Bestandteil eines wirksamen Naturschutzes, bringt jedoch zahlreiche Herausforderungen mit sich. Häufig fehlen ausreichend Personal und feste institutionelle Strukturen, um eine regelmäßige und vergleichbare Evaluierung aller Schutzgebietskategorien sicherzustellen. Besonders in marinen Schutzgebieten sind umfassende Bewertungen schwierig, da sie mit hohen Kosten und aufwendigen Datenerhebungen verbunden sind.

Zusätzlich erschwert die Vielzahl unterschiedlicher Evaluierungssysteme auf EU-, Bundes- und Länderebene eine einheitliche Bewertung. Da verschiedene Methoden und Ansätze parallel genutzt werden, ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse oft eingeschränkt – sowohl innerhalb einzelner Schutzgebietskategorien als auch zwischen verschiedenen Kategorien und im internationalen Kontext. Gleichzeitig müssen die unterschiedlichen Schutzgebiete mit ihren spezifischen Zielen und rechtlichen Grundlagen in ein gemeinsames, konsistentes Bewertungssystem integriert werden, was die Umsetzung zusätzlich komplex macht.

Möglichkeiten zur Verbesserung

Ein zentraler Schritt ist die Vereinheitlichung von Zielen, Begrifflichkeiten und Verordnungen, da eine klarere und harmonisierte Rechtsgrundlage die Vergleichbarkeit von Bewertungen erheblich erleichtert und bundesweit konsistente Qualitätsstandards ermöglicht (siehe Handlungsfeld 1.3 „Schutzzwecke und Schutzbestimmungen“). Ergänzend könnten gemeinsame Bewertungsrahmen und standardisierte Indikatoren entwickelt werden, die sowohl terrestrische als auch marine Schutzgebiete abdecken und den Aufwand für zukünftige Analysen reduzieren. Der Ausbau digitaler Plattformen für Datenverwaltung und -austausch würde zudem den Zugang zu Monitoring- und Managementinformationen verbessern und Doppelarbeiten vermeiden. Durch stärkere Kooperationen zwischen Bund, Ländern, Forschungseinrichtungen und Schutzgebietsverwaltungen ließen sich Synergien nutzen, Fachwissen bündeln und Evaluierungsprozesse effizienter gestalten. Diese Maßnahmen könnten die Evaluierungspraxis nicht nur vereinfachen, sondern auch ihre Aussagekraft und ihren Nutzen für das Schutzgebietsmanagement langfristig erhöhen.

Ziele

  1. Etablierung von einheitlichen Evaluierungen:
    Entwicklung systematischer und vergleichbarer Bewertungsansätze für alle Schutzgebietskategorien unter Einbindung von Wissenschaft und Fachwissen. 
  2. Sicherung von verlässlicher Finanzierung: 
    Erfassung von Bedarfen und Entwicklung von Konzepten für eine langfristige finanzielle Absicherung von Evaluierungen. 
  3. Harmonisierung von Zielen und Rechtsgrundlagen:
    Vorschläge erarbeiten und abstimmen für Vereinheitlichungen unterschiedlicher Vorgaben, um Vergleichbarkeit und Wirksamkeit der Schutzgebiete zu erhöhen. 

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Ausgewählte Publikationen

Regelmäßige wissenschaftliche Untersuchungen

Regelmäßige wissenschaftliche Untersuchungen in Schutzgebieten sind entscheidend für einen wirksamen Naturschutz in Deutschland. Sie liefern wichtige Daten, um Veränderungen durch Biodiversitätsverlust und Klimawandel frühzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen gezielt anzupassen. Gleichzeitig unterstützen sie eine naturverträgliche Planung von Infrastruktur und erneuerbaren Energien und entwickeln neue Monitoringmethoden und Indikatoren, um Ökosysteme sowie die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Natur und Klima besser zu verstehen.

Herausforderungen der regelmäßigen wissenschaftlichen Untersuchungen

Die Durchführung regelmäßiger wissenschaftlicher Untersuchungen in Schutzgebieten ist mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Häufig fehlt eine zentrale Koordination, sodass Untersuchungen nicht systematisch wiederholt werden und wichtige Langzeitdaten verloren gehen. Diese Daten sind jedoch entscheidend, um Trends zu erkennen und die Auswirkungen von Biodiversitätskrise und Klimawandel zuverlässig zu bewerten. Auch bei der Datenverfügbarkeit und -zugänglichkeit bestehen Lücken. Ergebnisse werden oft dezentral erhoben, unvollständig veröffentlicht oder nach unterschiedlichen Methoden erfasst. Gleichzeitig existiert eine Vielzahl an Monitoringprogrammen und Evaluierungen, die selten miteinander verknüpft werden. Einheitliche Indikatoren und regelmäßige Auswertungen fehlen häufig. Hinzu kommen begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen, die eine kontinuierliche Forschung erschweren. Besonders im marinen Bereich sind Untersuchungen sehr aufwendig, da spezialisierte Technik, Forschungsschiffe und lange Beobachtungszeiträume nötig sind. Dadurch bleiben viele Entwicklungen in Ökosystemen unzureichend dokumentiert.

Möglichkeiten zur Verbesserung

Um wissenschaftliche Untersuchungen in Schutzgebieten zu stärken, braucht es eine bessere bundesweite Koordination und Abstimmung der bestehenden Forschungsprogramme. Einheitliche Methoden, Indikatoren und Berichtssysteme können die Vergleichbarkeit der Daten verbessern und den Aufwand für Behörden und Forschungseinrichtungen reduzieren. Gleichzeitig sollten wissenschaftliche Untersuchungen über das klassische Monitoring hinausgehen und neue Monitoringstrategien, Methoden und Indikatoren entwickeln, um Veränderungen in Ökosystemen noch genauer zu erfassen. Eine zentrale digitale Dateninfrastruktur könnte den Austausch zwischen Bund, Ländern, Forschungseinrichtungen und Schutzgebietsverwaltungen erleichtern und sicherstellen, dass Daten langfristig verfügbar und nutzbar bleiben. Darüber hinaus sollten Untersuchungen stärker die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur berücksichtigen und Verbindungen zu angrenzenden Themen wie Klimawandel, Gesundheit oder gesellschaftlichen Entwicklungen untersuchen. Langfristige Förderprogramme, gemeinsame Forschungsinitiativen und moderne technische Ausstattung – sowohl für terrestrische als auch marine Schutzgebiete – würden die Qualität der Untersuchungen weiter verbessern. So entsteht eine solide Wissensbasis, um Natur- und Klimaschutzmaßnahmen wirksam zu planen und zukünftige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Ziele

  1. Gezielte Koordination und Wiederholbarkeit von wissenschaftlichen Studien:
    Erfassung und Steuerung von Untersuchungen zu zentralen Themen wie Klimawandel, Artenrückgang und Habitatentwicklung zur Sicherstellung regelmäßiger und vergleichbarer Datensätze auf Bundes-, Länder- und Schutzgebietsebene.
  2. Verbesserung der Datenlage, Indikatoren und Transparenz:
    Aufbau offener Datenplattformen, Entwicklung einheitlicher Indikatoren sowie regelmäßige Überprüfung und Veröffentlichung von Ergebnissen und stärkere Verknüpfung bestehender Programme. 
  3. Stärkung von Ressourcen und Technik:
    Erhebung von Bedarfen und Entwicklung von Maßnahmen zur Sicherstellung ausreichender personeller, finanzieller und technischer Ausstattung, insbesondere auch im marinen Bereich. 

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