Bundesamt für Naturschutz

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Internationaler Gebietsschutz

Feuchtgebiete internationaler Bedeutung in Deutschland (Ramsar-Gebiete)

34 Ramsar-Gebiete dienen dem internationalen Feuchtgebietsschutz in Deutschland

Das Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar-Konvention) dient der Erhaltung dieser wichtigen Ökosysteme und damit auch dem umfassenden Schutz des Lebensraums zahlreicher Vogel- und Fischarten. In Deutschland wurden 34 Ramsar-Gebiete ausgewiesen, davon sind mehr als 80 Prozent Watt- und Wasserflächen in Nord- und Ostsee.


Deutschland hat sich mit dem Beitritt zur Ramsar-Konvention im Jahr 1976 dazu verpflichtet, den Erhalt von Feuchtgebieten zu fördern. Seitdem wurden in Deutschland 34 Ramsar-Gebiete ausgewiesen. Sie sind auf 12 Länder mit einer Fläche von insgesamt 868.226 Hektar verteilt. Davon sind mehr als 80 Prozent Watt- und Wasserflächen der Nord- und Ostsee. Insgesamt gibt es in Deutschland drei staatenübergreifende Ramsar-Gebiete: die Bayerische Wildalm zwischen Deutschland und Österreich, den Oberrhein zwischen Deutschland und Frankreich sowie das Wattenmeer zwischen Deutschland, Dänemark und den Niederlanden.

Das sogenannte Montreux-Register listet Ramsar-Gebiete mit verstärktem Managementbedarf

Der Begriff "Ramsar-Gebiet" begründet dabei keinen eigenständigen rechtlichen Schutzstatus, sondern stellt ein Prädikat dar, das verliehen wird. Die Vertragsstaaten müssen für die Gebiete Managementpläne aufstellen und den ökologischen Zustand überwachen. Sollte sich dieser bereits deutlich verschlechtert haben oder in absehbarer Zeit verschlechtern, werden die betroffenen Feuchtgebiete in das sogenannte "Montreux-Register" aufgenommen. Für sie sind dann entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes zu erarbeiten. Nach wie vor und bereits seit Mitte 1990 ist das Ostfriesische Wattenmeer mit Dollart (aufgrund von Küstenschutzmaßnahmen in der Leybucht) im Montreux-Register gelistet.

Deutsche Ramsar-Gebiete bieten Lebensräume für stark gefährdete Zugvögel und Fische

Alle deutschen Ramsar-Gebiete erfüllen mindestens drei der neun erforderlichen Kriterien: Sie sind Gebiete mit repräsentativen, seltenen oder einzigartigen Feuchtgebietstypen sowie von internationaler Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. So überwintern in den deutschen Ramsar-Gebieten zahlreiche feuchtgebietsgebundene Zugvogelarten (wie beispielsweise Zwergschwan, Waldsaatgans, Eisente), deren Verbreitung weltweit stark zurückgegangen ist. Sie sind zudem wichtige Lebensräume für stark gefährdete und vom Aussterben bedrohte Fischarten (wie zum Beispiel Huchen, Ammersee-Kilch und Wanderfischarten wie Lachs und Maifisch). Beinahe die gesamte Fläche aller Ramsar-Gebiete in Deutschland ist zugleich auch im Rahmen von Natura 2000 geschützt.

Weiterführende Infos

Ramsar-Konvention (BfN-Themenseite)

Ramsar (Ramsar Convention Secretariat)