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Bundesamt für Naturschutz

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Blaues Band trifft Grünes Band an der Werra

Gemeinsame Pressemitteilung mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV)
Presse
Bundesprogramm "Blaues Band Deutschland"
Gewässer und Auen
08.09.2026
Frankenroda
Wie gemeinsame Maßnahmen an einer Bundeswasserstraße und ihrer Aue zu artenreichen Lebensräumen in einer lebendigen Flusslandschaft führen können, zeigt das Kooperationsprojekt „Blaues Band trifft Grünes Band“ an der Werra. Davon überzeugten sich heute Anke Leue und Sabine Riewenherm, die Präsidentinnen der Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt (GDWS) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), bei einem Projektbesuch in Frankenroda. Die Projektträger Stiftung Naturschutz Thüringen und Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Weser informierten über die geplanten Maßnahmen zur Renaturierung der Werra und ihrer Auen.
Grünes Band und Werra bei Treffurt
Grünes Band und Werra bei Treffurt

Das Besondere: Das Projekt verbindet zwei bundesweit bedeutsame Biotopverbundsysteme – das Blaue Band Deutschland und das Grüne Band. Ziel ist es, Fluss, Ufer und Aue der Werra als zusammenhängenden Lebensraum zu entwickeln. Dafür sollen Gewässer aufgeweitet, Auengewässer und Flachwasserzonen angelegt, Auenbereiche wiedervernässt und eine natürliche Gewässerdynamik gefördert werden. So werden wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zurück in die Flusslandschaft gebracht. Gleichzeitig werden die natürlichen Funktionen der Auen gestärkt – etwa als Wasserspeicher bei Hochwasser und als Rückzugsräume in Trockenzeiten. Angesichts der immer noch spürbaren Dürre und der extremen Niedrigwasserstände im Jahr 2026 hilft dies ganz konkret dabei, das Wasser in der Landschaft zu halten und die Region widerstandsfähiger zu gestalten.

Sabine Riewenherm, Präsidentin des BfN: „Wo einst die Grenze teilte, wird heute Flusslandschaft neu verbunden. Das Kooperationsprojekt ‚Blaues Band trifft Grünes Band‘ zeigt eindrucksvoll, dass Flüsse nicht am Ufer enden – sie bilden gemeinsam mit ihren Auen einen zusammenhängenden Lebensraum. Wenn wir Flüssen wie der Werra wieder mehr Raum geben und sie naturnäher entwickeln, schaffen wir wertvolle Biotope für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und stärken zugleich die natürlichen Funktionen der Aue. Das Projekt macht deutlich: Gemeinsam können wir viel für die Zukunft unserer Flusslandschaften erreichen.“

Anke Leue, Präsidentin der GDWS: „Die Kooperation der WSV mit Dritten aus dem Auenförderprogramm ist ein Kerngedanke des Bundesprogramms Blaues Band Deutschland und ein Erfolgsfaktor für weitreichende ökologisch-wasserwirtschaftliche Projekte. Mit dem Projekt ‚Blaues Band trifft Grünes Band‘ verbinden wir die Werra wieder mit ihrer Aue und steigern zugleich die Attraktivität für die Freizeitschifffahrt.“

Der Projektbesuch verdeutlichte eindrücklich, dass eine nachhaltige Entwicklung der Bundeswasserstraßen nur in engem Schulterschluss zwischen Naturschutz und Wasserstraßenverwaltung gelingen kann. Davon profitiert nicht nur die Natur. Naturnahe, intakte Flusslandschaften sind gleichzeitig attraktive Räume für Erholung, Freizeit und Tourismus.

Das Vorhaben wird von der Stiftung Naturschutz Thüringen gemeinsam mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser im Bundesprogramm Blaues Band Deutschland (BBD) umgesetzt. Es verbindet Maßnahmen zur naturnahen Aufwertung der Werra und ihrer Auen mit einer nachhaltigen Entwicklung der Bundeswasserstraße. Das Projektgebiet liegt in einem ökologisch besonders wertvollen Bereich am Grünen Band Thüringen und trägt dazu bei, den überregionalen Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und der Werra weiter zu stärken.

Hintergrund

Förderprogramm Auen

Das Teilprojekt „Blaues Band trifft Grünes Band“ im Förderprogramm Auen ist das erste Vorhaben an der Werra und in Thüringen, das im Förderprogramm Auen bewilligt wurde. Das Gesamtbudget von 3,2 Millionen Euro steht bis 2030 zur Verfügung, wovon rund 2,7 Millionen Euro das Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesumweltministeriums bereitstellt. Die Stiftung übernimmt rund 420.000 Euro, die Stadt Treffurt und das Land Thüringen stellen Flächen für das Projekt zur Verfügung. Das Projektgebiet umfasst 27,5 Hektar der Werraauen. Die Werra kann sich auf einer Strecke von rund 10 Kilometern in der Gemeinde Treffurt wieder frei entfalten. 

Über das Förderprogramm Auen können Landkreise und Kommunen, Naturschutz- und Umweltverbände sowie andere Akteure beim Bundesamt für Naturschutz Fördermittel beantragen, um die Auen entlang der Bundeswasserstraßen als Zentren der biologischen Vielfalt und Achsen des Biotopverbundes naturnah zu entwickeln. Zur Wiederherstellung intakter Flusslandschaften können beispielsweise Auengewässer angelegt, nicht mehr benötigte Entwässerungseinrichtungen entfernt sowie der für die Maßnahmenumsetzung notwendige Grunderwerb und Personal gefördert werden. Die wiedervernässten Auen dienen nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern wirken als Filter zum Beispiel für Stickstoff und speichern aktiv Kohlenstoff, so dass Wasserqualität und Klima gleichermaßen gedient ist. Das Förderprogramm ist Teil des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“, einer gemeinsamen Initiative von Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministerium. 

Kontakt im BfN

Bundesamt für Naturschutz
Stabsstelle PK Strategische Planung und Kommunikation
0228 8491-4444
Konstantinstr. 110, 53179 Bonn