Ehemaliges Militärgelände wird zur Auenlandschaft
Das Projekt als Teil des Bundesprogramms Blaues Band Deutschland (BBD) und Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) verbindet Hochwasserschutz, Biodiversität und natürlichen Klimaschutz – und ist bundesweit eines der größten Renaturierungsvorhaben auf einer ehemaligen Militärfläche. Knapp zwölf Hektar werden der Natur zurückgegeben.
BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm sagte in ihrem Grußwort: „Das Gelände des ehemaligen Wouldham Camps ist wohl einer der außergewöhnlichsten Orte, an denen in Deutschland derzeit Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Gerade in Zeiten, in denen die Verteidigungsfähigkeit mehr denn je in den Fokus rückt und der Ausbau der Bundeswehr ein zentrales Thema ist, stellt die Renaturierung des hiesigen, ehemaligen Übungsgeländes der Britischen Armee eine Besonderheit dar.“
Seit Ende des 2. Weltkrieges diente das Gebiet den dort stationierten britischen Soldaten als Übungsgelände für die Errichtung von Ponton-Brücken über Flüsse. Mit dem Abzug der britischen Armee im Jahr 2014 endete der Bedarf. Das Gelände und die Gebäude wurden nur noch teilweise genutzt. Zwischen der Stadt Hameln und dem Bundesforstbetrieb Niedersachsen als Verwalter des Geländes entstand die Idee, das Gebiet wieder als naturnahe Aue der Weser zu entwickeln.
Das Hauptziel des Projektes ist die nachhaltige Entwicklung eines naturnahen Wald-Offenlandkomplexes, der eine Vielzahl von unterschiedlichen Biotopen und Arten aufweist, die untereinander in Wechselwirkung stehen. So sollen Habitate sowohl für Auwald- als auch Offenlandarten geschaffen und langfristig erhalten werden. Das „Wouldham Camp“ trägt mit seinen Zielen zu einem länderübergreifenden Biotopverbund im Sinne des Bundesprogramms Blaues Band und der Wiederherstellungsverordnung bei. Indem mehr Wasser in die Aue gebracht und der verbleibende Auwald verbessert wird, wird mit dem Vorhaben ebenfalls der natürliche Klimaschutz gestärkt.
Das Projekt wird durch den BImA-Bundesforstbetrieb Niedersachsen umgesetzt. Die Planung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem BfN und der Stadt. Das Vorhaben ist Teil des Bundesprogramms Blaues Band Deutschland (BBD) und wird nun im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.
Hintergrund
Bundesprogramm Blaues Band Deutschland (BBD)
Das Bundesumweltministerium und das Bundesverkehrsministerium haben mit dem gemeinsam erarbeiteten Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ einen Handlungsrahmen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte geschaffen. Damit soll verstärkt in die Renaturierung von Bundeswasserstraßen und ihren Auen investiert und Fluss, Ufer und Aue wieder miteinander verbunden werden. Bundesamt für Naturschutz (BfN) und BImA arbeiten zur Umsetzung der Ziele auf Bundesflächen im BBD zusammen.
Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK)
Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) will die Bundesregierung entscheidend dazu beitragen, den allgemeinen Zustand der Ökosysteme in Deutschland deutlich zu verbessern und so ihre Resilienz und ihre Klimaschutzleistung zu stärken. Neben Treibhausgasminderung und Negativemissionen wird auch ein Beitrag zur Klimaanpassung erreicht. Die Natur an Land und im Meer soll besser geschützt und widerstandsfähiger werden, um dauerhaft zu den nationalen Klimaschutzzielen beizutragen.