Indikator Artenvielfalt und Landschaftsqualität: aktuelle Daten
Neben dem Gesamtindikator werden Teilindikatoren für die wichtigsten Nutzungs- und Landschaftstypen bilanziert. Betrachtet werden hier – am Beispiel der Bestandsentwicklung ausgewählter Vogelarten - die Bereiche Agrarland, Wälder, Siedlungen, Binnengewässer sowie Küsten und Meere. Während sich beispielsweise beim Teilindikator „Siedlungen“ mit 83 Prozent derzeit ein positiver Trend zeigt, liegt der Teilindikator „Agrarland“ mit 79 Prozent noch weit vom Zielbereich entfernt. Den besten Wert erreicht aktuell der Teilindikator „Küsten und Meere“ (89 Prozent), gefolgt von den Wäldern (84 Prozent) und den Binnengewässern (81 Prozent).
Betrachtet man sowohl den Gesamtindikator als auch die Teilindikatoren, bedeutet dies für die Praxis: Nur mit erheblichen zusätzlichen Anstrengungen im Naturschutz und für die Nachhaltigkeit der Nutzung können die Ziele im Jahr 2030 erreicht werden.
Hintergrund
Um den Zustand von Natur und Landschaft unter dem Einfluss vielfältiger Nutzungen auf der gesamten Fläche Deutschlands in zusammenfassender Form abzubilden, bilanziert der Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ die Veränderungen der Bestände ausgewählter Vogelarten, die die wichtigsten Nutzungs- und Landschaftstypen in Deutschland repräsentieren. Der Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ wird jährlich neu berechnet und gehört zu den zentralen Indikatoren der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030 und der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Der Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ war 2004 – seinerzeit unter dem Namen „Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt“ – entwickelt worden, um damit Zustand und Entwicklungen der biologischen Vielfalt in Deutschland zusammenfassend zu beschreiben. Die Zielwerte waren ursprünglich für das Jahr 2015 ermittelt und im Rahmen der Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2016 zunächst unverändert auf das Jahr 2030 übertragen worden. In den Jahren 2019 - 2022 wurde der Indikator im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens überprüft, angepasst und die Zielwerte unter Einbeziehung der derzeitigen Rahmenbedingungen auf das Jahr 2030 aktualisiert. Die Datenreihen wurden nach der Überarbeitung des Indikators rückwirkend neu berechnet.