Neue BfN-Schrift: Herdenschutz mit Esel & Co.
Der vorliegende Ergebnisbericht des Forschungsvorhabens dokumentiert die Schutzwirkung verschiedener Tierarten beim Schutz von Weidetieren wie Schafen und Ziegen. Darüber hinaus beschreiben die Autor*innen die praktischen und gesetzlichen Anforderungen an die Haltung und Pflege von Herdenschutztieren und stellen dazu auch Kostenbetrachtungen an. Zudem wird erläutert, auf welche Weise unterschiedliche Tierarten Weidetiere vor Wölfen schützen können.
Die Machbarkeitsstudie basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche der vorhandenen deutsch- und englischsprachigen Literatur, die bis 2022 veröffentlicht wurde. Ein Hauptfokus lag auf der Prüfung der Eignung von Herdenschutzeseln zum Schutz von Weidetieren vor Wolfsübergriffen.
Die Ergebnisse der Recherche zeigen, dass keine der untersuchten Schutztierarten in allen Situationen und zu jeder Zeit vollständigen Schutz vor Wolfsangriffen garantieren kann. Da Herdenschutztiere oftmals in Kombination mit anderen Maßnahmen – wie wolfsabweisenden Zäunen oder einer Behirtung – eingesetzt werden, lässt sich zudem nicht immer klar trennen, welche Herdenschutzmaßnahme nun wirksam ist oder ob insbesondere die Kombination der Maßnahmen zielführend ist, um Übergriffe zu vermeiden.
Allgemeine Empfehlungen zum Schutz von Weidetieren und Gehegewild vor dem Wolf sowie konkrete Anforderungen an empfohlene Präventionsmaßnahmen wurden 2019 von BfN und DBBW im Auftrag der Umweltministerkonferenz erarbeitet und mit den Bundesländern abgestimmt. Im Auftrag des Deutschen Bundestags wurden darüber hinaus zwei weitere Studien zum Themenfeld Herdenschutz erstellt: Herdenschutz am Deich in der Praxis sowie Herdenschutz am Steilhang in der Praxis (Betriebe im Portrait: Erfahrungen und Empfehlungen für den Herdenschutz auf Sonderstandorten).