Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Herausforderungen einer Risikobewertung von GVP ohne Komparator und Entwicklung eines Konzepts

FKZ:

3513 89 0300

Laufzeit:

01.09.2013 – 30.11.2014

Problemstellung und Ziele:

In der EU basiert die Risikobewertung von GVP auf dem vergleichenden Ansatz, der das Ziel verfolgt, die Gleichwertigkeit eines GVP mit seinem Komparator (= Vergleichslinie) hinsichtlich agronomischer Eigenschaften und inhaltsstofflicher Zusammensetzung in verschiedenen Umwelten (receiving environments) - mit Ausnahme der transgenen Eigenschaft - darzulegen. Der Bewertungsansatz fußt auf der Erfahrung mit der Sicherheit des Komparators (history of safe use), seiner Vergleichbarkeit mit den jeweiligen GVP, dem Nachweis der Gleichwertigkeit (Art und Umfang) und der Annahme, dass sich die Eigenschaften der GVP lediglich additiv aus den Eigenschaften des eingeführten Transgens und der Empfängerpflanze zusammensetzen.

Für herkömmliche GVP mit einfachen transgenen Eigenschaften wie Herbizid- und Insektenresistenz liegen in der Regel geeignete Komparatoren aus der Herstellung und Züchtung eines GVP vor. Für GVP der nächsten Generation mit komplexeren Eigenschaften, bei denen die inhaltsstoffliche Zusammensetzung geändert oder die Toleranz für abiotischen Stress verbessert wurde, gibt es keine offensichtlichen bzw. natürlichen Komparatoren, so dass der vergleichende Bewerungsansatz hier nicht ohne weiteres anwendbar ist.

Ziel dieses FuE-Vorhabens ist die kritische Analyse und Bewertung des vergleichenden Bewertungsansatzes bei der Umweltrisikobewertung von GVP und die Erstellung eines Konzeptentwurfs für GVP, bei denen eine offensichtliche/natürliche Vergleichslinie nicht vorhanden ist.

Das Vorhaben enthält die folgenden Arbeitsschritte:

1. Zunächst werden die Grundzüge des vergleichenden Bewertungsansatzes dargestellt und analysiert, für welche Fälle er sinnvoll angewendet werden kann. Dabei wird deutlich gemacht, welche Aussagen eine vergleichende Bewertung ermöglicht und wo ihre Grenzen zu sehen sind.

2. Die Empfehlungen der EFSA (2011), die Umweltrisikoprüfung für GVP ohne offensichtliche Vergleichslinien mit behelfsmäßigen Vergleichslinien durchzuführen, werden kritisch betrachtet. Zudem wird untersucht, ob und inwieweit bei bestimmten zugelassenen oder im Verfahren stehenden GVP (trockentoleranter Mais, Amylpektin-Kartoffeln, fettsäureveränderte Sojabohnen) die vergleichende Risikobewertung mit den ausgewählten Vergleichslinien an Grenzen gestoßen ist, d.h. mögliche Risiken nicht überprüft hat.

3. Es erfolgt eine Untersuchung anderer Bewertungsansätze einer Umweltrisikoprüfung für eine Umweltnutzung und ihre mögliche Übertragung für die hier genannten GVP. Hier ist insbesondere an Systeme gedacht, die auch eine Nutzung von Organismen beinhalten.

4. Weiterhin stellt das FuE Überlegungen für einen Ansatz zur Risikobewertung von GVP an, für die sich keine offensichtlichen Vergleichslinien anbieten und erstellt ein erstes Konzept.

 

Forschungsnehmer:

Umwelbundesamt GmbH

Spittelauer Lände 5

A-1090 Wien

Österreich

Ansprechpartner im BfN:

Birgit Winkel; FG II 3.3

Letzte Änderung: 02.03.2017

 Artikel drucken