Entwicklung und Erprobung von Artenhilfs- und CEF-Maßnahmen für Fledermäuse im Rahmen energetischer Gebäudesanierungen
Beschreibung
01.07.2023 – 31.03.2025 (Voruntersuchung)
01.09.2025 – 31.08.2028 (Hauptvorhaben)
01.09.2025 – 31.08.2031 (wissenschaftliche Begleitung)
Hintergrund
Für das bundesweite Ziel, Treibhausgas-Emissionen einzusparen und voraussichtlich bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen, stellt die energetische Gebäudesanierung eine wichtige Stellschraube dar. Gerade bei altem Gebäudebestand lassen sich besonders hohe Effizienzsteigerungen in der Energiebilanz durch eine nachträgliche Installation von Wärmedämmver-bundsystemen (WDVS) erzielen. Solch alter Gebäudebestand beherbergt wiederum eine größere Vielfalt an Quartieren streng geschützter Fledermausarten. Dies hat zur Folge, dass sich das für gebäudebewohnende Fledermäuse unverzichtbare Quartierangebot zunehmend verringert.
Um dem entgegen zu wirken, sind Artenschutzmaßnahmen in Form von neuen Fledermausquartieren an den sanierten Gebäuden unabdingbar. Derzeit existieren auf dem Markt schon einige Lösungsansätze für in WDVS integrierbare Artenschutzmaßnahmen, von denen einige bereits die industrielle Serienreife erreicht haben. Die Voruntersuchung des Vorhabens zeigte allerdings, dass die Wirkung dieser Lösungen bislang aufgrund fehlender adäquater Erfolgskontrollen nicht valide belegt werden kann. Auch bestehen oftmals Bedenken von Seiten des Baugewerbes, dass solche Lösungen die Gebäudesubstanz bzw. die Isolierfunktion des WDVS beeinträchtigen.
Projekt
Im geplanten Gesamtprojekt soll dem stetigen Verlust von Fledermausquartieren an Gebäuden im Zuge energetischer Sanierungsarbeiten durch die Entwicklung geeigneter Artenhilfsmaßnahmen entgegengewirkt werden. Ziel des Projektes ist daher die Entwicklung neuer Quartierkästen, die auf ihre artenschutzrechtliche Wirksamkeit zweistufig erprobt und untersucht werden. In der Voruntersuchung erfolgte hierzu bereits ein Vergleich verschiedener Methoden bezüglich ihrer Eignung zum Monitoring und zur Wirksamkeitsbewertung der Artenhilfsmaßnahmen. Die weitere Entwicklung und der Einsatz einer eigenen, autonom arbeitenden Erfassungssensorik soll aufzeigen, wie gängige Monitoring-Methoden neu erdacht und verbessert werden können.
Ferner wird innerhalb des Hauptvorhabens und der wissenschaftlichen Begleitung eine Zertifizierung der entwickelten Kästen nach DIN-Normen angestrebt.
Das Gesamtprojekt ermöglicht einerseits einen artenschutzrechtlichen Nachweis der Wirksamkeit der entwickelten Quartierkästen sowie andererseits den Nachweis durch die Zertifizierungen, dass auch bauphysikalisch keine Beeinträchtigungen durch den Einsatz dieser Artenhilfsmaßnahmen entstehen. Letzteres hat das Potenzial, bestehende Bedenken bei den Bauträger*innen, Eigentümer*innen und Handwerker*innen beim Einbau künstlicher Fledermausquartiere zu minimieren.
Somit leistet das Projekt einen bedeutenden Beitrag, um den Lebensraumerhalt gebäudebewohnender Fledermausarten trotz der Zunahme energetischer Gebäudesanierungen zu fördern und potentiell zu verbessern.