Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

78301 Zehdenick-Spandauer Havelniederung


Landschaftstyp:

3.1 Gehölz- bzw. waldreiche Kulturlandschaft



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

353 km²



Beschreibung:

Die Zehdenick-Spandauer Havelniederung erstreckt sich von Spandau über 60 km nach Norden bis hinter Zehdenick und hat eine durchschnittliche Breite von ca. 10 km. Sie stellt sich als formenreiche, weite Talung dar, mit feuchten und trockenen Standorten und vielfältiger Landnutzung. Die Havel selber fließt im südlichen Teil nicht innerhalb der Landschaft, sondern durch die Ausläufer des Ballungsraumes Berlin. Der nördliche Abschnitt, die "Schnelle Havel" gilt als naturnahes Fließgewässer. Die Niederung wird von Sander- und Grundmoränenplatten begrenzt, die sich etwa um 20 m über die Niederung erheben, außerdem kreuzen ehemalige Urstromtäler das Niederungsgebiet, so dass sich fließende Übergänge zum Rhinluch im Westen und Eberswalder Tal im Osten ergeben. Die Niederung besteht hauptsächlich aus Talsanden und holozänen Flußsanden, stellenweise wurden aus dünnen Flugsanddecken Dünen aufgeweht. Vermoorte Böden beschränken sich auf schmale Rinnen entlang der Havel und ihren Nebenbächen und den Bereich des querenden Eberswalder Urstromtals. Die organischen Naßböden der Talauen werden von Grünland eingenommen, die feuchten mineralischen Böden werden zu großen Teilen beackert oder, wie auch die trockenen Flugsand- und Dünenböden, mit Kiefernwald bestanden. Ein solches Gebiet ist der Kemmener Forst, der neben monotonen Kiefernbeständen einige feucht-nasse naturnahe Waldkomplexe aufweist.
Der überwiegende Teil der Nutzfläche wird von Äckern eingenommen. Die großen Waldgebiete werden forstlich genutzt und die Talauen sind unter Grünlandnutzung.
Die Schnelle Havel von Oranienburg bis Zehdenick ist als Naturschutzgebiet geschützt und als FFH-Lebensraum gemeldet. Sie ist Brut- und Verbreitungsgebiet störungsempfindlicher Großvögel, wie Schwarzstorch und Kranich, sowie von Arten der Niedermoore und extensiver Feuchtgrünländer, wie Weißstorch und Wachtelkönig. Als naturnahe Bruch- und Laubwälder sind der Liebenberger Bruch, Teufelsbruch und die Heimsche Heide als FFH-Gebiet gemeldet. Große Bereiche der Landschaft sind Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes "Obere Havelniederung".



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 12,4 %
Vogelschutzgebiete 52,99 %
Naturschutzgebiete 1,36 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0,29 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 54,34 %


Abgrenzung der Landschaft 'Zehdenick-Spandauer Havelniederung' (78301)

Abgrenzung der Landschaft "Zehdenick-Spandauer Havelniederung" (78301)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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