ArtenScouts – Nachwuchsförderung von Artenkenner*innen
ArtenScouts – Nachwuchsförderung von Artenkenner*innen
FKZ 3523894022
Hintergrund
Seit Jahren ist ein deutlicher Rückgang an ehrenamtlich und beruflich aktiven Naturkundler*innen zu beobachten. Ursachen liegen unter anderem im Bedeutungsverlust organismischer Biologie in Schule und Hochschule, in veränderten Freizeitgewohnheiten sowie in abnehmenden Möglichkeiten unmittelbarer Naturerfahrungen. Dadurch geht nicht nur wertvolles Artenwissen verloren, sondern auch die personelle Basis für Naturschutzarbeit in Verbänden, Behörden und Fachbüros wird zunehmend schwächer. Studien zeigen zudem, dass mit schwindendem Artenwissen auch die Bereitschaft, sich für die Natur einzusetzen, sinkt. Gleichzeitig eröffnen Digitalisierung, Citizen Science-Ansätze und moderne Umweltbildungsformate neue Chancen, junge Menschen für Naturkunde zu begeistern und langfristig einzubinden.
Projekt
In dem fünfjährigen Modellprojekt „ArtenScouts“ sollen junge Menschen für Naturschutz begeistert und gezielt zu Artenkenner*innen ausgebildet werden.
Bis zu zehn Partnerinstitutionen wie Umweltbildungszentren, Naturkundemuseen, Tierparks und Naturerlebnisorte in ganz Schleswig-Holstein werden feste Jugendgruppen aufbauen und die Heranwachsenden im Alter von 12 bis 20 Jahren auf ihrem naturschutzfachlichen Werdegang pädagogisch begleiten. Durch den Austausch mit Fachexpert*innen und die Vernetzung der Standorte gewinnen die Teilnehmenden Einblicke in unterschiedliche Artengruppen und können eigene Interessen vertiefen. Mit der Zeit sollen auch die Selbstorganisation der Jugendlichen gestärkt und Projektideen eigenverantwortlich umgesetzt werden.
Regelmäßige lokale und überregionale Veranstaltungen, Exkursionen und Wochenendangebote fördern Begegnung und gemeinsames Lernen und bieten vielfältige Einblicke in unterschiedliche Ökosysteme. Ziel ist es, junge Menschen langfristig für Natur- und Umweltschutz zu gewinnen und den Nachwuchs in unterschiedlichen Artenkenntnissen zu qualifizieren.
Maßnahmen
- Netzwerkaufbau durch Gewinnung von ca. zehn Umweltbildungs- bzw. Naturkundeeinrichtungen als Partnerzentren, fachlichen Austausch und gemeinsame Entwicklung von Bildungsangeboten und den Aufbau eines landesweiten Jugendnetzwerks
- Bildungsangebote vor Ort durch regelmäßige naturkundliche Gruppenveranstaltungen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen an zehn Standorten, Exkursionen, Workshops und Projektarbeit und individuelle Förderung spezieller Interessen an Artengruppen
- Überregionale Vernetzung durch gemeinsame Veranstaltungen und Exkursionen, Kontakte zu Fachverbänden, Museen und Hochschulen und Anbindung an Jugendumweltverbände und Freiwilligendienste
- Gemeinsame Weiterentwicklung durch ein gemeinsames pädagogisches Leitbild, Schulung der Multiplikator*innen und kontinuierliche Projektevaluation durch die Steuerungsgruppe und den Projektbeirat
- Öffentlichkeitsarbeit mit Projektwebsite, Medienarbeit und Social-Media-Aktivitäten sowie Präsentation der Ergebnisse auf Fachveranstaltungen
- Kooperationen mit dem Deutschen Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN), Umweltbildungszentren, Naturparks, Museen, Hochschulen, Naturschutzverbänden, Schulen sowie weitere Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)