Bäume auf den Acker II
Beschreibung
FKZ 3524 894004
Hintergrund
Agroforstwirtschaft, die Integration von Bäumen in die landwirtschaftliche Fläche (Acker, Wiese oder Weide), verbindet zahlreiche ökologische und ökonomische Vorteile. Dies gilt nicht nur vorrangig für die Biodiversität (Biotopzunahme, -kontinuität und -vernetzung durch Landschaftsstrukturen), sondern auch für Kohlenstoffbindung, Wasserrückhalt, Nährstoffretention und Erosionsschutz.
Projekt
In der Planungsphase von „Bäume auf den Acker“ (2022-2024) wurden die Bedarfe der Umsetzungsphase genau herausgearbeitet, vorbereitet und das Demonstrationsnetzwerk mit 21 Betrieben aufgebaut. Unter anderem wurden potenzielle Mitglieder für den Biodiversitätsbeirat sondiert, die Materialien für die Berufsschulinitiative wurden entwickelt und an ersten Schulen getestet und das Agroforst-Monitoring auf ersten Betrieben durchgeführt.
Ausgehend von 21 Demonstrationsbetrieben sollen nun im Folgeprojekt andere Landwirtschaftsbetriebe, Menschen aus der Politik, Verwaltung und der Öffentlichkeit die Möglichkeit bekommen, die biodiversitätsfördernde Wirkung von Agroforstsystemen kennenzulernen und zu erleben. Es werden Standards für Planung, Pflege und ökologische Aufwertung von Agroforstsystemen erarbeitet, um die Biodiversität zu fördern und die Landwirtschaft klimafreundlicher zu gestalten.
Maßnahmen
Zunächst wird ein Maßnahmenkatalog zur Biodiversitätsförderung in Agroforstsystemen entwickelt und veröffentlicht. Dieser wird genutzt, um die Beratung und Begleitung von Betrieben bei der Anlage und Pflege von Agroforstsystemen mit Biodiversitäts-Elementen zu unterstützen – nicht nur im Demonstrationsnetzwerk, sondern auch in den vielen anderen Betriebsnetzwerken deutschlandweit. Dadurch sollen möglichst viele Betriebe über die verschiedenen Bausteine der Biodiversitätsförderung informiert und angehalten werden, selbst welche zu integrieren.
Im Rahmen einer Berufsschulinitiative werden Lehreinheiten an Berufs- und Fachschulen durchgeführt und zusammen mit den Schüler*innen weiterentwickelt, um die Agroforstwirtschaft an die nächste Generation der Landbewirtschaftenden weiterzugeben.
Der Dialog zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Politik soll ausgebaut werden, indem durch einen Projektbeirat wichtige naturschutzfachliche und rechtliche Fragestellungen diskutiert und konstruktive Lösungen für auftretende Zielkonflikte gefunden werden.
Die wissenschaftliche Begleitforschung konzentriert sich auf die Aspekte Biodiversität, Kohlenstoffspeicherung und weitere Bodenparameter in Agroforstsystemen. Der multidisziplinäre Forschungsansatz wird mit einem Citizen Science-Konzept untermauert, wodurch nicht nur viele Betriebe wissenschaftlich begleitet werden können, sondern auch ökologisches Praxiswissen mit der beteiligten Bevölkerung ausgetauscht wird. Insbesondere die Einbeziehung von Bürgerwissenschaftler*innen bei dem Monitoring der Agroforstsysteme kann interessierten Verbraucher*innen die Landwirtschaft und insbesondere die Agroforstwirtschaft näherbringen. Durch Vorträge und Informationsveranstaltungen, sowie durch die Vernetzung mit themenverwandten Akteur*innen werden mehr und mehr Multiplikator*innen gewonnen, die das Wissen über die positiven Auswirkungen von Agroforstsystemen weitertragen.