Datengrundlage zur bundesweit einheitlichen Bewertung von Vogelrastgebieten (DaVoR)
Beschreibung
FKZ 3524150800
Hintergrund
Für eine möglichst naturverträgliche Planung der nationalen Strominfrastruktur ist die Identifikation besonders sensibler Gebiete und Ansammlungen der betroffenen Vogelarten von zentraler Bedeutung. Dies gilt insbesondere, da im Rahmen der Beschleunigungsgesetzgebung (Umsetzung der RED III-Richtlinie) die zentralen räumlichen Entscheidungen auf vorgelagerter Planungsebene und ausschließlich anhand vorhandener Daten getroffen werden müssen.
Das Projekt leistet damit einen Beitrag zum Schutz von Klima und Biodiversität, zu dem sich die Bundesregierung verpflichtet hat. Im Zusammenhang mit dem beschleunigten Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien und der Stromnetze sind über das nationale Artenhilfsprogramm (nAHP) Maßnahmen zum Schutz der durch den Ausbau besonders betroffenen Arten umzusetzen. Zudem verlangt die EU-Wiederherstellungsverordnung ebenso wie die nationale Biodiversitätsstrategie den Erhalt und die Wiederherstellung sensibler Lebensräume.
Projekt
Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) bereitet Daten zu Rastvorkommen von Vogelarten als Grundlage einer bundesweit einheitlichen Bewertung von Rastgebieten und Ansammlungen planungsrelevanter Vogelarten systematisch auf.
Dafür werden erstmalig langjährige Daten aus dem Monitoring rastender Wasservögel (MrW), der Kranich-Schlafplatzzählung (Kranichschutz Deutschland) mit unsystematischen Beobachtungen von ornitho.de sowie weiteren Daten zusammengeführt.
Ziel ist die Identifikation und einheitliche Bewertung bedeutender Rastgebiete und Schlafplatzansammlungen insbesondere von Wasservögeln, Limikolen, Kranichen, Gänsen und Schwänen nach den naturschutzfachlich etablierten Bedeutungsstufen lokal, regional, landesweit, national und international bedeutsam. Die Abgrenzungen sollen zudem räumlich-funktionale Zusammenhänge zwischen Schlaf- und Nahrungsflächen mitberücksichtigen.
Das Vorgehen umfasst die Abfrage, Prüfung und Aufbereitung bestehender Daten, die Integration zusätzlicher relevanter Quellen, die Konzipierung und Abstimmung eines einheitlichen Bewertungsrahmens sowie die Erarbeitung bundesweit anwendbarer Kriterien für die Bewertung der Rastgebiete und Ansammlungen.
Dies dient dem Schutz der von der Energiewende und dem Netzausbau besonders betroffenen Rastvogelarten, damit die für sie bedeutenden Lebensräume identifiziert, dokumentiert und somit geschützt werden können.
Die Analysen sollen zudem eine Grundlage bilden, um geeignete Raumkulissen für Maßnahmen des nAHP abzuleiten.
Ausblick
Als Ergebnis des Vorhabens soll eine belastbare Grundlage für die bundesweit einheitliche Bewertung von Rastvogelgebieten und Ansammlungen planungsrelevanter Arten entstehen.
Diese soll es ermöglichen, die bedeutenden und besonders sensiblen Gebiete frühzeitig in Planungen auf der vorgelagerten Ebene des Infrastrukturgebieteplans sowie in Genehmigungsverfahren des Stromnetzausbaus zu berücksichtigen. Damit können Trassenkorridore und die Ableitung von Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen optimiert sowie der Untersuchungsaufwand reduziert werden.
Die Ergebnisse unterstützen zudem die Identifizierung und Priorisierung von Maßnahmen im nAHP für die durch den Ausbau besonders betroffenen Vogelarten, um ihre Bestände langfristig zu sichern.
Die bewerteten Gebiete und Ansammlungen sollen perspektivisch über das BfN der Fachöffentlichkeit als GIS-Layer zur Verfügung gestellt werden. Das Vorhaben leistet damit nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag zur Erleichterung und Beschleunigung von Planungen und Prüfungen durch zielgerichtete Vorleistungen im Bereich naturschutzfachlicher Datengrundlagen – unter Einbeziehung der Belange des Vogelschutzes.